Shantel und das "Bucovina Club Orkestar"
Shantel und das "Bucovina Club Orkestar" Bild © Tsungam: "Shantel & Bucovina Club Orkestar auf der Detmolder Sommerbühne 2015", Wikimedia.org, CC-BY-SA 4.0

Die Bucovina-Club-Partys im Frankfurter Schauspielhaus haben ihn und seinen Balkan-Pop bekannt gemacht: Am Tag der Deutschen Einheit treten Shantel und Band auf dem Bürgerfest in Frankfurt auf. Warum das Konzert perfekt zur aktuellen Flüchtlingsdebatte passt, erklärt Shantel im Interview.

Der Auftritt am Abend des 3. Oktober auf dem Bürgerfest zu den Feiern "25 Jahre Deutsche Einheit" in Frankfurt ist für Shantel und das "Bucovina Club Orkestar" einer der wichtigsten des Jahres. Live werden sie ihr neues Album "Viva Diaspora" präsentieren. Dabei wollen sie in der aktuellen Flüchtlingsdebatte eine Lanze brechen für das Einwanderungsland Deutschland.

hessenschau.de: Sollten wir den Tag der Deutschen Einheit in diesem Jahr überhaupt feiern vor dem Hintergrund des Flüchtlingsthemas?

Shantel: Das ist ein geschichtliches Jubiläum, von daher auch feiernswert. Als Frankfurter Künstler werde ich auf meine Art und Weise einen Beitrag leisten. Ich hatte die Wiedervereinigung seinerzeit durchaus kritisch betrachtet. Das ging mir damals viel zu schnell.

hessenschau.de: Wird Ihr Publikum während Ihres Auftritts am 3. Oktober in Frankfurt ein politisches Statement von Ihnen hören?

Shantel: An diesem Abend sollten die Menschen ja auch feiern. Mein Standpunkt ist: Wir sind eine Band aus Frankfurt mit relativ großem internationalen Radius. Unser Sound klingt alles andere als deutsch. Wir sind eigentlich genau das Gegenteil des deutschen, popkulturell relevanten Sounds. Dieser Pluralismus, den wir repräsentieren, steht auch für das andere, weltoffene, kosmopolitische Deutschland. Das wollen wir abfeiern. Ich will an dem Abend eine Lanze brechen für das Einwanderungsland Deutschland. So klingt auch meine Band. Das ist eigentlich ein starkes politisches Statement.

hessenschau.de: Sie werden mit dem "Bucovina Club Orkestar" am 3. Oktober das neue Album "Viva Diaspora" präsentieren. Wie definieren Sie "Diaspora"?

Shantel: Diaspora ist das griechische Wort für Verstreutheit. Es beschreibt für mich jegliche Form von kultureller Minorität. Menschen, die aufgrund von Verfolgung, Vertreibung ihr Heimatland verlassen, um in der Fremde ein neues Leben zu beginnen. Das ist brandaktuell.

hessenschau.de: Worum geht es musikalisch auf "Viva Diaspora"?

Shantel: Es ist ein spannender Roadmovie geworden, darauf ausgerichtet, 24 Stunden in einer europäischen Metropole auf subjektive Art und Weise musikalisch wiederzugeben. Natürlich hat das auch tiefe und melancholische Momente.

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Shantel

Stefan Hantel alias Shantel ist 1968 geboren und in Hanau aufgewachsen. Im Frankfurter Schauspielhaus hat er jahrelang die erfolgreichen "Bucovina-Club-Partys" mit Gypsi- und Balkanbeats veranstaltet. Mit dem "Bucovina Club Orkestar" ist er weltweit auf Tour. Auf dem Fest zur Deutschen Einheit in Frankfurt am Samstag, 3. Oktober, gastiert er mit seiner Band ab 22 Uhr auf der Bühne an der Hauptwache.

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