Aus der Vogelperspektive: Luftaufnahme der Offenbacher HfG

Von der Handwerkerschule zur international renommierten Kunsthochschule: Die Offenbacher Hochschule für Gestaltung feiert 50. Geburtstag und stellt sich neu auf. Nicht weniger als ein Jahrhundertprojekt steht an.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found HFG Offenbach feiert 50. Geburtstag

Eingangsbereich der Offenbacher Hochschule für Gestaltung
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Sebastian Herkner ist Möbeldesigner - ein Shootingstar in der internationalen Designerwelt. Außerdem ist er Absolvent der Hochschule für Gestaltung, der HfG. Als er sich vor 19 Jahren entschied, in Offenbach zu studieren, hätte er sich wirklich "einen schöneren Ort fürs Studium vorstellen können", wie er sagt. Als Herkner damals mit dem Auto seiner Eltern zum Vorstellungsgespräch an die Hochschule fuhr und am Kaiserlei abbog, sei es "keine Liebe auf den ersten Blick" gewesen.

Für den erfolgreichen Designer wurde es Liebe auf den zweiten Blick. Noch während des Studiums entwirft der inzwischen 39-jährige Designer Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires für namhafte Hersteller. 2001 erhält er den deutschen Designpreis und wird zum "besten Newcomer" gekürt. Herkners Durchbruch ist der "Bell Table", ein Beistelltisch mit rundem Glasfuß, auf dem eine Messingplatte liegt. 2019 wird er in Paris als Designer des Jahres ausgezeichnet: Design made in Offenbach erobert die Welt.

HfG-Präsident Kracke: Wollen möglichst voranschwimmen

1832 als Handwerkerschule gegründet, wurde die HfG 1970 zu einer Kunsthochschule umgewandelt - in Anlehnung ans Bauhaus mit einer starken Designorientierung. "Die HfG verfolgte sowohl Kunst als auch Design, denn im Grunde genommen ist das Design die Nachfolge vom Handwerk", sagt Hochschuldirektor Bernd Kracke.

Für Kracke liegt der Schlüssel zum Erfolg der Hochschule in der intensiven Betreuung der knapp 800 Studierenden. Viele renommierte Köpfe haben hier in den vergangenen 50 Jahren unterrichtet. Zu den Lehrenden gehörten Künstler wie Christoph Schliengensief, Lore Kramer, Heiner Blum und die Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst, Susanne Pfeffer. Hochschulpräsident Kracke will im internationalen Vergleich "nicht nur mitschwimmen, sondern möglichst voranschwimmen und hervorragen aus dem Feld der anderen Kunsthochschulen".

Ein Jahrhundertprojekt steht an

In den kommenden Jahren steht für die HfG ein weiterer Umbruch an. Im Zuge der Umgestaltung des Offenbacher Hafens wird die Kunsthochschule dort in einen Neubau ziehen. "Ein Meilenstein", sagt Bernd Kracke: "Wir stehen kurz davor, den Architektenwettbewerb auszuschreiben." Der Direktor der Kunsthochschule spricht von einem Jahrhundertprojekt.

Bis die HfG ihren Neubau voraussichtlich 2028 bezieht, stehen andere Großprojekte wie etwa eine Studienreform mit einem neuen "Integrated Master-Studiengang" an. Die HfG stellt sich neu auf, um auch in Zukunft möglichst die besten Köpfe ins nicht immer schmucke Offenbach locken.

Sendung: hr-iNFO, 15.09.2020, 08.58 Uhr