Sneaker-Designer Remi Penkalla

Coole Motive auf weißen Ledersneakern. Remi Penkalla aus Lohfelden ist Industrielackierer und gestaltet Turnschuhe auf Kundenwunsch. So schafft er Unikate für die Füße.

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Turnschuhe im Regal auf dem weißen Fliesenboden, Turnschuhe in Kartons, Turnschuhe auf und über dem Schreibtisch, Bilder mit Turnschuhen an den Wänden - das Büro von Remi Penkalla aus Lohfelden lässt wenig Zweifel daran, wofür sich der 41 Jahre alte Industrielackierer interessiert: Turnschuhe. Genau genommen: weiße Sneaker. Denn die verziert er mit Motiven auf Kundenwunsch.

Modellautos, Handyhüllen und dann Sneaker

Der Familienvater hat sich schon immer für Farben interessiert. Mit Airbrush-Technik gestaltet er Modellautos und Handyhüllen - warum nicht auch Turnschuhe? Das erste Paar entsteht, als Penkalla passende Sneaker zu seiner goldenen Trainingsjacke sucht und im Laden nicht findet. Er entwirft sie einfach selbst, der Swoosh an der Seite wird kurzerhand golden nachcoloriert, der Schuh zur Jacke ist geboren.

Das spricht sich herum, Familie und Freunde fragen an, Penkalla kauft Lederfarben und Pinsel, verfeinert seine Technik und recherchiert im Internet nach anderen Sneaker-Designern. Er träumt davon, noch mehr Schuhe zu gestalten: "Ich hatte den Wunsch immer im Kopf, aber die Zeit hat gefehlt. Irgendwann hat meine Frau gesagt: Mach das doch einfach, das ist doch eine coole Idee."

Sneaker-Designer Remi Penkalla

Star Wars-Sneaker: zwei Schuhe, zwei Seiten

Seit einem Jahr bemalt er Turnschuhe auf Kundenwunsch. "Kruldesign" hat er seine Manufaktur genannt. Krul ist das polnische Wort für König, die Botschaft ist klar: Penkalla bietet königliches Design für Turnschuhe. Zwei Wochen braucht er für ein Paar, die Gestaltung bespricht er vorher ausführlich mit seinen Kunden.

Zuletzt hat er ein Paar High-Top-Sneaker für Carsten Sinning gestaltet. Der Star-Wars-Fan ist durch einen Kumpel auf Penkallas Arbeiten aufmerksam geworden und hat zum ersten Termin neben seinen Schuhen eigene Motive mitgebracht. Penkalla zeigt, wo Platz für die gewünschten Elemente ist und fragt lieber nochmal genauer nach: "Storm Trooper, der Todesstern oder doch lieber der Schriftzug?"

Gemeinsam gehen die beiden Männer die Motive durch. Die Idee: Der rechte Schuh soll für die dunkle Seite der Macht stehen, der linke für die helle. Sinning ist begeistert. 180 Euro wird er für die personalisierte Gestaltung der Sneaker bezahlen, für die Vitrine ist ihm der Schuh trotzdem zu schade - er will ihn auf jeden Fall tragen.

Sneaker-Designer Remi Penkalla

Schuhe bemalen statt Kneipe und Bier

Penkalla möchte dabeibleiben und noch mehr Schuhe verschönern. Dass Menschen seine Werke an ihren Füßen präsentieren, macht ihn stolz: "Andere gehen in die Disko oder in die Kneipe und trinken Bier, ich gehe runter in mein Büro und bemale Schuhe."

Sollte Penkalla seinen Job als Industrielackierer irgendwann an den Nagel hängen und sich für einen Fulltime-Job als Sneaker-Designer entscheiden, hat er schon eine Mitarbeiterin. Seine Tochter Luana ist vier und bereits mit Farbe und Pinsel eifrig dabei.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 01.03.2020, 19.30 Uhr