Entwurfsgrafik  von der Spitze  des Millenniumtower

280 Meter hoch und damit das höchste Haus der Europäischen Union - das soll der Millennium Tower im Frankfurter Europaviertel werden. Die öffentliche "Skyhall" an der Spitze wird ein besonderer Ort für alle, verspricht Architekt Ferdinand Heide.

Audiobeitrag

Podcast

Architekt Ferdinand Heide: Ein Wolkenkratzer als Himmelsleiter

Ende des Audiobeitrags

Zum Glück ist er schwindelfrei. Das hat er auf Baugerüsten schon oft genug ausprobiert, sagt Ferdinand Heide. Auch die von ihm entworfene rundum verglaste "Skyhall" in 280 Metern Höhe wird er ganz entspannt genießen können. "Ein Wolkenkratzer ist eine Art Himmelsleiter", sagt der Frankfurter Architekt. Das Motiv hat er aufgegriffen mit einer Treppe, die die Spitze des Turms weiter nach oben verlängert und zugleich als Sitzgelegenheit dient - auch für Veranstaltungen aller Art.

Viel mehr als eine Aussichtsplattform sei das, sagt Architekt Heide. "Da sind wir über die Vorgaben des Bauherrn hinaus gegangen." Auf jeden Fall solle Frankfurts höchster Aussichtspunkt öffentlich und für alle zugänglich sein.

Weitere Informationen

Der Millennium Tower

Geplant war der Millennium Tower in Frankfurt schon zur Jahrtausendwende. Ein Hochhaus der Superlative als Krönung des neuen Stadtteils Europaviertel. Nun steht fest: Ab 2025/26 wird das Immobilienunternehmens CA Immo den Entwurf des Frankfurter Architekten Ferdinand Heide umsetzen. Im Jahr 2030 soll er fertig sein.

Ende der weiteren Informationen

Internationale Star-Architekten überflügelt

Entwurfsgrafik  des Millennium Tower

Dass sein Büro mit dem Millennium Tower das höchste Haus nicht nur in Frankfurt, sondern in der gesamten Europäischen Union bauen wird, war für Ferdinand Heide "eine enorme Freude und eine Überraschung". Schon die Möglichkeit zur Teilnahme am Wettbewerb für das Projekt des Immobilienunternehmens CA Immo habe ihn gefreut. Jetzt hat er mit seinem Entwurf internationale Star-Architekten wie Herzog/de Meuron, David Chipperfield oder OMA überflügelt. "Glücklicherweise wird ja alles anonym eingereicht", sagt Heide und schmunzelt. Jetzt wird er sein Büro mit derzeit 22 Mitarbeitenden nach und nach aufstocken für die große Aufgabe.

Überzeugt hat Heide die Jury nicht nur mit dem Entwurf der spektakulären Skyhall, sondern auch mit einem ästhetisch wie stadträumlich originellen Einfall. Neben dem 280 Meter hohen Büro- und Hotelturm soll nämlich auch ein 157 Meter hoher Wohnturm auf dem relativ engen Grundstück entstehen. Heide verdreht beide Gebäude so gegeneinander, dass sich die Fassaden nicht direkt gegenüberstehen. So kommt Licht auch in die unteren Stockwerke und man schaut nicht direkt aus den Büros in die Wohnzimmer gegenüber. Aus der Ferne wirken die beiden Gebäude dann wie zwei tanzende Figuren, die sich gerade ein wenig voneinander abwenden.

Auch Donald Trump hatte Interesse

Luftbild des Baugrundstücks

Der Name "Millennium Tower" geht zurück auf Planungen rund um das Jahr 2000. Damals sollte der Turm eigentlich sogar 365 Meter hoch werden und den krönenden Abschluss des neuen Europaviertels bilden, das gerade auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs entstand. Auch ein gewisser Donald Trump interessierte sich damals für das Projekt. Mittlerweile sind rund um den Messeturm eine Reihe neuer Hochhäuser entstanden - ein Pulk, in den sich auch die beiden neuen Türme des Millennium Areals einreihen werden.

Die immer noch zulässige Höhe von 365 Metern wollte Architekt Ferdinand Heide nicht ausschöpfen. Das Gelände sei zu klein für ein solch großes Gebäude. "Es geht nicht darum, das spektakulärste Projekt zu machen mit der größten Höhe", sagt Heide. Vielmehr spielten Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Stadtverträglichkeit eine entscheidende Rolle. So hat Heide Photovoltaikflächen in der Fassade und kleine Windräder zur Stromerzeugung eingeplant. Bei der Blockrandbebauung wird durch Einsatz von Holz der Bedarf an Stahl und Beton deutlich reduziert. Neben teuren Eigentumswohnungen wird es auch 200 geförderte Mietwohnungen in dem Komplex geben.

2030 soll der Einzug sein

Entwurfsgrafik vom Innenraum des  Milleniumtower

Dennoch stellt sich die Frage, ob Büro- und Hotelnutzungen mit der Corona-Pandemie nicht dauerhaft zurückgehen, wenn auch weiterhin mehr Menschen im Homeoffice arbeiten und auf Dienstreisen und Messen verzichtet wird. Für den Architekten Ferdinand Heide ist daher Flexibilität in den Grundrissen und Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes wichtig, "damit man auf Entwicklungen, die man jetzt noch nicht absehen kann, reagieren kann". Der Baubeginn werde nicht vor 2025/26 erfolgen, heißt es von Seiten des Investors. Im Jahr 2030 könnte der Millennium Tower fertig sein. Ferdinand Heide kann sich sehr gut vorstellen, dann auch selbst hier zu wohnen und zu arbeiten und "den herausragenden Blick zu genießen".

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen