Polizei Schlossgrabenfest
Die Polizei war in diesem Jahr mit deutlich mehr Personal auf dem Schlossgrabenfest vertreten. Bild © picture-alliance/dpa

Das neue Sicherheitskonzept beim Schlossgrabenfest in Darmstadt hat anscheinend gegriffen. Nach den massiven Ausschreitungen 2018 am Rande des Festivals hatten die Ordnungshüter diesmal kaum etwas zu tun.

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Blick auf die Merck-Bühne beim Schlossgrabenfest

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Schlossgrabenfest verläuft friedlich

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Kaum Ärger, ganz wenige Festnahmen: Nach vier sonnigen Tagen auf dem Darmstädter Schlossgrabenfest hat die Polizei am Montag ein durchweg positives Fazit gezogen. "Auch der letzte Tag ist wie erwartet friedlich zu Ende gegangen", sagte eine Polizeisprecherin zu hessenschau.de. Das angepasste Sicherheitskonzept sei aufgegangen. Die Ordnungshüter registrierten von Donnerstag bis Sonntag insgesamt überschaubare 13 Körperverletzungen und zehn Festnahmen - bei fast 400.000 Besuchern.  

Im Vergleich zu den letztjährigen Ausschreitungen am Rande des Open-Air-Festivals in der Wissenschaftsstadt eine mehr als erfreuliche Bilanz. Vor allem das verhängte Flaschenverbot im Herrngarten zeigte Wirkung. Das Verbot habe sich bewährt, sagte die Polizeisprecherin. Rückblende: Menschen aus einer größeren Gruppe bewarfen im vergangenen Jahr Polizisten nach Ende des Schlossgrabenfests mit Flaschen und Steinen. Mehrere Beamte erlitten Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin mehr als 150 Verfahren eingeleitet. In rund 30 Verfahren erhob sie Anklage. Ein 19-Jähriger wurde wegen Flaschenwurfs auf Polizisten bereits verurteilt.

33-Jähriger soll Mädchen sexuell belästigt haben

Die Festnahmen in diesem Jahr seien meist dem Alkohol geschuldet gewesen, berichtete die Polizeisprecherin. Die betroffenen Personen seien ausgesprochenen Platzverweisen nicht nachgekommen. Neben der erhöhten Polizeipräsenz schreckte offenbar auch die zusätzliche Videoüberwachung im Herrngarten und auf dem Luisenplatz mögliche Täter ab. Auf dem Festgelände selbst habe es fast gar keine Einsätze gegeben, erklärte die Polizeisprecherin weiter.

Für den einzigen betrüblichen Vorfall sorgte ein 33-Jähriger, der am Sonntag eine Elfjährige sowie mehrere Frauen unsittlich berührt haben soll. Bei dem Mann aus Kassel wird nun geprüft, ob er dem Haftrichter vorgeführt werden soll.

Auch die Veranstalter des Schlossgrabenfestes hoben nach vier Tagen den Daumen. Rund 390.000 Besucher kamen zur 21. Auflage des Groß-Events und damit etwas weniger als im vergangenen Jahr. Mehr als 100 Bands sowie DJs auf vier Bühnen hatten rund um das Residenzschloss für gute Stimmung unter dem Publikum gesorgt. Zu den bekanntesten Musik-Acts gehörten in diesem Jahr die HipHop- und Reggae-Formation Culcha Candela und der Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer Michael Schulte.

Sendung: hr-iNFO, 03.06.2019, 7.40 Uhr