Skylines Serienstills

Nächste Schlappe für den Frankfurter Rapper und Musikproduzenten Cousin JMF: Das Oberlandesgericht sieht in der Netflix-Serie "Skylines" keine Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte. Trotzdem geht es mit Skylines wohl nicht weiter.

Fast wie im richtigen Leben: Die Serie "Skylines" des Streaming-Portals Netflix handelt von einem talentierten Rapper, der von einem Frankfurter Musiklabel namens "Skylines Records" entdeckt wird. Ein derart benamtes Label gibt es in der Stadt tatsächlich. Sein Inhaber, der Rapper Jan Lehmann alias Cousin JMF, erkannte sich und seine Firma in der Serie wieder und wollte die weitere Verbreitung per einstweiliger Verfügung stoppen.

"Ausreichend künstlerisch transzendiert"

Die hatte schon das Landgericht Frankfurt abgelehnt. Mit seiner Beschwerde gegen den Richterspruch ist Lehmann jetzt auch vor dem Oberlandesgericht (OLG) gescheitert. "Skylines" sei durch die Kunstfreiheit geschützt, urteilte das OLG laut einer Mitteilung vom Mittwoch.

Die Lebensläufe der Protagonisten und die Geschäftstätigkeit der Firma seien "ausreichend künstlerisch transzendiert" worden, sodass Serie und Wirklichkeit unterscheidbar blieben, begründeten die Richter ihr Urteil. Bestehende Übereinstimmungen seien vielmehr typisch für Künstlerkarrieren. Das Verbreitungsinteresse wiege schwerer als die Persönlichkeitsrechte des Klägers.

Keine zweite Staffel

Damit kann Netflix die sechs Folgen der ersten Staffel von "Skylines", die seit dem 27. September abrufbar sind, weiter zur Verfügung stellen. Eine zweite Staffel wird es nach jetzigem Stand gar nicht erst geben. Das hatte der Streaminganbieter Mitte November bekanntgegeben.

Über die Gründe schweigt sich Netflix aus. Abrufzahlen wurden nicht veröffentlicht. Schauspieler Edin Hasanovic, der in der Serie den Nachwuchs-Produzenten Jinn spielt, sagte zu der Absetzung der Serie: "Ich find's grad beschissen, sehr sehr sehr beschissen."

Sendung: hr-iNFO, 4.12.2019, 12:40 Uhr