Moses Pelham

Ein Solo-Album, ein Buch über sein Leben - Moses Pelham, seit Jahrzehnten Frankfurts Haus-und-Hof-Rapper, ist produktiv. Auf "Emuna" schlägt der 49-jährige Rapper ganz neue Töne an.

Audiobeitrag

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found "Ist es Dir eigentlich wichtig, dass Leute den richtigen Moses kennen?" Moses Pelham in YOU FM featuring FLEX FM

Moses Pelham
Ende des Audiobeitrags

"Ich bin ne lebende Legende und wär schon längst in Rente/ Wenn ich nur jemanden fände, der den Job machen könnte", so selbstbewusst rappte Moses Pelham vor fast 25 Jahren als Teil des Rödelheim Hartreim Projekts. Seitdem ist viel passiert. So viel, dass der 49-Jährige gerade ein Buch über sein Leben schreibt. Auch musikalisch ist von Rente keine Rede mehr: Am 6. März erscheint sein neues Soloalbum "Emuna".

"Den alten Moses gibt es nicht mehr"

Das Album setzt eine Entwicklung fort, die bereits vor mehreren Jahren begonnen hat, weg vom rebellischen Rap hin zu ernsthafteren Liedern. "Den alten Moses gibt es nicht mehr. Wenn du den hören willst, dann höre dir die alten Platten an", sagt Pelham.

Weitere Informationen

Moses Pelham bei YOU FM featuring FLEX FM

Donnerstag, 5.3.2020 , 22.00 - 00.00 Uhr
YOU FM featuring FLEX FM
Moses Pelham im Gespräch

Ende der weiteren Informationen

Insgesamt zwölf Tracks umfasst "Emuna", es bestechen eindringliche Texte, die zum Teil von Piano und Cello getragen werden. Ein Novum ist "Juli", eine reine Gesangsnummer, ohne Rap. Früher sei es ihm unangenehm gewesen, öffentlich zu singen, erzählt Pelham. "Aber ich habe keine Zeit mehr, mich zu genieren." Gesungen habe er schon, bevor er gerappt habe - als Kind gemeinsam mit seinem Vater. Härtere Töne schlägt Pelham etwa im Track "Backstein" an, der an die 1990er Jahre erinnert.

Xavier Naidoo und Sabrina Setlur

Schon als Teenager mit Musik erfolgreich

Pelham kam 1971 als Sohn eines US-amerikanischen Bluesmusikers und einer Versicherungskauffrau in Frankfurt auf die Welt. Als Zehnjähriger bekam er ein Schlagzeug geschenkt und tauschte es wenige Jahre später gegen Plattenspieler, Mischpult und Mikrofon. Schon als Teenager landete Pelham mit seiner ersten Solo-Single "Twilight Zone" in den deutschen Charts. Später gründet er "Pelham Power Productions", kurz "3p", die unter anderem Sabrina Setlur, Xavier Naidoo oder später Pelhams Band Glashaus produzierten.

Als Teil des 1993 gegründeten Rödelheim Hartreim Projekts gilt er als einer der Pioniere im deutschsprachigen Hip-Hop. Das Duo kommt - im Vergleich zu den braven Fantastischen Vier - mit einem aggressiven Gassenjargon daher. Es liefert Hits wie "Höha, Schnella, Weita" und macht den Frankfurter Stadtteil bundesweit bekannt. Der Name sei "aus Liebe zu Rödelheim, unserer Heimat" gewählt worden, erinnert sich der 49-Jährige. "Doch vielleicht haben wir dem Stadtteil auch einen Bärendienst erwiesen."

Moses Pelham

Goethe-Plakette und jahrzehntelanger Rechtsstreit

In den 1990er Jahren fällt Pelham mit negativen wie positiven Schlagzeilen auf. 1997 attackiert er auf einer Party Stefan Raab und bricht ihm die Nase. Ein Jahr später wird er mit dem Echo zum "Produzent des Jahres" gekürt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten läuft zudem ein Rechtsstreit zwischen Pelham und Kraftwerk. Pelham hatte 1997 einen zweisekündigen Rhythmus aus dem Kraftwerk-Titel "Metall auf Metall" ohne Erlaubnis benutzt und in Endlosschleife unter den Sabrina Setlur-Song "Nur mir" gelegt.

Peter Feldmann - Moses Pelham

Für seine Verdienste um seine Heimatstadt Frankfurt wurde Pelham 2017 mit der Goetheplakette ausgezeichnet. Über sein Leben schreibt er gerade gemeinsam mit dem Musikjournalisten Jan Wehn ein Buch. "Direkt aus Rödelheim" soll im Herbst erscheinen.