Maria Magdalena Ludewig
Maria Magdalena Ludewig Bild © Simon Hegenberg

Die Kuratorin und Leiterin der Wiesbaden Biennale, Maria Magdalena Ludewig, ist tot. Die 36-Jährige wurde auf Fuerteventura von einer Welle ins Meer gerissen. Ludewig hatte bei dem Kunstfestival im Sommer unter anderem die Installation einer goldenen Erdogan-Statue verantwortet, die für Proteste sorgte.

Die Kuratorin und Leiterin der Wiesbaden Biennale, Maria Magdalena Ludewig, ist tot. Wie das Hessische Staatstheater Wiesbaden am Freitag mitteilte, verunglückte die 36-Jährige am 31. Dezember 2018 auf der Kanaren-Insel Fuerteventura. Sie wurde demnach auf einem Felsvorsprung von einer Welle überrascht und ins offene Meer gerissen.

Spanische Medien (unter anderem hier und hier) berichteten unter Berufung auf den Rettungsdienst, dass am Silvester-Nachmittag am Strand von Los Molinos im Westen von Fuerteventura eine Frau von einer Welle ins Meer gerissen wurde. Ein Rettungshubschrauber habe ihren leblosen Körper erst Stunden später rund 500 Meter vor der Küste bergen können. Laut den Berichten wurde eine weitere Person beim Versuch verletzt, der Frau zu helfen.

Über die Identität der Getöteten und des verletzten Begleiters wurde nicht berichtet. Die deutschsprachige "Fuerteventura Zeitung" sagte dem hr aber am Freitag auf Nachfrage, es habe an diesem Tag auf der Insel laut Rettungsdienst nur diesen tödlichen Unfall am Meer gegeben.

"Spuren hinterlassen, die unauslöschlich sind"

"Alle Mitarbeiter des Hessischen Staatstheaters sind unfassbar traurig über diesen unersetzbaren Verlust", schrieb Intendant Uwe Eric Laufenberg. "Maria Magdalena hat mit unbändiger Kraft, Energie und Phantasie zwei Wiesbaden-Biennalen gemeinsam mit Martin Hammer geleitet und kuratiert. Sie hat Spuren in uns allen hinterlassen, die unauslöschlich sind."

Auch die hessische Landesregierung reagierte mit Trauer. Der Staatssekretär im Kunstministerium, Patrick Burghardt (CDU), schrieb auf Twitter, noch im Dezember habe man mit Ludewig über die Biennale 2020 gesprochen. "Sie sprudelte vor Ideen und Leidenschaft für die Biennale!" Seine Gedanken seien bei ihrer Familie und ihren Freunden.

Traurige Nachrichten haben uns heute erreicht! Noch im Dez haben über die Biennale 2020 gesprochen. Sie sprudelte vor Ideen und Leidenschaft für die Biennale! Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und bei ihren Freunden! ⁦⁦ @hessenschauhttps://t.co/zlFDdU480W

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Goldene Erdogan-Statue in Wiesbaden sorgte für Proteste

Maria Magdalena Ludewig war 2014 nach Wiesbaden gekommen. Zusammen mit Martin Hammer hatte sie 2016 und 2018 die Wiesbaden Biennale künstlerisch gestaltet und dabei international bedeutende Gruppen und Künstler in die hessische Landeshauptstadt geholt.

2018 sorgte die Biennale gerade mit zwei Kunst-Aktionen für viel Aufmerksamkeit, aber auch Kritik. So wurde das Foyer des Staatstheaters im August in einen Supermarkt verwandelt.

Außerdem wurde mitten in Wiesbaden eine rund vier Meter hohe, goldene Statue des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan enthüllt. Der Protest und die Sorge vor Ausschreitungen waren letztendlich aber so groß, dass die Statue vorzeitig wieder entfernt werden musste.

Passanten am Dienstag in Wiesbaden auf dem Platz der Deutschen Einheit an der goldenen Erdogan-Statue
Die goldene Erdogan-Statue in Wiesbaden hatte Proteste ausgelöst. Bild © picture-alliance/dpa