Bill Ramsey

Eine Legende hört auf: Aus Altersgründen stellt Schauspieler und Moderator Bill Ramsey seine Sendung Swingtime in hr2-kultur ein. Vor seiner letzten Sendung verraten wir, warum der Mann auch mit fast 88 Jahren Kult ist.

1. Bill Ramsey ist ein Frankfurter Bub

Audiobeitrag

Podcast

Zum Artikel auf hr2.de Der Entertainer Bill Ramsey spricht über seine Karriere.

Podcast Doppelkopf
Ende des Audiobeitrags

Geboren wurde William McCreery Ramsey am 17. April 1931 zwar in Cincinnati (USA), wo er auch die Schule besuchte und studieren sollte. Doch der Sohn eines erfolgreichen Werbemanagers und einer Lehrerin wollte Musik machen. 1951 wurde er aber erst einmal zum Militärdienst eingezogen, den er in Frankfurt ableistete. Hier lebte er eine Zeit lang in derselben Pension wie die Edelhure Rosemarie Nitribitt.

Und in Frankfurt wurde er entdeckt: Ramsey avancierte zum Chefproduzenten beim US-Radiosender AFN, im Jazzkeller lernte er den bekannten Produzenten Heinz Gietz kennen, mit dem er lange zusammenarbeitete.

Später lebte Ramsey unter anderem in Wiesbaden. Inzwischen ist Hamburg seine Heimat. 1984 wurde er deutscher Staatsbürger. Eines hat er aber nie abgelegt: seinen amerikanischen Akzent. Der ist bis heute sein Markenzeichen.

2. Er brachte unsere Eltern und Großeltern zum Lachen

Externer Inhalt

Externen Inhalt von Youtube (Video) anzeigen?

An dieser Stelle befindet sich ein von unserer Redaktion empfohlener Inhalt von Youtube (Video). Beim Laden des Inhalts werden Daten an den Anbieter und ggf. weitere Dritte übertragen. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Ende des externen Inhalts

Peter Alexander, Peter Kraus, Heinz Erhardt - und Bill Ramsey: Ohne diese Gute-Laune-Schauspieler hätte das Wirtschaftswunder-Deutschland der 1950er- und 1960er-Jahre deutlich trister ausgesehen.

Ramsey spielte in fast 30 Kinostreifen mit - mit Titeln wie "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen" (1961) oder "Liebesgrüße aus Tirol" (1964). Meistens gab er den singenden Spaßmacher - und die Leute liebten es.

3. Seine Songs hatten die abgefahrensten Titel

"Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe", "Wumba-Tumba Schokoladeneisverkäufer", "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett". Kaum ein Schlager-Sänger seiner Zeit hatte abgefahrenere Songtitel.

Seinem Erfolg tat das keinen Abbruch, im Gegenteil: 29 Wochen lang hielt sich seine Single "Souvenirs, Souvenirs" von 1959 in der deutschen Hitparade, verkaufte sich rund eine halbe Million Mal. Die Deutschen konnten damals nicht genug kriegen von seinen ironischen, teils eher sinnfreien Texten.

4. Schlager? Im Herzen ist Bill Ramsey ein Jazzer

Vom Schlager hat Ramsey zwar gelebt, im Grunde seines Herzens ist er aber immer Jazz-Musiker geblieben. Schon als Kind war er von der Musik der Schwarzen in Cincinnati begeistert und imitierte Blues- und Jazz-Sänger. In Deutschland wurde er in den 60er-Jahren selbst Teil der Nachkriegs-Jazzgeschichte.

Der NDR stufte den "Mann mit den weißen Haaren und der schwarzen Stimme" damals sogar als einen der bedeutendsten europäischen Jazz-Interpreten ein. Bis heute nimmt er teils preisgekrönte Platten auf und steht in wechselnden Formationen als Sänger auf der Bühne.

5. Der Mann ist ein echter Tausendsassa

60 Jahre „Swingtime“: Moderator Bill Ramsey

Ramsey ist nicht nur Sänger und Schauspieler. Er moderierte unter anderem die Fernsehsendungen "Schlager für Schlappohren" (1971), "Talentschuppen" (1974 bis 1980) und "Show ohne Schuh'" (1973 bis 1982). Außerdem war er viele Jahre Dozent an der Hamburger Schule für Musik und Darstellende Kunst.

Nicht zuletzt moderiert er seit Ende der 80er-Jahre auf hr2-kultur die Sendung Swingtime, am 1. März zum letzten Mal - aus Altersgründen. Jazz-Fans müssen aber nicht auf ihre Musik verzichten. Die Sendung wird mit anderen Moderatoren unter dem Titel Jazz Classics weitergeführt.

Sendung: hr2-kultur, 01.03.2019, 22.30 Uhr

Ihre Kommentare Ihr liebster Bill-Ramsey-Song?

22 Kommentare

  • Am liebsten wäre mir gewesen, dass Swingtime in den letzten Jahren weiter zwischen 19:00 und
    20:00h ausgestrahlt worden wäre,
    so dass Berufstätige, die früh aufstehen müssen, diese informative und gute Musiksendung weiter hätten hören können.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ulrike Koscheike

  • Von Bill Ramseys deutschsprachigen Produktionen mag ich besonders Crazy cowboy grand hotel, Hier könn Matrosen vor Anker gehn, Telefon aus Paris, American dollar und Weit weg von hier, das er im Duett mit dem unvergessenen Chris Howland sang.

  • Bill wir werden dich am Mikrofon vermissen

Alle Kommentare laden