Entwurf für das Ernst-Museum in Wiesbaden

In der Wiesbadener Wilhelmstraße haben die Bauarbeiten für ein neues Kunstmuseum begonnen. Künftig soll dort die Sammlung des Unternehmers Reinhard Ernst präsentiert werden. Dieser finanziert auch den Neubau.

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hs
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Nach jahrelangen Diskussionen war es am Freitag so weit: In Wiesbaden war Spatenstich für das Museum Reinhard Ernst. 60 Millionen Euro wird der Neubau insgesamt kosten.

Entwurf eine Stararchitekten

Getragen werden die kompletten Kosten für Bau und Betrieb von der privaten Reinhard-und-Sonja-Ernst-Stiftung - ohne Zuschüsse. "Das ist wahrscheinlich einzigartig in der neueren Geschichte Deutschlands", sagte Oberbürgermeister Gerd-Uwe Mende (SPD).

Die Stadt Wiesbaden ist aber nicht un beteiligt: Sie stellte das Grundstück in Toplage an der Wilhelmstraße 1 zur Verfügung. Ende 2017 hatten Stadtverwaltung und Stiftung eine Pachtvertrag über 99 Jahre geschlossen. Die Stiftung zahlt symbolisch einen Euro pro Jahr. Im Juni 2019 gaben dann Magistrat und Bauausschuss endgültig grünes Licht für den Neubau.

Bis Mitte 2022 sollen die Arbeiten an dem Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 8.000 Quadratmetern abgeschlossen sein. Entworfen wurde das neue Wiesbadener Museum vom mittlerweile 90-jährigen japanischen Stararchitekten Fumihiko Maki.

Aus dem Depot ins Licht der Öffentlichkeit

Reinhard Ernst

Künftig wird es die auf einen Gesamtwert von 60 Millionen Euro geschätzte Sammlung vornehmlich abstrakter Kunst des Limburger Unternehmers Reinhard Ernst beherbergen, die auch von renommierten Experten als "museumswürdig" eingeschätzt wird. Ernst, der sein Vermögen unter anderem mit der Herstellung von Spezialantrieben, die auch in der Weltraumfahrt Verwendung finden, gemacht hat, gilt weltweit als einer der wichtigsten Sammler zeitgenössischer Kunst.

Seine Sammlung umfasst rund 800 Werke, die künftig auf einer Ausstellungsfläche von 2.000 Quadratmetern präsentiert werden können. Derzeit sind die meisten Kunstwerke noch in einem Depot untergebracht.

Sammlung RE Wiesbaden

20.000 Besucher pro Jahr erwartet

Mit dem Baubeginn endet für Wiesbaden eine jahrelange Debatte um einen Museumsneubau und die Nutzung des Geländes an der Wilhelmstraße. Ursprünglich hatte Wiesbaden an gleicher Stelle ein Stadtmuseum bauen wollen. Das Projekt hatte sich aber aus Kostengründen zerschlagen. In einem Bürgerbeteiligungsverfahren hatte sich schließlich der Vorschlag des privat finanzierten Kunstmuseums durchgesetzt.

Die Stadt rechnet mit bis zu 20.000 Besuchern pro Jahr. Ernst hatte das Museum ursprünglich der Stadt Limburg schenken wollen und dafür schon konkret das dortige ICE-Gebiet an der A3 ins Auge gefasst. Doch die Stadt lehnte ab. Da zwei von Ernst gegründete Unternehmen in Limburg für Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze sorgen, hatte der Unternehmer einen städtischen Beitrag zu den Betriebskosten des Museums gewünscht.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 30.08.2019, 19.30 Uhr