An den alten Konsolen und Computeren darf gedaddelt werden
An den alten Konsolen und Computeren darf gedaddelt werden Bild © Heiko Schneider (hr)

Sie haben die Kindheit und Jugend vieler Menschen geprägt, heute stehen sie im Museum: die ersten Heimcomputer und Konsolen. In Offenbach hat ein Museum für Computergeschichte eröffnet.

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Screenshot: "Super Mario Bros."

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Es klimpert und klackert im "Digital Retro Park". An zahlreichen Computern und Bildschirmen sitzen Menschen und daddeln: den Computerspiele-Klassiker "Pong", "Pac Man" oder "Super Mario". Das Museum für Computer-Geschichte hat am Samstag in Offenbach eröffnet. Auf zwei Etagen und rund 200 Quadratmetern gibt es vieles zu sehen, was für viele Menschen zur Jugend gehörte: Computer aus den 70er Jahren, Arcade-Automaten und mehrere Generationen Spielekonsolen

"Mir ist noch so ein bisschen die Strategie eingefallen, wie man da vorgehen kann", sagt Carsten Blau, der "Space Invaders" zockt. Mit einem Joystick bewegt er sein Raumschiff von links nach rechts und haut dann mehrfach schnell auf eine Taste neben dem Joystick. "Aber man merkt dann auch, wo die Grenzen sind. Weil wenn man es lange nicht gespielt hat, ist man natürlich nicht vorne mit dabei." In die Highscore-Liste schafft er es nicht.

Ein Trip in die eigene Kindheit

Trotzdem strahlt er über das ganze Gesicht. Er hat sichtlich Spaß – und damit ist er nicht allein. "Das ist halt meine Jugend, meine Kindheit", erklärt auch Thorsten Reitz. Er schießt fleißig Fotos von den vielen Computern und probiert sie aus.

Genau so soll es sein, sagt Stefan Pitsch, der das Gedaddel grinsend beobachtet. "Der Grundgedanke unseres Museums ist wirklich, dass man die Dinge anfassen, erleben und damit auch begreifen kann. Wenn man einfach nur davor steht und eine langweilige Tafel liest – das bringt’s nicht."

Über zwei Jahrzehnte Computergeschichte

Stefan Pitsch ist Vorsitzender des Vereins Digital Retro Park – und genau so heißt auch das Museum, das der Verein in der Walter-Passage in der Offenbacher Innenstadt eröffnet hat. Ein Museum für Computergeschichte: vom Heimcomputer bis zu moderneren Videospielsystemen, Technik von 1976 bis Ende der 90er Jahre. Die meisten Geräte stammen aus dem Fundus der Vereinsmitglieder – und alle Exponate dürfen und sollen benutzt werden.

"Weil wir festgestellt haben: Die heutigen Nutzer, die nutzen ein Gerät, die haben die Oberfläche vom Gerät, aber die wissen nicht mehr, was darunter eigentlich passiert", so Pitsch. Anhand der alten Geräte soll genau das vermittelt werden. "Weil man dort wirklich noch Grundkonzepte erklären kann. Moderne Computer funktionieren eigentlich genauso wie die alten: die gleichen Nullen und Einsen – nur ein paar mehr davon."

Führungen für Schulklassen geplant

Rund sieben Jahre hat der Verein am Projekt Computermuseum gearbeitet und Spenden gesammelt. Jetzt hat es schließlich eröffnet. Die Finanzierung dafür steht zunächst für ein Jahr. Weil es ehrenamtlich betrieben wird, öffnet das Museum vorerst nur samstags. Unter anderem für Schulklassen soll es aber auch Sonderführungen geben.