2:1-Collage - auf der einen Seite - Menschen, die in einem bunt dekorierten Raum sitzen, Lampions hängen von der Decke, auf der anderen Seite ein Ständer mit bunten Uhren, Ketten und Süßigkeiten

Wenn aus einer ehemaligen Bankfiliale ein knallbuntes Wohnzimmer wird, könnten Künstler am Werk gewesen sein. In der Offenbacher Innenstadt will das Projekt UND einen lebendigen Treffpunkt schaffen - Blubberbrause und Fruchtlutscher inklusive.

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Ein offener Ort für eine offene Stadt

Pojektplakat von UND Offenbach - das Wort UND in verschiedenen Farben und Schrifttypen
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Es ist ein Projekt auf Zeit, aber es könnte auch mehr daraus werden. Für acht Wochen verwandeln Studierende der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG) leerstehende Gebäude in einen Treffpunkt. Eine ehemalige Bankfiliale, der Stadthof und das Rathausfoyer werden zu Orten kultureller Gemeinschaft und Kommunikation. Wo früher Kontoauszüge über den Tresen gereicht wurden, laden Sitzecken zum Verweilen ein.

Sonja Herrmann

"Unabhängig von ihrer kulturellen und gesellschaftlichen Zugehörigkeit, sollen sich alle Menschen bei uns angesprochen fühlen", sagt Sonja Herrmann, eine der HfG-Macherinnen des UND-Aktionszentrums. Vielfalt als Programm.

Mit bunten UND-Lettern kündigt sich die Zentrale am Stadthof an. Die besteht aus einem Wohnzimmer, einer Küche mit Gastro-Angebot und einer Bar, die den Standort wechselt. Dazu gibt es noch einen Laden mit regionalen und Kunst-Produkten sowie einen Kiosk mit internationalen Getränken und Süßigkeiten.

Ein Ort für offene Begegnungen

Die Idee zu der Aktion hatte Zijad Dolicanin, Vorsitzender des Vereins VAIR in Offenbach, der sich gegen Ausgrenzung einsetzt. Entstanden ist ein offener Begegnungsort, der die Vielfalt der Stadt abbilden und die Attraktivität der Innenstadt steigern soll. Wie viele andere Städte auch, hat Offenbach mit Leerstand zu kämpfen - zunehmender Online-Handel und die Corona-Pandemie sind die Hauptgründe dafür.

Ein bunter Mix aus Kunst, Kultur, sozialer Interaktion und Kuliniarik soll die Menschen nun in Offenbachs temporäres Wohnzimmer locken. "Zur Eröffnung bietet unsere Küche Streetfood wie südamerikanische Maisfladen, gedämpfte Reistaschen und vietnamesische Frühlingsrollen", gibt Sonja Herrmann einen ersten Einblick in die Speisekarte.

UND-Wohnzimmer als Citymagnet?

Neben den täglichen Modulen, wie dem Laden für "Nützliches, Überflüssiges, Praktisches und Dekoratives" oder dem Kiosk, gibt es wechselndes Programm, Musik-Performances, Konzerte, Workshops und Yoga. Dazu kommt noch eine mobile Jukebox zum Einsatz und im Rathausfoyer und in der Wetterwerkstatt gibt es Kinovorstellungen. Wann immer man das UND besucht, passiert dort etwas anderes, so die Idee. Zur Eröffnung am Freitag tritt Shantel auf der Bühne am Stadthof auf.

Für Zijad Dolicanin sind die kommenden Wochen "eine Art Labor, bei dem geprüft wird, ob sich sowas für die Zukunft etablieren kann." Das wünschen sich nicht nur die Macher, sondern auch Bürgermeister Felix Schwenke (SPD): "Es muss unterschiedliche Gründe geben, mehr Gründe und andere Gründe, um in die Innenstadt zu kommen - nicht nur shoppen."

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UND Offenbach

Ein offener Ort für eine offene Stadt
22. April bis 17. Juni
Am Stadthof, Frankfurter Straße 31 in Offenbach
In der Eröffnungswoche:
Fr 16 bis 22 Uhr, Sa 10 bis 22 Uhr, So 11 bis 21 Uhr

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