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Schluss mit Halloween-Parties auf Burg Frankenstein

Die Burg Frankenstein in Mühltal ist bekannt für gruselige Halloween-Parties. Ab 2024 soll damit Schluss sein, denn der Landesbetrieb Bau und Immobilien plant Sanierungsarbeiten. Grabesruhe auf Burg Frankenstein - das müsste nicht sein, sagt der Pächter.

Frankenstein - der Name verpflichtet. Viele verbinden ihn mit der monströsen Figur, die die englische Schriftstellerin Mary Shelley 1818 erfunden hat. Auch wenn es nur sehr dünne Belege dafür gibt, dass ausgerechnet die Burg im Odenwald Shelly inspiriert hat: Auf Burg Frankenstein hat man das Gruseln zum Markenzeichen gemacht. Seit 1977 findet hier eines der größten Halloween-Feste Deutschlands statt.

Doch damit könnte es ab 2024 vorbei sein. Die ganze Anlage ist renovierungsbedürftig. Die Mauern bröckeln und vor allem das Restaurant aus den 1970er Jahren muss dringend saniert werden. In diesem Punkt sind sich der Landesbetrieb Bau und Immobilien als Besitzer und der Pächter der Anlage, der Gastronom Ralph Eberhardt, einig.

Ab 2024 alles dicht

Doch muss die Burg für die Bauarbeiten wirklich komplett geschlossen werden? Seit Monaten gab es Gespräche mit dem Ziel, dass Veranstaltungen wie das Halloween-Spektakel oder auch das Kulturfestival im Sommer auch während der Bauarbeiten stattfinden können. Gerade die Sanierung des Restaurants könnte frühestens 2026 beginnen, weil die Arbeiten ausgeschrieben werden müssen.

Ende August dann der Schock für Pächter Eberhardt: Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen will während der mehrere Jahre dauernden Sanierung gar keine Veranstaltungen mehr zulassen. Der Ende 2023 auslaufende Pachtvertrag für Restaurant und Burg soll deshalb nicht verlängert werden.

Großveranstaltung vs. Baustelle

"Ohne einsatzfähige Küche und sanitäre Anlagen sind neben dem Gastronomiebetrieb auch Veranstaltungen auf dem Burgareal nicht umsetzbar", argumentiert der Landesbetrieb. Die Events 2023 könnten noch parallel zu den Bauarbeiten stattfinden, aber: Ab 2024 stünden Arbeiten in Bereichen an, die für Großveranstaltungen gebraucht würden. Nicht zuletzt könne die Sicherheit der Besucher im laufenden Sanierungsbetrieb nicht gewährleistet werden.

Burg Frankenstein

Pächter Ralph Eberhardt sieht das anders: "Wir könnten das Kulturfestival und auch Halloween trotzdem stattfinden lassen. Wir brauchen dazu das Restaurant nicht." Dazu wollte er eigentlich in den Gesprächen mit dem Land Vorschläge unterbreiten. Unmöglich scheint das nicht, denn der Landesbetrieb hatte selbst schon erklärt, dass Wanderer und Touristen auch während der Bauarbeiten auf die Burg dürften.

Gastronom vor Insolvenz

Nach der nun beschlossenen Kündigung sieht Eberhardt seine Geschäftsgrundlage vernichtet. Er müsse nach dem Beschluss Insolvenz anmelden, sagte er dem hr. 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären davon betroffen.

Niels Starke (CDU), Ortsvorsteher von Nieder-Ramstadt, setzt sich seit Jahren für die Kultur auf der Burg ein. Er kritisiert, dass man mit der Schließung ein motiviertes Team verliere, das die Veranstaltungen seit Jahren trage. Zusammen mit anderen Unterstützern will er nun versuchen, den Landesbetrieb doch noch umzustimmen.

Aufgeben wollen die Veranstalter also nicht. Sicher ist, dass man mit einer kompletten Schließung eine der wichtigsten Kulturstätten Südhessens über Jahre dicht machen würde. Nach der Pandemie für alle Angestellten eine Katastrophe. 

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