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Audioseite "Fliegendes Künstlerzimmer" landet an der Lüdertalschule

Collage: ein Holzbau und eine Frau in einem unordentlichen büro

Ästhetische Bildung für Kinder und Jugendliche, für die Museen, Kinos und Theater sonst weit weg sind: Das ist die Idee des "Fliegenden Künstlerzimmers". Das Projekt verbindet ein Künstler-Stipendium mit schulischer Kunsterziehung und macht jetzt in Großenlüder Station.

Statt schäbiger Container, die als Provisorium viele hessische Schulhöfe verschandeln, steht auf dem Schulhof der Lüdertalschule in Großenlüder seit diesem Schuljahr ein schicker Holz-Bau: das 80 Quadratmeter große "Fliegende Künstlerzimmer".

Das mobile Wohn-Atelier ist für ein Jahr das Zuhause der Berliner Künstlerin Eva Funk. Sie wird an drei Tagen in der Woche hier leben und arbeiten, immer in Sichtweite der Schülerinnen und Schüler. Und sie soll mit ihnen arbeiten, das ist die Idee des Projekts, dessen Name an Erich Kästners Kinderbuchklassiker "Das fliegende Klassenzimmer" angelehnt ist.

Kartoffeln und Pantoffeln

Seit Beginn des neuen Schuljahres sind die Kinder bereits dabei. Das Thema "Heimat" steht im Mittelpunkt. Und es ist das "Jahr der Kartoffel". Deshalb haben die Schüler aus gelben Müllsäcken riesige Kartoffeln gebastelt, haben Ponchos mit Kartoffeldruck verziert und vieles mehr. Die zehnjährige Katy hat auf ein Plakat eine Botschaft geschrieben: "Iss lieber Kartoffeln anstatt Pantoffeln!"

Es geht beim Fliegenden Künstlerzimmer aber nicht nur um kreative Pausenbeschäftigung. Die künstlerischen Projekte sollen auch mit schulischen Inhalten verbunden werden, erklärt Eva Funk: "In Ethik ging es darum: Wie kann man Zeit empfinden? Da haben wir Wahrnehmungsübungen gemacht, aber auch Bilder gemalt mit Aquarell, wo jeder Atemzug ein Pinselstrich war. Ich gespannt, was noch auf mich zu kommt"

Kunst in den ländlichen Raum zu bringen, wo Kinder sonst wenig Zugang haben zu Museen, Theater, Ausstellungen - das findet Schulleiterin Antje Neiße eine grandiose Idee. Und sie sagt: "Uns ist wichtig, dass die Freude am Lernen, an der Schule nach der langen Corona-Abstinenz wieder bei den Schülern ankommt. Hier lernen sie, ohne es zu merken."

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Das Projekt

Initiiert wurde das "Fliegende Künstlerzimmer" von der Crespo Foundation. Die gemeinnützige Stiftung hat nach eigenen Angaben das Ziel, Menschen in den entscheidenden Phasen der Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und sie dazu zu motivieren, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Kooperationspartner sind das Hessische Kultusministerium und das Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Im Schuljahr 2021/22 ist das Projekt außer in Großenlüder auch an der Einhardschule in Seligenstadt (mit Druckgrafikerin Christina Wildgrube) und an der Emsbach-Schule in Niederbrechen (mit Performerin Claudia Sárkány) zu Gast.

Die Bewerbungsphase für das Schuljahr 2022/23 läuft noch bis November 2021.

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