Die entschärfte Bombe vor dem Abtransport.
Die entschärfte Bombe vor dem Abtransport. Bild © Andreas Bauer/hessenschau.de

Es war die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte: 60.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, bevor im vergangenen September in Frankfurt eine Weltkriegsbombe entschärft werden konnte. Nun kommt die britische Luftmine ins Museum.

Der Fund im Frankfurter Westend löste die größte Evakuierung der deutschen Nachkriegsgeschichte aus: eine britische Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg. Ab März 2019 wird der Blindgänger im Historischen Museum der Stadt zu sehen sein. Die Bombe wird Teil einer Ausstellung zum Thema "Vergessen", wie das Museum am Mittwoch bestätigte. Sie soll daran erinnern, welche Gräuel der Krieg auch über Frankfurt gebracht hat.

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Die Ausstellung zum Thema "Vergessen"

Die Schau soll sich dem Vergessen historisch, kulturhistorisch und auch ganz konkret nähern: Es werde nicht nur um den Zweiten Weltkrieg, sondern auch um das Thema Demenz gehen, sagte eine Museumssprecherin am Mittwoch hessenschau.de: "Mit dieser thematischen Breite betreten wir Neuland."

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Die britische 1,8 Tonnen-Bombe war bei Bauarbeiten im Stadtteil Westend direkt am Uni-Campus entdeckt worden. Für die Entschärfung am 3. September 2017 mussten mehr als 60.000 Menschen die Sperrzone um den Fundort in einem Radius von 1,5 Kilometern verlassen.

Auch zehn Altenheime, zwei Krankenhäuser, das Polizeipräsidium und der Hessische Rundfunk wurden komplett geräumt. Einen ganzen Sonntag lang ging dort nichts mehr. Gegen 18.30 Uhr dann kam die Entwarnung: Bombe erfolgreich entschärft.

Diesmal kein Fall für den Schrotthändler

Weltkriegsbombe Museum
Die Bombe in der Säge des Spezialbetriebs. Bild © Jasmin Alley, Historisches Museum Frankfurt

Derzeit wird die Luftmine noch von einem Spezialbetrieb aufbereitet, zu dem sie schon unmittelbar nach der Entschärfung gebracht wurde. Dort stand sie in einem Bunker zunächst unter Beobachtung, wurde dann zersägt. Der noch enthaltene Sprengstoff wurde entfernt und verbrannt.

Ein Fall für den Schrotthändler wäre der stählerne Mantel der Bombe im Normalfall. Die Reste der Frankfurter Bombe sind es nicht, sie sind jetzt ein Fall fürs Museum.

Sendung: hr-iNFO, 29.11.2017, 14 Uhr