Das Corpus Delicti und sein Erschaffer: "Schlagende Verbindung", ein Werk von Peter Zizka.
Das Corpus Delicti und sein Erschaffer: "Schlagende Verbindung", ein Werk von Peter Zizka. Bild © Bildrechte beim Künstler

Sein Kunstwerk "Schlagende Verbindung" hatte ihm eine Geldbuße und einen Rüffel vor Gericht eingebracht: Jetzt ist der Frankfurter Künstler Peter Zizka in zweiter Instanz freigesprochen worden.

Im juristischen Streit über sein Kunstwerk "Schlagende Verbindung" hat der Frankfurter Objektkünstler und Designer Peter Zizka einen Sieg errungen. Das Landgericht sprach ihn in zweiter Instanz frei, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. Zizka hatte im März 2018 eine Vortragsreise nach Mumbai angetreten, zu der er auch einige seiner Kunstobjekte mitnahm - darunter einen Schlagring, auf dem eine Plätzchenform montiert ist.

Das Werk wurde auf dem Frankfurter Flughafen sichergestellt. Das Amtsgericht verurteilte den 57-Jährigen im Oktober vergangenen Jahres wegen eines Verstoßes gegen waffenrechtliche Vorschriften zu 1.000 Euro Geldbuße sowie einer Geldstrafe von 2.400 Euro auf Bewährung. Über den Freispruch hatte zuvor die Bild-Zeitung (Donnerstag) berichtet.

Nicht für den Kampfeinsatz geeignet

Mit der Verbindung zwischen einem Schlagring ähnlichen Eisenteil und einem sternförmigen Plätzchenausstecher habe er zu einem "Diskurs zwischen heiler Welt und der von Gewalt geprägten globalen Welt" aufrufen wollen, hatte der Künstler argumentiert. Zizka engagiert sich eigenen Angaben zufolge seit Jahren gegen Waffenexporte.

Für einen wirklichen Kampfeinsatz sei die "Schlagende Verbindung" aber schon deshalb ungeeignet, weil ihr die typischen Eigenschaften des Schlagrings - Spitzen und Abrundungen - fehlten. Das Landgericht sah dies ihm am Mittwoch ebenso. Das Objekt sei nicht als Waffe hergestellt worden, deshalb handele es sich auch nicht um eine Waffe im Sinne des Waffengesetzes, zitierte der Sprecher aus dem Urteil.

Vor dem Amtsgericht hatte es im Oktober aus dem Mund des zuständigen Richters noch geheißen, dass er "das Ding jedenfalls nicht im Gesicht haben" wolle. Der Richter hatte Zizka gute Absichten zugebilligt, hielt ihm aber vor, er hätte beim Bundeskriminalamt eine Ausnahmegenehmigung zum Transport des Gegenstands einholen müssen.

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hs

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zum Video Künstler muss zahlen (Beitrag vom Oktober 2018)

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