Bildkombination auch einem Foto einer Demonstration, wobei ein Künstler ein Schild mit der Aufschrift "Kunst ist systemrelevant" hochhält und einer Grafik: ein Geschenk, eingewickelt in Papier, das bedruckt ist mit kleinen Rettungsringen.

Was haben ein Frühstücksbrettchen und eine Stuhl-Patenschaft gemeinsam? Beide helfen der Kunst, durch die saure Corona-Zeit besser durchzukommen. Denn man kann sie verschenken. Noch mehr Ideen für sinvolle Weihnachtsgeschenke finden Sie hier.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Diese Weihnachtsgeschenke sorgen für doppelte Freude

Zuschauerraum Schauspiel Frankfurt
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1. Theater mit Stuhl-Patenschaften unterstützen

Wie wäre es, wenn Sie beim nächsten Theater-Besuch ein bisschen VIP-Feeling hätten und auf Ihrem eigenen Stuhl säßen? Oder wenn Sie einen Platz im Theater verschenken könnten? Das Schauspiel Frankfurt und die Volksbühne im Großen Hirschgraben bieten "Stuhl-Patenschaften" an: Für rund 300 Euro kann ein Sitzplatz gekauft und so die Arbeit der Theaterschaffenden unterstützt werden. Der Stuhlpate wird auf einer Plakette am Platz namentlich genannt.

2. Schafft Filmerlebnisse zuhause

Die große Leinwand - sie fehlt. Doch das Lieblingskino können Sie auf kreative Weise unterstützen. Besorgen Sie sich Popcorn, Nachos und den Lieblingsfilm für daheim und verschenken Sie dazu ein Ticket für eine "Geistervorstellung".

Diese Tickets bieten einige hessische Kinos an, zum Beispiel in Gelnhausen oder die Kronberger Lichtspiele. Die Kinos legen dazu in ihrem Onlineshop eine Vorstellung an, die nicht stattfinden wird. Wer Tickets dafür kauft, sieht zwar keinen Film, leistet aber einen wichtigen Beitrag für die Kinolandschaft. Und der Filmabend findet einfach in Eigenregie zuhause statt - Kuschelfaktor möglicherweise inklusive.

Die Macher im Capitol Kino in Witzenhausen gehen ganz andere Wege: Für 7,50 Euro kann an verschiedenen Verkaufsstellen in Witzenhausen ein Capitol-Frühstücksbrettchen aus heimischem Buchenholz erworben werden. Pro verkauftem Brettchen gehen fünf Euro als Spende an den Förderverein "Freunde des Capitol Kinos". Na dann, Mahlzeit!

3. Für Zocker: Videogames made in Hessen

Zur hessischen Kulturlandschaft gehören auch die vielen Gaming-Studios, die Videospiele für PC und Konsole entwickeln. Sie sind zwar nicht existenzbedroht wegen Corona, wollen aber auch supportet werden. Also: Wer Ego-Shooter-Fans beschenken will, wird beim Frankfurter Spieleentwickler Crytek fündig. In diesem Jahr neu erschienen sind zum Beispiel "Hunt: Showdown" oder "Crysis Remastered".

Wer eher auf Survival- und Aufbaustrategiespiele steht, sollte sich "Endzone: A World Apart" vom Wiesbadener Studio Assemble Entertainment anschauen. Das Ziel: eine funktionierende Siedlung in einer nuklear verseuchten Umgebung aufzubauen und zu betreiben.

Und wenn ein selbstgebastelter Gutschein es auch erstmal tut: 2021 erscheint das Point-and-click-Adventure "Prim", für das Jonas Fisch aus Langen in diesem Jahr für den Deutschen Computerspielpreis nominiert war.

4. Für alle, die lieber analog spielen: Brettspiele aus Hessen

Auch eine ganze Reihe ausgezeichneter Brettspiele kommen aus Hessen: Das abstrakte Legespiel "Nova Luna" und das Roll-and-Write-Spiel "Der Kartograph" vom Friedberger Pegasus Verlag waren beispielsweise im Rennen um den Preis "Spiel des Jahres 2020" beziehungsweise "Kennerspiel des Jahres 2020".

Mit Amigo gibt es noch ein zweites Spiele-Schwergewicht in Hessen. Beim Dietzenbacher Spieleverlag werden vor allem Familien fündig: Kinderspiele wie "Icecool" (2017 Gewinner des deutschen Kinderspiele Preises) und "Lama" (2019 nominiert als Spiel des Jahres) sind kurzweilig und für Grundschulkinder geeignet. Oder Sie basteln gleich ein eigenes Brettspiel wie eine Familie aus Wiesbaden - Thema Corona. Wenn Sie Glück haben, wird es ein Verkaufsschlager!

5. Bücher gehen doch immer

Mit ihr muss diese Liste starten: Anne Weber, Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2020. Ihr Roman "Annette, ein Heldinnenepos" erzählt die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Französin. Die Jury lobte das Buch als "grandioses Stück Literatur". Die gebürtige Offenbacherin ist außerdem diesjährige Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim.

Anne Weber Ein Heldinnenepos Mock Up

Im Rennen um den Deutschen Buchpreis war auch die in Frankfurt geborene Deniz Ohde. Ihr Debütroman "Streulicht" landete auf der Shortlist. Er erzählt die Geschichte einer Halb-Türkin, die an ihren deutschen Heimatort zurückkehrt und ihren Weg vom Arbeiterkind zur Akademikerin Revue passieren lässt.

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Mehr Lesestoff aus Hessen

Der hessische Literaturrat hat eine Liste der hessischen Autorinnen und Autoren "schöngeistiger Literatur" zusammengestellt.

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Apropos Entwicklung: Die macht auch Robin, der Protagonist in Antje Herdens Jugendbuch "Keine halben Sachen", durch. Die Autorin aus Darmstadt erzählt darin, wie der 15-Jährige erste Erfahrungen mit Drogen und Alkohol macht und schließlich abstürzt. Antje Herden erhielt dafür den Peter-Härtling-Preis 2019 und war 2020 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

6. Die perfekte musikalische Untermalung fürs Fest

Die Singer/Songwriterin FEE. hat sich getraut und im Lockdown ein Album realisiert - ganz allein, ohne Label, ohne Marketingkonzept. Umsetzen konnte die Frankfurterin das durch eine Crowdfunding-Aktion. Fast 300 Leute haben sich zwischen Januar und April dieses Jahres daran beteiligt und es ihr ermöglicht, ihre Songs in einem professionellen Tonstudio einzuspielen und Musiker, Produzenten und Toningenieure zu engangieren. Das Ergebnis - ihr zweites Album "Nachtluft" - ist nun erschienen und ist mit seinen melancholischen Songs wie gemacht für die Jahreszeit.

Frau lachend

Weniger besinnlich ist dagegen die Musik der Wiesbadener Band "Fooks Nihil". Max Ramdohr, Maximilian Schneider und Florentin Wex sehen nicht nur aus, als wären sie per Zeitmaschine aus den 1960er Jahren angereist, sie klingen auch so. Beinflusst durch Künstler wie "Crosby, Stills & Nash", Bob Dylan und die Beatles stehen sie für eine Mischung aus Folk, Country und Blues. Im Oktober erschien ihr erstes Album - für alle, die Weihnachten nicht ohne Gitarren begehen und einer jungen Band eine Chance geben wollen.

Sendung: hr-iNFO, 04.12.2020, 16.20 Uhr.