DAM-Ausstellung "Fahr Rad!"
Das weltgrößte Fahrradparkhaus am Bahnhof in Utrecht/Niederlande. Hier passen bald 12.500 Räder rein. Bild © Ector Hoogstad Architecten – Petra Appelhof

Verstopfte Straßen, Feinstaub, Lärm: Städte wie Frankfurt scheinen im Autoverkehr zu ersticken. Eine Ausstellung im Deutschen Architekturmuseum zeigt Auswege aus der Misere. Der Titel ist Programm: "Fahr Rad!"

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Die Niederlande gelten als klassisches Fahrradland: Statistisch gesehen besitzt jeder Einwohner ein Fahrrad, es gibt zweimal so viele Räder wie Autos. Utrecht, die viertgrößte Stadt des Landes, gehört dabei zu den fahrradfreundlichsten. Etwa 125.000 Menschen treten hier jeden Tag in die Pedale, bei rund 345.000 Einwohnern ist das über ein Drittel der Bevölkerung.

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Wo? Wann?

Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt
Die Ausstellung ist vom 21. April bis 2. September zu sehen.

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Warum ist das so? Die Fahrradwege sind gut ausgebaut und sicher - so gut und sicher, dass es in der Innenstadt inzwischen Fahrrad-Parkplatzprobleme gibt. Eine riesige Garage soll Abhilfe schaffen: In dem neuen Fahrrad-Parkhaus am Utrechter Bahnhof sollen 12.500 Räder Platz haben, verteilt auf drei Etagen, es wird die größte Fahrrad-Tiefgarage der Welt.

Fahrradwege als Teil einer Gesamtstrategie

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Utrecht ist Teil der Ausstellung "Fahr Rad! Die Rückeroberung der Stadt" im Deutschen Architekturmuseum. Die Schau stellt anhand von acht Städten - von Kopenhagen über New York bis Karlsruhe - beispielhafte Wege vor, wie Innenstädte sauberer und lebenswerter gemacht werden können.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausstellung: Fahrradfahren für lebenswerte Städte

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Der Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur muss dabei nach Ansicht der Ausstellungsmacher mit einem besseren öffentlichen Nahverkehr, mehr Einzelhandel, Grünstreifen und attraktiven öffentlichen Plätzen einhergehen - wie im dänischen Kopenhagen: Die Stadt hat den gesamten Bereich um den Hauptbahnhof neu gestaltet und auf Fußgänger und Radfahrer ausgerichtet. Zugleich wurden die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs darauf abgestimmt.

Karlsruhe als deutsches Positiv-Beispiel

Dass das auch in Deutschland geht, zeigt das Beispiel Karlsruhe: Die badische Stadt hat den Anteil des Radverkehrs in wenigen Jahren auf 25 Prozent gesteigert. Stadtplanung und Rad-Infrastruktur wurden dabei eng miteinander verzahnt. Jeder in der Stadt soll per Rad nur fünf Minuten brauchen, um die täglichen Dinge des Lebens erledigen zu können.

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Anregendes, Aufregendes, Spannendes und Unerhörtes rund um die Kultur des Fahrradfahrens.

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Für das Ruhrgebiet wird positiv der Radschnellweg RS1 vermerkt, der in den kommenden Jahren auf eine Länge von mehr als 100 Kilometern ausgebaut werden soll.

Numerisch sind Fahrräder dem Auto übrigens auch in Deutschland inzwischen weit überlegen. Hierzulande gibt es rund 72 Millionen Räder - rund 80 Prozent aller Menschen haben eines, wie eine Statistik in der Ausstellung belegt. Dagegen gibt es nur rund 47 Millionen Pkw.