Fanta4-Sänger Smudo
Fanta4-Sänger Smudo am Rande der Preisverleihung Bild © hr

Was haben deutscher Rap und gut verständliches Erklärfernsehen gemeinsam? Sie sind preiswürdig, befand die Gesellschaft für Deutsche Sprache und zeichnete "Die Fantastischen Vier" und "Die Sendung mit der Maus" mit Medienpreisen aus.

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zum Video Medienpreis für Sprachkultur 2018

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In Wiesbaden hat die Gesellschaft für Deutsche Sprache (GfdS) am Samstagabend ihre diesjährigen Medienpreise für Sprachkultur vergeben. Ausgezeichnet wurde unter anderem die Band "Die Fantastischen Vier". Sie habe den Deutschrap salonfähig gemacht und lege dabei Wert auf die deutsche Sprache, hieß es zur Begründung.

Smudo: "Deutsch - das war eine bewusste Entscheidung"

"Wir haben ganz schnell gemerkt, das ist eine sehr persönliche Musik und wir müssen sie auch in unserer eigenen Sprache machen", erklärte Bandmitglied Michael Bernd Schmidt, alias Smudo, dem hr-fernsehen anlässlich der Preisverleihung. Der 1968 in Offenbach geborene Musiker ist seit den Anfängen in den späten 1980er Jahren dabei, als die Band noch "Terminal Team" hieß.

Der Hang zum Deutschen verlangte auch nach einem deutschen Gruppennamen. 1989 benannte sich die Gruppe in "Die Fantastischen Vier" um, oft auch als "Fanta4" abgekürzt. Seither blicken die vier Musiker auf zahlreiche Charterfolge mit deutschem Sprechgesang zurück. Zu den größten Hits zählen etwa "Die da", "MFG - mit freundlichen Grüßen" oder "Troy".

Mit ihrem Deutsch-Rap leisteten Fanta4 Pionierarbeit. "Das war eine bewusste Entscheidung", sagte Smudo. "Wir haben es nicht Rap genannt, sondern Sprechgesang, wir haben nicht gescratcht, sondern Platten gekratzt." Belohnt wurde die in Stuttgart beheimatete Band mit einer treuen Fangemeinde und zahlreichen Preisen, zu denen am Samstag wieder einer dazu kam.

Bloß nicht langweilig werden

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die "Sendung mit der Maus" der ARD. Das für Kinder konzipierte Erklärfernsehen vermittle selbst komplexe Sachverhalte interessant, verständlich und spannend, sagte GfdS-Geschäftsführerin Andrea-Eva Ewels. Moderiert wird die 1971 erstmals ausgestrahlte Sendung von Armin Maiwald, der seit den Anfängen dabei ist.

Das Schwierige sei, aus den recherchierten Informationen eine Geschichte zu machen, sagte Maiwald. "Es dürfen keine Fremdwörter dabei sein - oder Fremdworte, muss ich ja richtigerweise sagen." Und es dürfe nie langweilig werden. "Wenn bei uns jemand einschläft, haben wir einen Zuschauer verloren."

Hans-Oelschläger-Preis für Antonia Rados

Die Journalistin Antonia Rados sollte am Samstag für ihre verständliche Sprache mit dem Hans-Oelschläger-Preis geehrt werden. Sie mache auch politisch schwierige Lagen einem breiten Publikum zugänglich, lautete die Jury-Begründung.

Der mit 1.500 Euro dotierte Medienpreis wird seit 30 Jahren vergeben, zu den früheren Preisträgern zählen unter anderen Hape Kerkeling, Günther Jauch und Andreas Bourani. Der mit 5.000 Euro dotierte Hans-Oelschläger-Preis wurde zum dritten Mal vergeben.