Kunst, die sich bewegt und Spaß macht - dafür ist der Künstler Jean Tinguely berühmt. Ein Schiff mit einer Ausstellung seiner Werke legt nun in Frankfurt an. "Ahoy", da sollte man doch mal hingehen!

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Audioseite Tinguely-Schiff macht Station in Frankfurt

Museumsschiff mit bunten Bannern am Anleger.
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Jean Tinguely (1925–1991) gilt als einer der innovativsten und wichtigsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Er wurde vor allem durch seine beweglichen, maschinenähnlichen Skulpturen bekannt. In Basel gibt es ein eigenes Museum für den Künstler und das schickt zu seinem 25-jährigen Jubiläum Tinguelys Kunst auf Reisen, weil die Besucher coronabedingt derzeit nicht so einfach dorthin reisen können. Auf einem umgebauten Frachtschiff schippern nun Ausstellungsstücke zu relevanten Stationen von Tinguelys künstlerischer Karriere und gehen dort vor Anker – von Paris über Antwerpen und Amsterdam durch die Metropolregion Rhein-Ruhr rheinaufwärts bis nach Basel. Am 8. und 9. September ankert das Schiff an der Nizzawerft in Frankfurt.

"Tinguely war ein Künstler, der immer das Unkonventionelle gesucht hat", sagt Roland Wetzel, Direktor des Tinguely-Museums. "Ich denke, das hätte ihm Spaß gemacht." Und Spaß ist nur einer der Gründe, warum wir uns die Ausstellung auf dem Schiff ansehen sollten. Hier kommen noch weitere.

Jean Tinguely ist ein bewegender Künstler

Aus alten Schwungrädern, Eisenfedern, Blechteilen oder Fahrradreifen montierte der Schweizer Künstler riesige Skulpturen, die sich drehen, Wasser speien oder sich im Wind bewegen. Kinetische Kunst nennt man das. "Es bewegt sich alles, Stillstand gibt es nicht", so Tinguelys These. Und Spaß macht das auch! Eine dieser Figuren ist auf dem Dach des Museumsschiffs installiert. Diese Brunnenskulptur spritzt aus fünf verschiedenen Düsen an beweglichen Schlauchenden das Wasser in alle Richtungen, ein maschinelles Spritzspektakel, das je nach Windrichtung auch die Betrachtenden am Mainufer treffen kann.

Im Mini-Museum lernt man Tinguely und sein Werk schnell kennen

Im Rumpf des Schiffes geht man auf rund 100 Quadratmetern auf Zeitreise. Zu sehen und hören sind Stationen aus Tinguelys Leben, seine Entwicklung als Künstler und Konstruktionszeichnungen seiner Objekte. "Es sind viele Fotos, Dokumente und Filme, die man sich anschauen kann", sagt Roland Wetzel, der Direktor des Tinguely Museums in Basel. Und dadurch bekommt man einen guten Eindruck, wie akribisch der Künstler getüftelt haben muss, bis jedes Rädchen und jede Schraube an der richtigen Stelle saß und sich dann das enorme Gewicht einer Skulptur wie von Geisterhand bewegte.

Tinguely Schiff innen

Theater- und Tanzperformances sind Teil des Programms

Weil Tinguely selbst auch ein begeisterter Performance-Künstler war, darf diese Kunstrichtung natürlich auch nicht fehlen. Bei der Performance "body instruments" von Nevin Aladağ zum Beispiel bewegt sich ein Darsteller von der Schiffanlegestelle durch die Innenstadt bis zum Kunstverein am Römerberg. An seinem Körper sind umgearbeitete Instrumente angebracht und durch seine Bewegung entstehen Klänge.

Im Kunstverein präsentiert die Tänzerin Marie-Caroline Hominal eine Tanzperformance und im Theaterstück "the Lady of the Lake" von Keren Cytter wird ein Dialog mit absurd-komischen Texten inszeniert.

Es gibt Mitmachangebote für junge Kunstinteressenten

In Workshops auf dem Schiff gehen Kinder und Jugendliche auf die Suche nach Geräuschquellen, die irgendwie mit Wasser zu tun haben. Und mit diesen Sounds kreieren sie dann regelrechte Wassertonfällen. "Wasser ist ja das große verbindende Element der ganzen Reise dieses Schiffes und auch oft in den Arbeiten von Tinguely", sagt Franziska Nori, Direktorin des Frankfurter Kunstvereins. Mit Tinguely ist am 8. und 9. September in Frankfurt also einiges geboten, bevor das Schiff zu seiner vorletzten Station Mannheim aufbricht.

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