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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Bad Hersfelder Festspiel-Macher mit Alternativ-Programm zufrieden

Stiftsruine Bad Hersfeld Corona "Alles wird gut"

In Osthessen fielen auch die großen Theaterfestspiele der Pandemie zum Opfer. Über die Bühne ging stattdessen ein reduziertes Programm. Und das hat sich überraschend gut angefühlt.

Nach der coronabedingten Absage der renommierten Bad Hersfelder Festspiele wurde ein Kontrastprogramm auf die Beine gestellt. Das Wagnis hat sich offenbar gelohnt. Die Stadt und die Macher des Freilicht-Theaterfestivals zogen am Montag Bilanz. Das Ergebnis habe alle Erwartungen übertroffen, resümierten die Verantwortlichen.

Etwa 15.000 Zuschauer seien an den fünf Veranstaltungswochenenden zu den rund 100 Terminen gekommen. Das klingt wenig im Vergleich zu den sonstigen Besucher-Bilanzen, ist aber dem Umstand geschuldet, dass aufgrund des Corona-Schutzkonzepts nur begrenzt Besucher zugelassen waren. Das Schutzkonzept habe sich überdies auch bewährt, sagte eine Festspiel-Sprecherin. 7.400 verkaufte Tickets entsprächen einer Auslastung von 92 Prozent.  

Diesmal kein Ärger um Finanzen

Auch finanziell – in Bad Hersfeld oft ein heikles und umstrittenes Thema - sei der Plan aufgegangen, berichteten die Veranstalter. Die Zusatzkosten von mehr als 350.000 Euro für das Programm namens "Ein anderer Sommer" seien durch Einnahmen, Sponsoren-Erlöse und Spenden getragen worden.  

Intendant Joern Hinkel sagte zur künstlerischen Bilanz: "Wir haben uns auf das besonnen, was Theater ausmacht, sind zu den Wurzeln zurückgekehrt, ohne opulente Bühnenbilder, Requisiten, Technik." Im Fokus habe allein das Handwerk der Darsteller gestanden.

Intendant von Künstler-Engagement beflügelt

Bemerkenswert fand Hinkel das Engagement der Künstler: "Alle wollten der coronabedingten Absage der Festspiele etwas entgegensetzen. Namhafte Künstler haben zugesagt, ohne vorher Stücke und Texte zu kennen. Dieser Vertrauensvorschuss, hat mich beflügelt, inspiriert und glücklich gemacht."

Mitwirkende waren unter anderem Elisabeth Lanz, Brigitte Grothum, Daniela Ziegler, Ralf Bauer, André Hennicke, Horst Janson, Gunther Emmerlich, Richy Müller und Ilja Richter. Aufführungen gab es auch an außergewöhnlichen Orten und in ungewöhnlichen Formaten, zum Beispiel in einem Hotel. Auf dem Programm standen unter anderem Schauspiel, Konzerte, Kabarett, Lesungen, Talkrunden und Ausstellungen.

Hoffnungen auf normale Festspiele im Jahr 2021

Für das nächste Jahr hoffen die Veranstalter wieder auf eine normale Saison. Dann soll auch ein Großteil des für dieses Jahr geplanten Programms der 70. Bad Hersfelder Festspiele nachgeholt werden. Auf dem Plan standen unter anderem die Uraufführungen des Stücks "Der Club der toten Dichter" (Regie: Intendant Hinkel) und des Musicals "Goethe".

Sendung: hr-INFO, 17.08.2020, 15.20 Uhr