Jugendstil Museum Wiesbaden Neess

Eine der europaweit wertvollsten Jugendstil-Ausstellungen öffnet am Wochenende ihre Pforten. Das Museum Wiesbaden zeigt die Sammlung von Ferdinand Wolfgang Neess. Der Kunstmäzen hatte sie dem Museum geschenkt.

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Das Museum Wiesbaden ist um eine wertvolle Sammlung reicher. Möbel, Gemälde, Silber, Lampen, Keramik - ein großer Querschnitt des Jugendstils ist von Samstag an im umgebauten Südflügel des landeseigenen Hauses zu sehen.

Sammlung jahrzehntelang zusammengetragen

Mehr als 40 Jahre lang hatte der ehemalige Kunsthändler und Sammler Ferdinand Wolfgang Neess die rund 570 Stücke aus dem 19. Jahrhundert in seiner Wiesbadener Jugendstil-Villa "Weisses Haus" zusammengetragen. Im März 2017 unterschrieb er die Schenkungsurkunde, mit der er die Sammlung dem Museum vermachte.

Es sei die größte Gabe, die das Museum je erhalten habe, sagte Museumsdirektor Alexander Klar bei der Präsentation am Donnerstag. Wert und Umfang der Sammlung suchten deutschland- und europaweit ihresgleichen. "Was wir hier einweihen, ist schon eines der sieben Weltwunder von Hessen."

Kunstministerin: "Ein großer Tag für das Museum Wiesbaden"

Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) bezifferte den Wert der Sammlung auf mindestens 41 Millionen Euro. Sie dankte dem Mäzen und seiner Ehefrau Danielle. "Heute ist ein großer Tag für das Museum Wiesbaden", sagte sie. Damit habe das Land neben Bad Nauheim und Darmstadt ein weiteres Zentrum für Jugendstil erhalten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eine Jugendstil-Sammlung von internationalem Rang

Das Ehepaar Neess 2017 Gemälde vor dem "Heimkehr (1898)" von Heinrich Vogeler
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Auf rund 800 Quadratmetern können Besucher durch die Dauerausstellung flanieren. Sie ist in sieben zimmerartigen Räumen als Gesamtkunstwerk angelegt. Neben kompletten Möbelensembles sind auch 63 Gemälde, Pastelle und Aquarelle zu sehen, unter anderem von Franz von Stuck, Heinrich Vogeler und Gustave Moreau.

Die eigene Welt woanders dargestellt

"Es ist unsere Welt, nur woanders dargestellt", sagte Danielle Neess, die Ehefrau des Mäzens. Ihr Mann, der am Freitag seinen 90. Geburtstag feiert, blieb der Präsentation fern. Er sei jedoch ganz begeistert von dem "großartigen Ambiente", sagte Frau Neess.

Ursprünglich hatte Neess' Heimatstadt Neuss die Sammlung erhalten sollen. Die Stadt am Niederrhein hatte jedoch abgelehnt - zum Glück für Wiesbaden. Am Samstag soll dort nun die Ausstellung feierlich eröffnet werden.

Sendung: hr-iNFO, 26.6.2019, 10.14 Uhr