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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frankfurter Buchmesse plant mit Publikum

"Signals of Hope" - könnte auch als Motto für die Buchmesse 2021 dienen.

Trotz der ungewissen Zukunft in der Corona-Pandemie soll die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr wieder vor echten Menschen stattfinden. Das Publikum darf dann sogar früher kommen als gewohnt.

"Die Frankfurter Buchmesse wird auch 2021 wieder ein wichtiger Ort der Begegnung sein", verkündete Juergen Boos am Montagmorgen etwas überraschend per Mitteilung. Überraschend, weil der Messechef das durchaus wörtlich meinte. Die internationale Bücherschau (20.-24. Oktober) soll demnach in diesem Jahr wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden. Und das, obwohl die Pandemie derzeit in praktisch allen Bereichen der Gesellschaft nur Fahren auf Sicht erlaubt.

Boos will die Ankündigung auch als Signal an eine leidende Branche verstanden wissen. Nach der rein digitalen Buchmesse 2020 "braucht" Frankfurt den direkten Kontakt, wie der Messechef mitteilte. "Weil sich Kreativität auf Begegnung und Austausch stützt und nicht zuletzt auf den Zufall." Und die Messe braucht auch das Geld: Die Buchmesse des vergangenen Jahres dürfte mit einem Rekordverlust in die Geschichte eingehen. Wie hoch dieser ausfiel, ist nach Angaben der FAZ (Montag) noch nicht bekannt - dürfte aber im zweistelligen Millionenbereich liegen und führt nach Angaben der Buchmesse auch zu Stellenstreichungen. Die FAZ berichtete zuerst über die diesjährigen Pläne.

Niedrigere Gebühren für Aussteller

Doch wie plant man eine Publikumsveranstaltung mit sieben Monaten Vorlauf in einer Zeit, in der heute noch nicht klar ist, ob man morgen zum Friseur gehen darf? Das Zauberwort lautet Flexibilität. "Angepasste Teilnahmebedingungen, großzügige Stornobedingungen und unser flexibles Programm" nennt Boos als Argumente für die potenziellen Aussteller.

Seine Botschaft: Wer mitmacht, geht wenig Risiko ein und hat Aussicht auf hohen Ertrag. Zumal die Mittel aus einem bundesweiten Förderprogramm zur Aufbauhilfe der Kultur direkt den Ausstellern zugutekommen sollen: Es sei mit "deutlich günstigeren Standpreisen" zu rechnen.

Hybrid aus Präsenz und digitalem Angebot

Geplant ist die Buchmesse als Präsenzveranstaltung mit ergänzenden digitalen Angeboten. Mehr verrät Boos zu diesem Zeitpunkt noch nicht, das wäre sieben Monate vor Beginn der Veranstaltung auch illusorisch. Der Messechef verspricht jedoch, dass die Buchmesse höchsten Gesundheitsstandards entsprechen werde. Programm und Ablauf könnten jederzeit an das Pandemiegeschehen angepasst werden.

Weitere Informationen

Präsenzmesse

Die Messehallen 3, 4 und 6 sollen ebenso belegt werden wie das Forum und die Festhalle, die derzeit als Impfzentrum fungiert. Die Präsentation des Ehrengastes Kanada bleibt im Forum, Ebene 1. In der Festhalle wird mit der ARD und weiteren Medienpartnern erneut eine große Bühne bespielt - alle Veranstaltungen sollen live gestreamt werden, wie die Buchmesse ankündigte.

Ende der weiteren Informationen

Ehrengast der diesjährigen Buchmesse ist Kanada. Bis Ende Mai können sich potenzielle Aussteller noch anmelden. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Wiederbegegnung" (re:connect). Passend dazu kündigte Boos an, dass die Messe dieses Mal schon am Freitag für das Publikum geöffnet sein werde. Bisher waren lediglich Samstag und Sonntag Publikumstage, die Tage davor sind den Fachbesuchern vorbehalten.

Sendung: hr-iNFO, 08.03.2021, 10 Uhr