Stadtentwicklung darf nicht nur Politikern, Projektentwicklerinnen und Architekten überlassen werden, sagen zwei Initiativen in Frankfurt und Kassel. Sie laden die Stadtbevölkerung zum Mitreden ein.

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Mut zur Utopie: Die Stadt der Zukunft

Blick aus der Vogelperspektive auf eine Straße mit Menschen, Fahrrädern und Ständen.
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Zu viele Autos, zu weite Wege, zu teure Wohnungen: Viele Stadtbewohnerinnen und -bewohner haben das Gefühl, sie müssten sich mit den Gegebenheiten der Stadt arrangieren, wie sie von Politikern und Investoren geplant werden.

Doch zunehmend finden sich Menschen, die das nicht hinnehmen wollen. Sie wollen bei der Gestaltung "ihrer" Stadt mitreden, auch wenn sie nicht vom Fach sind, also keine Architekten oder Stadtplaner. Das Ziel von Initiativen wie "Making Frankfurt" oder "Mapping Utopia" in Kassel: eine lebenswerte Stadt für alle.

"Making Frankfurt" kämpft für den autofreien Mainkai

2020 machte die Initiative "Making Frankfurt" zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Die mehrwöchige Sperrung des Mainkais für Autos sollte zeigen, was an einem solchen Ort mitten in der Stadt möglich ist: Ruhige Grünflächen, die zum Verweilen einladen. Anlieger und Besucherinnen, die von der Ruhe und der besseren Luft profitieren und Fußgänger, Rad- und Rollerfahrerinnen, die sicher von A nach B kommen.

Die Aktion damals polarisierte, auch weil der Auto-Verkehr sich andere Wege durch die Stadt suchte. Trotzdem bleibt der autofreie Mainkai ein zentrales Projekt von "Making Frankfurt". Er soll eine Blaupause sein für eine Fahrrad- und Fußgängerfreundliche Innenstadt, für mehr gemeinwohlorientierte Nutzungsmöglichkeiten und Aufenthaltsorte.

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Mainkai-Werkstatt

Ab Freitag, 22. Juli bis 4. September auf dem Grundstück zwischen Historischem Museum und Mainkai 21.

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Mit einer offenen Werkstatt soll das Projekt in diesem Sommer vorangetrieben werden: Auf einem brachliegenden Grundstück am Mainkai kann in den nächsten Wochen jeder seine Ideen und Wünsche an die Stadt äußern und diskutieren. Außerdem können Pflanzbeete und Möbel gebaut und ein Garten gestaltet werden.

"Mapping Utopia" entwirft Visionen für Kassel

Junge Leute steh und hocken auf einem riesigen Stück Papier und schreiben darauf.

Städtpläne und Landkarten bilden unumstößliche Tatsachen ab: Was in Beton gegossen oder in Stein gehauen ist, ist unverrückbar - oder? Im Theaterprojekt "Mapping Utopia" des Staatstheaters Kassel geht es darum, existierende Stadtpläne und Gegebenheiten in Frage zu stellen.

Theaterpädagogin Sabine Keller nennt Beispiele, welche Fragen dazu Denkanstöße geben können: "Arbeitest du in deinem Stadtteil? Gibt es bei dir fußläufig einen Spielplatz? Wie oft benutzt du in der Woche die öffentlichen Verkehrsmittel? Gehst du in einer Parkanlage in deinem Stadtteil picknicken?"

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Mapping Utopia

Dienstag, 19. Juli, und Donnerstag, 21. Juli, 20.15 Uhr im Staatstheater Kassel.

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Die Besucher sollen eigene Wünsche an die Stadt formulieren, in der sie leben oder leben möchten. Die 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts haben sich darauf vorbereitet, diese Ideen mit den Theaterbesuchern zu diskutieren.

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