Zwei Menschen stoßen mit Bierflaschen an.

Vielerorts steigen in Hessen wieder die Corona-Infektionszahlen. Die Städte versuchen gegenzusteuern: So dürfen in Frankfurt die Kultursommergärten jetzt nur mit 250 statt mit 1.000 Personen stattfinden.

Die für Frankfurt geplanten Kultursommergärten dürfen in nur abgespeckter Form stattfinden. Das hat eine Sprecherin des Gesundheitsdezernats Frankfurt am Mittwochnachmittag auf Anfrage des Hessischen Rundfunks mitgeteilt. Statt bis zu 1.000 Besuchern dürfen zu den Freiluftveranstaltungen mit Musikern und Künstlern aus der Frankfurter Clubszene nur maximal 250 Personen kommen.

Zu viele Covid-19-Infektionen in Frankfurt

Grund seien die gestiegenen Infektionszahlen in Hessen. In den vergangenen sieben Tagen hätten sich in Frankfurt kumulativ mehr als 20 Personen pro 100.000 Anwohnern mit Covid-19 infiziert, so die Sprecherin. Seit Mittwoch befinde sich Frankfurt bei den Fallzahlen an Neuinfektionen in der Stufe 2 des Eskalationskonzeptes des Landes Hessen. Am Donnerstag will die Stadt über das weitere Vorgehen und mögliche Gegenmaßnahmen informieren. Auch Offenbach, Wiesbaden und Kassel hätten die vom Land festgelegten Corona-Schwellenwerte inzwischen überschritten. Veranstaltungen von mehr als 250 Personen könne man daher zurzeit nicht genehmigen.

Start mit 250 Gästen: "Wir ziehen das trotzdem durch"

Von der gedrosselten Besucherzahl wollen sich die Veranstalter aber nicht unterkriegen lassen. So solle die erste geplante Veranstaltung der Reihe "Frankfurter Kultursommergärten" trotzdem am 21. August stattfinden, sagte Robert Mangold, Fachbereichsvorsitzender Gastronomie des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga Hessen. Und zwar auf dem Außengelände des Tanzhauses West im Gutleutviertel.

Auftreten wird die Urban Club Band, die man aus dem Club Gibson in Frankfurt kennt. "Wir ziehen das trotzdem durch", sagte Mangold am Mittwochnachmittag dem hr. Man habe in den letzten Wochen intensiv an Hygiene- und Programmkonzepten gearbeitet. Außerdem habe man bereits mit dem Online-Kartenverkauf gestartet. Das Kartenkontingent müsse jetzt eben auf 250 reduziert werden.

Keine Tanzveranstaltung, sondern großer "Musikbiergarten"

Die Kultursommergärten sollen als Ausgleich für die wegen der Pandemie geschlossenen Clubs fungieren. Veranstaltungsorte sind die Außenanlagen dreier Clubs: Tanzhaus West im Gutleutviertel, Batschkapp in Seckbach und "Das Bett" im Gallus. Das jeweilige Programm soll in Kooperation mit verschiedenen Clubbetreibern Frankfurts stattfinden, so Robert Mangold.

Die Sommergärten seien allerdings keine Tanzveranstaltung, sondern sollen mehr an einen großen "Musikbiergarten" erinnern. Daher gebe es auch keine Tanzfläche, sondern nur zugewiesene Tische, die mit dem gebotenen Mindestabstand voneinander entfernt stünden. Tickets seien daher auch nur mit Reservierung auf den jeweiligen Internetseiten der Veranstaltungsorte erhältlich, erklärt Mangold. Außerdem gebe es vermehrt Händedesinfektionsmittel und eine Maskenpflicht - zum Beispiel auf dem Weg zur Toilette.

Kultursommergärten sollen der Künstlerbranche in der Krise helfen

Eigentlich wollte die Stadt für die Kultursommergärten öffentliche Plätze in der Frankfurter Innenstadt zur Verfügung stellen. Zum Beispiel an der Weseler Werft. Wegen des Lärmaufkommens wendeten sich allerdings zahlreiche Anwohner dagegen. Auch der Roßmarkt fiel als Veranstaltungsort weg, weil dort in den kommenden Wochen mehrere Demonstrationen angemeldet seien, so eine Sprecherin der Stadt Frankfurt.

Mit den Kultursommergärten soll der Künstlerbranche in der Corona-Krise geholfen werden. Stadt und Veranstalter erhoffen sich davon, eine gute Alternative zu unkontrollierten Zusammenkünften wie zuletzt auf dem Opernplatz schaffen zu können. Die Stadt Frankfurt unterstützt das Projekt aus Mitteln der Tourismusabgabe.

Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 21.08.2020, 19.30 Uhr