Menschen stehen vor dem Eingang des Dialogmuseums in Frankfurt.
Bild © Dialogmuseum

Die Zukunft des Dialogmuseums in Frankfurt ist gesichert: Die Institution bekommt neue Räumlichkeiten in der Hauptwache. Einzug soll im Laufe des nächsten Jahres sein.

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Menschen mit Blindenstöcken stehen vor dem Eingang des Dialogmuseums.

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Aufatmen für 30 teils schwerbehinderte Mitarbeiter des Dialogmuseums in Frankfurt: Das Museum kann im nächsten Jahr Räume in der B-Ebene der Hauptwache beziehen und ist damit gerettet. Darauf haben sich Museum, Kulturdezernat, Stadtkämmerei und die Verkehrsgesellschaft VGF am Donnerstag geeinigt.

Das Dialogmuseum versucht Sehenden die Welt von blinden und stark sehbehinderten Menschen zu vermitteln. In Führungen durch teils tiefschwarze Räume kann man verkehrsreiche Straßen, ein Spaziergang über eine Brücke auf eine Wiese oder eine Bootsfahrt auf einem Fluss quasi als Blinder nacherleben. Nach Angaben des Kulturdezernats ist der neue Standort des Dialogmuseums in der Nähe des MOMEM ("Museum Of Modern Electronic Music"), das wohl frühestens im September kommenden Jahres in das ehemalige Kindermuseum einziehen wird. Die neuen Räumlichkeiten für das Dialogmuseum waren schon einmal im Gespräch, allerdings waren die angesetzten Nebenkosten dem Museum zu hoch.

VGF übernimmt Nebenkosten

Möglich war die Einigung nun, nachdem Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) zugesagt habe, die Nebenkosten zu übernehmen, teilte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) mit. Zudem habe sich die VGF bereit erklärt, statt 1.400 Quadratmeter Fläche nur 1.000 Quadratmeter zu vermieten.

Die Museumsbetreiber hatten zuvor erklärt, dass man nicht mehr Fläche brauche. "Wir freuen uns, dass ein so wichtiger kultureller Ort ins Herzen der Stadt kommt und gerettet werden konnte", erklärte Hartwig.

Museum erhält weiter Fördermittel

Das Museum hatte lange verzweifelt nach neuen Räumen gesucht. Seinen bisherigen Standort muss es am 22. Dezember schließen. Dann steht noch der Rückbau und die Übergabe an den Eigentümer - einen Immobilienfonds - an, weil der Mietvertrag endet. Seit 2005 verzeichnete die Institution nach Angaben von Geschäftsführerin Klara Kletzka bis Ende 2018 rund 920.000 Besucher. Besonders bei Schulklassen sei das Museum beliebt.

Der neue Standort soll laut Hartwig im Laufe des nächsten Jahres fertig sein. Die Kosten übernehme die VGF, der genaue Zeitpunkt des Einzugs steht noch nicht fest. Stadtkämmerer Becker sicherte aber die Fördersumme von 100.000 Euro im Jahr auch für die Zukunft zu.