Die Fantastischen Vier posieren mit dem Jacob-Grimm-Preis
Die Fantastischen Vier posieren mit dem Jacob-Grimm-Preis Bild © picture-alliance/dpa

"Meine Stärke ist der Sprechgesang…." – Die Hip-Hopper Die Fantastischen Vier haben in Kassel den Jacob-Grimm-Preis für ihren innovativen Umgang mit der deutschen Sprache bekommen. Auch eine Frankfurter Initiative wurde geehrt.

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Seit fast 30 Jahren reimen sie sich die Welt zurecht und ihr Innerstes nach außen: Nun haben die Musiker Michael Schmidt (Smudo), Thomas Dürr (Thomas D.), Michael Beck und Andreas Rieke (And.Ypsilon) alias Die Fantastischen Vier in Kassel den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für ihre Rolle als "Wegbereiter einer neuen deutschen Musikgeschichte" erhalten.

Rap auf Deutsch - die richtige Entscheidung

Die Rapper hätten Deutsch in einem jungen Genre der Popmusik populär gemacht – und das zu einer Zeit, als Sprechgesang noch ausschließlich mit der englischen Sprache verbunden war, so die Begründung des Vereins Deutsche Sprache, die den Jacob-Grimm-Preis verleiht. Der Preis der "alten Märchenerzähler für diese jungen Märchenerzähler" sei genau das richtige, erklärte Bandmitglied Thomas D. Die Auszeichnung ist nach einem der Brüder Grimm benannt. Bandkollege Michael Schmidt (Smudo) sagte, die Auszeichnung sei ein ganz besonderer Preis für die Gruppe. "Es war die absolut richtige Entscheidung, damals auf Rap in deutscher Sprache zu schwenken", sagte er.

Die vier Musiker blicken auf zahlreiche Charterfolge mit deutschem Sprechgesang zurück. Zu den größten Hits zählen etwa "Die da", "MFG - mit freundlichen Grüßen" oder "Troy". Die in Stuttgart beheimatete Band wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zuletzt im April mit dem Medienpreis der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS).

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Live-Auftritt der Fantastischen Vier

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Preis für Handy-weg-Kampagne

Ein weiterer Preis ging an das Netzwerk Frühe Hilfen des Jugend- und Sozialamts der Stadt Frankfurt für die Kampagne "Sprechen Sie lieber mit ihrem Kind" – ein Appell an Eltern, öfter mal das Smartphone aus der Hand zu legen und mental bei den Kindern anwesend zu sein. Die Initiative erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis. Die Kampagne werde aus Anlass der Preisverleihung wiederholt werden, kündigte die Mitinitiatorin Astrid Kerl-Wienecke an.

Kampagnenplakat Frankfurt
Kampagne "Sprechen sie lieber mit ihrem Kind" in Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa

Auch das Bundessprachenamt des Verteidigungsministeriums, das Sprachlehrgänge in über 50 Sprachen für Soldaten, Bundes- und Landesbedienstete anbietet, wurde ausgezeichnet. Die Behörde erhielt den Institutionenpreis Deutsche Sprache.

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Jacob-Grimm-Preis

Der seit 2001 verliehene Kulturpreis Deutsche Sprache ist einer der höchstdotierten deutschen Sprachpreise und besteht insgesamt aus drei Auszeichnungen. Den Jacob-Grimm-Preis erhielten bisher unter anderem Udo Lindenberg, Loriot und zuletzt der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Verliehen wird die Ehrung von der Eberhard-Schöck-Stiftung und dem Verein Deutsche Sprache (VDS) in Zusammenarbeit mit der Stadt Kassel. Dort findet regelmäßig die Preisverleihung statt. Der Preis ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

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