Wort des Jahres 2019

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat in Wiesbaden die Top Ten der Wörter des Jahres gekürt.

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Das Wort des Jahres 2019 ist "Respektrente". Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekannt gegeben. Der Begriff belegt Platz eins auf der Top-Ten-Liste der Wörter des Jahres. Dieser Begriff bezeichne eine Grundrente für Menschen, die nach 35 Arbeitsjahren dennoch nicht von ihrer regulären Rente leben können. Er wird hauptsächlich mit Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Verbindung gebracht.

Die Wörter des Jahres 2019

  1. Respektrente
  2. Rollerchaos
  3. Fridays for Future
  4. Schaulästige
  5. Donut-Effekt
  6. brexitmüde
  7. gegengoogeln
  8. Bienensterben
  9. Oligarchennichte
  10. Geordnete-Rückkehr-Gesetz

Auf dem zweiten Platz landete "Rollerchaos". E-Roller hätten sich in vielen deutschen Städten zu einem Problem entwickelt, da sie häufig rücksichtslos genutzt und unkontrolliert abgestellt würden, teilte die GfdS mit. Mit "Fridays for Future" kam ein Anglizismus auf den dritten Platz, der "wie kein anderer Ausdruck" für eine junge Generation stehe, die bereit sei, für ihre Zukunft auf die Straße zu gehen.

Der neu gebildete Begriff "Schaulästige" ist für die Jury eine originelle Zusammenziehung von schaulustig und lästig. Der "Donut-Effekt" sei in diesem Jahr häufiger zu lesen gewesen und beschreibe die Verödung der Innenstädte. Wie bei einem Donut-Gebäck entstehe in der Mitte ein Loch.

Der kein Ende nehmende Austritt Großbritanniens aus der EU machte die Menschen nach Einschätzung der GfdS-Jury "brexitmüde". Die Bereitschaft, nicht alles ungeprüft hinzunehmen, bringe das Verb "gegengoogeln" zum Ausdruck. Der Begriff "Bienensterben" spricht für sich.

Mit der "Oligarchennichte" griffen die Sprachexperten ein Thema auf, das vor allem Österreicher bewegte. Die angebliche Nichte eines russischen Oligarchen ist eine Hauptfigur der Ibiza-Affäre, über die der rechtspopulistische österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache stolperte. "Geordnete-Rückkehr-Gesetz" versuche, den Titel "Zweites Gesetz zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht" zu popularisieren.

Das Wort des Jahres wird seit 1977 regelmäßig gekürt. Gesucht werden Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres nach Ansicht der Jury sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

"Respektrente" löst "Heißzeit" ab

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Im vergangenen Jahr gewann "Heißzeit", 2017 hatte es "Jamaika-Aus" an die Spitze geschafft. Für einen Platz auf der Liste ist laut GfdS nicht die Häufigkeit entscheidend, sondern die Signifikanz und Popularität.

Die Sprachwissenschaftler sehen ihre Auswahl als Beitrag zur Zeitgeschichte. Die ausgewählten Wörter und Wendungen seien aber mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

Sendung: hr-iNFO, 29.11.2019, 10.40 Uhr