Römischer Bronze-Pferdekopf
Der 14 Kilo schwere Pferdekopf war Teil einer großen Reiterstatue. Bild © picture-alliance/dpa

Der Fund eines Pferdekopfes aus der Römerzeit wird für einen Bauern zum Jackpot. Das Land Hessen soll dem Landwirt 773.000 Euro zahlen, weil das antike Stück auf seinem Acker ausgegraben wurde. Ein jahrelanger Streit könnte damit ein Ende finden.

Nach dem Fund eines Pferdekopfes aus der Römerzeit soll Hessen einem Bauern 773.000 Euro zahlen. Das hat das Landgericht Limburg am Freitag entschieden. Die Richter schlossen sich damit der Einschätzung einer Gutachterin an, die den Wert der antiken Bronze-Skulptur auf rund 1,6 Millionen Euro geschätzt hatte.

Der Pferdekopf war von Archäologen auf dem Grundstück des Landwirts aus Lahnau (Lahn-Dill) gefunden worden und ging nach der Entdeckung 2009 in den Besitz des Landes über. Nach der damaligen Rechtslage steht dem Bauern die Hälfte des Wertes als Entschädigung zu. Er und das Land hatten sich nicht auf einen Betrag einigen können.

Wert schwer zu ermitteln

Während der Landwirt anfangs davon ausging, dass ihm 1,8 Millionen Euro zustehen, wollte Hessen zunächst nur 48.000 Euro zahlen. Diese sind auch schon geflossen. Das Urteil der Limburger Richter ist noch nicht rechtskräftig. Das hessische Wissenschaftsministerium teilte am Freitag mit, das Land werde erst nach Prüfung der konkreten Urteilsbegründung entscheiden, ob es Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt einlege.

Der Pferdekopf ist Teil eines Reiterstandbilds, das wohl Kaiser Augustus (63 v. bis 14 n. Christus) darstellte. Nach den Worten des Limburger Richters ist der Wert eines solchen Unikates schwer zu ermitteln. Allerdings habe das sehr fundierte Gutachten die Kammer überzeugt. Die Expertin war vom Gericht beauftragt worden.

Original wird auf der Saalburg zu sehen sein

Sie habe dem Kopf zwei Referenzobjekte gegenübergestellt - einen Helm und einen Arm - die bereits bei Auktionen unter den Hammer gekommen seien, erläuterte der Richter am Freitag. Da solche Funde nicht ins Ausland verkauft werden dürften, sei für die Wertermittlung nur der nationale Kunstmarkt ausschlaggebend.

Der juristische Streit um die Zahlung hat das geplante Besucherzentrum in Waldgirmes verzögert. Das Original des 14 Kilo schweren Pferdekopfes wurde restauriert und wird einmal auf der Saalburg in Bad Homburg ausgestellt werden. Eine Kopie soll jedoch später in einem neuen Besucherzentrum in der Nähe der Fundstelle gezeigt werden.

Sendung: hr-iNFO, 27.07.2018, 10.00 Uhr