Ostwind-Hauptdarstellerin Luna Paiano als Ari auf dem Hengst Ostwind
Hauptdarstellerin Luna Paiano als Ari auf dem Hengst Ostwind Bild © 2019 Constantin Film Verleih GmbH/SamFilm GmbH/Marc Reimann

Große Pferdeparty in einem Frankfurter Kino: "Ostwind 4 - Aris Ankunft" hat Vorab-Premiere gefeiert. Mit dabei war die neue Hauptdarstellerin, die zwölfjährige Luna Paiano. Auch wegen ihr ist dieser vierte Teil der Reihe so sehenswert.

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hs

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Eines muss man den Machern deutscher Pferdefilme lassen: Sie finden immer wieder großartige Nachwuchstalente. Das war bei der kürzlich gestarteten Immenhof-Neuverfilmung so, das war bei "Wendy - der Film" so, das war bei den ersten drei Ostwind-Filmen so. Und jetzt mischt die Schweizer Schülerin Luna Paiano "Ostwind 4 - Aris Ankunft" auf.

Luna Paiano spielt die Hauptrolle der Ari, und das, als hätte sie 30 Jahre Schauspielerfahrung. Dabei ist Ostwind erst ihr zweiter Kinofilm. Wie viel Talent in der Zwölfjährigen steckt, davon konnten sich einige Fans der in Nordhessen gedrehten Ostwind-Reihe am Samstag in Frankfurt überzeugen. Hier feierte der Film, der am 28. Februar deutschlandweit startet, Vorab-Premiere.

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Pferdehof oder Kinderheim?

Mit dem vierten Teil findet eine Art sanfte Staffelübergabe hin zu einer neuen Trilogie statt. Mika (Hanna Binke), die bisherige Hauptfigur, ist nur noch in einer Nebenrolle zu sehen. Sie liegt nach einem Unglück im Koma, der schwarze Hengst Ostwind steht traumatisiert im Stall und verweigert das Fressen. Aber ohne Pferdetrainerin Mika gerät Gestüt Kaltenbach (gedreht am Gut Waitzrodt in Immenhausen bei Kassel) in immer schlimmere finanzielle Nöte.

Da taucht das jungenhafte Waisenkind Ari auf dem Gut auf. Sie hat - gelinde gesagt - Probleme mit ihrer Impulskontrolle und ist schon aus zig Pflegefamilien geflogen. Gut Kaltenbach ist ihre letzte Chance, sonst muss sie ins Kinderheim.

Schnell stellt sich heraus, dass Ari, wie schon Mika, eine besondere Verbindung zu Ostwind hat. Und wie schon Mika beginnt sie beim etwas verschrobenen Herrn Kaan (Tilo Prückner) ein Training, um Ostwind und damit vielleicht auch Mika helfen zu können.

Leichtfüßig und authentisch

Luna Paiano trägt den Film, schlüpft leichtfüßig und authentisch in die Rolle der Ari. Dass sie dafür Reiten und Bogenschießen lernen musste, merkt man in keiner Sekunde. "Der Dreh war total schön, vor allem die Arbeit mit den Pferden. Es war fantastisch", schwärmte Paiano am Samstag vor der Premiere.

Szene aus Ostwind 4: Ari (Luna Paiano,  links) sitzt auf Ostwind und spricht mit Mika (Hanna Binke)
Ari (Luna Paiano) und Pferdetrainerin Mika (Hanna Binke) Bild © 2019 Constantin Film Verleih GmbH/SamFilm GmbH/Marc Reimann

Zuvor hatte die Zwölfjährige im Frankfurter Metropolis Kino am eigens ausgerollten roten Teppich geduldig Autogramme geschrieben. Sie sei ziemlich nervös, verriet sie vor dem Start des Films: "Es ist so aufregend, die vielen Leute hier, und dass hier überall Bilder von mir hängen."

Doch der vierte Ostwind-Film eroberte das kleine, überwiegend weibliche Frankfurter Publikum im Sturm: Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal 5 des Metropolis-Kinos wurde mitgefiebert, viel gelacht und ein bisschen geweint. Und am Ende gab es minutenlangen Applaus.

Ostwind Premiere
Die Schauspielerinnen Hanna Binke, Luna Paiano und Regisseurin Theresa von Eltz (von links nach rechts) bei der Premierenfeier in Frankfurt. Bild © hr
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Ostwind 4: Kurzkritik

Als erwachsene Begleitperson pferdebegeisterter Mädchen würde man sich von Pferdefilm-Drehbuchautoren etwas mehr Varianz ihrer Grundmotive wünschen. Immer wieder taucht das rebellische Mädchen auf, das sich irgendwie selbst finden muss. Auch den Hof in finanziellen Schwierigkeiten, der vor einer Übernahme gerettet werden muss, gibt es immerhin schon seit den alten Immenhof-Filmen aus den 50er-Jahren.

Doch die in Nordhessen gedrehte Ostwind-Reihe ist ein Phänomen, das weiterhin bestens funktioniert. Das liegt neben einer großartigen Besetzung vor allem daran, dass die Filme sich auf ihren Hauptcharakter konzentrieren und dessen Entwicklung authentisch nachzeichnen. Unnötige Nebenplots gibt es nicht.

Außerdem ist auch Ostwind 4 wieder grandios gefilmt, kindgerecht spannend, hat aber auch viele humorvolle Momente. Wichtig: Man sollte zumindest Teil 3 gesehen haben, um den Anfang von Teil 4 zu verstehen. Fazit in jedem Fall: sehenswert.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 17.02.2019, 19.30 Uhr