Hessens Kunst- und Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel

Das Aus für HessenFilm-Chef Mendig war nach der Aufregung um sein Treffen mit AfD-Chef Meuthen unvermeidlich. Aber die tatsächlichen Gründe für die Entscheidung müssen auf den Tisch - auch weil die AfD sonst Honig aus der Sache saugt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kommentar zur Abberufung von HessenFilm-Chef Mendig

Hans Joachim Mendig (li.) traf sich in Frankfurt mit AfD-Chef Jörg Meuthen und PR-Berater Moritz Hunzinger (re.)
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Der Aufsichtsrat der hessischen Filmförderung hat gestern die Reißleine gezogen. Die Abberufung des umstrittenen Geschäftsführers Hans Joachim Mendig war unvermeidlich. Schließlich war das Vertrauensverhältnis zwischen dem 66-Jährigen und der Filmbranche nachhaltig zerrüttet. Viele sprachen schon von einer Schädigung des Filmstandorts Hessen.

Dass die Aufsichtsratsvorsitzende und Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) aber partout nicht von den Gründen für das Aus sprechen will, macht die Argumentation für Kritiker der Entscheidung leicht.

Ja, es hat vermutlich juristische Gründe, dass die Ministerin jetzt nicht zu viel verraten will, schließlich muss sich die Filmförderung mit dem Abgesetzten noch auf die genauen Details der Trennung einigen. Da will man sicherlich auch einen Prozess vor dem Arbeitsgericht vermeiden.

Transparenz schützt vor Legendenbildung 

Das Bild, das die AfD aber dadurch jetzt schon an die Wand malen kann, ist folgendes: Seht her, jetzt können schon bloße Treffen mit der parlamentarischen Opposition das berufliche Aus bedeuten. Und das, obwohl die AfD doch demokratisch gewählt ist und in allen Landesparlamenten und im Bundestag sitzt. So der Vorwurf.

Das Kunstministerium sollte mit dieser Darstellung deshalb möglichst schnell aufräumen und die wahren Gründe für die Abberufung Mendigs publik machen. Drohender Arbeitsprozess hin oder her - Transparenz schützt vor Legendenbildung.

Sendung: hr-iNFO, 25.09.2019, 7.55 Uhr