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Audioseite Seltene Einblicke am Tag des offenen Denkmals

Kombo Hessenkarte mit 'Rosinenbomber'

Schlösser, Villen, Lustgärten, Flugzeuge oder Mönchshäuser: Am Tag des offenen Denkmals konnten ganz besondere Gebäude und Orte besucht werden. Das waren die Höhepunkt für Flaneure, Neugierige und Geschichtsfans.

Rosinenbomber, Schlösser, Villen, Gärten: Der Tag des offenen Denkmals findet seit 1993 am zweiten Sonntag im September statt. In diesem Jahr galt das Motto "Sein & Schein - in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege". Wir stellen sechs ganz besondere Denkmäler aus Hessen vor, die nur an diesem Tag öffentlich zugänglich waren.

Frankfurt: Luftbrückendenkmal

Endlich die Rosinenbomber auch mal von innen sehen: Am Tag des offenen Denkmals konnten die beiden historischen Flugzeuge vom Typ C-54 und C-47 der Luftbrücke Frankfurt - Berlin besichtigt werden. Sie stehen am Aussichtspunkt "Luftbrückendenkmal" in unmittelbarer Nähe des Frankfurter Flughafens. Zusätzlich konnte man historische U.S. Oldtimer und Militärfahrzeuge aus der Zeit der Luftbrücke bestaunen.

Michelstadt: Ehem. Oberförsterei Vielbrunn mit Lustgarten

Die ehemalige Oberförsterei mit Lustgarten im französischen Stil umfasst ein breitgelagertes Doppelhaus mit zwei Gewölbekellern. Die ältesten Teile stammen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Der weitläufige, rund 5.000 Quadratmeter große Lustgarten in L-Form wurde 1761 nach Plänen von Tilman Ruland angelegt. Ein Rückbau des Hauses nach alten historischen Unterlagen erfolgte im Jahr 2002. Das ehemalige Stallgebäude der Oberförsterei wurde im 19. Jahrhundert zum Wohnhaus umgebaut.

Oberförsterei Vielbrunn, schöne Parkanlage mit Regenbogen

Alsfeld: Haus Helbig 

Bis vor 20 Jahren hat Familie Helbig mit ihrem Spielwarengeschäft Generationen von Menschen im Vogelsbergkreis mit Spielzeug versorgt. Mittlerweile gehört das Haus, das um 1800 entstanden ist, Rudolf Knierim. Er wurde im Nachbarhaus geboren und hat die Sanierung von Haus Helbig übernommen. Besonders sehenswert ist das innenliegende Treppenhaus mit seinen aufwändig gestalteten Geländern und Ziergittern. Über Fenster wird jede Etage und eine dazugehörige Abstellkammer mit Tageslicht durchflutet. Faszinierend sind auch die historischen Türen und Fußböden.

Haus Helbig, Strassenzug mit drei alten Geschäften

Weilburg: Ehem. Stadtmauer "Im Bangert", jetzt Terrassengärten

Im Jahr 2004 wurde der Hängegarten "Im Bangert" auf Initiative der Stadt Weilburg neu angelegt. Der terrassenartige Garten zwischen Lahn und Altstadtfelsen wurde ursprünglich Ende des 19. Jahrhunderts angelegt, aber seit Mitte der 1950er-Jahre nicht mehr bewirtschaftet. Die gesamte Anlage verfiel. Am Tag des offenen Denkmals präsentierte der Obst- und Gartenbauverein Weilburg gemeinsam mit den Oberlahn-Winzern die Terrassengärten auf der historischen Stadtmauer. Die einstigen Verteidigungsanlagen sind heute eine grüne Oase in der Weilburger Altstadt.

Bangert Terrassengarten, Schiefermauer mit Efeu und Blumen

Seeheim-Jugenheim: Schloss Heiligenberg

Auf Schloss Heiligenberg wurde europäische Politik gemacht: Russische, englische, spanische und hessische Dynastien gaben sich dort die Klinke in die Hand. Das spätere nordhessische Adelsgeschlecht Battenberg hat dort seine Ursprünge. Ihre prominentesten Nachkommen sind Prinz Charles und König Felipe von Spanien. Schloss Heiligenberg wurde 1813 als Hofgut errichtet und später mehrfach umgebaut und erweitert. Die besondere Lage am westlichen Odenwaldrand an der Bergstraße hat die Menschen seit dem Mittelalter inspiriert.

Zum Tag des offenen Denkmals konnten auch der historische Schlosspark mit exotischem Baumbestand, das Badehaus, Gedenktafeln für Pferde und Hunde sowie ein Spielhaus der Prinzen und Prinzessinnen bestaunt werden.

Wiesbaden: Villa Justitia

Dieses Jugendstil-Relikt mit gotischen Elementen und Innenhalle im Tudorstil ist eigentlich Veranstaltungsort für größere Feierlichkeiten. Am Tag des offenen Denkmals konnte die Villa aus dem Jahre 1903 besichtigt werden. Der Garten mit seinem alten Baumbestand bietet Ruhe und Rückzugsmöglichkeit.

Aussenansicht der Villa Justitia

Espenau: Mönchshaus

Über einen Meter starke Wände sollten den Besitz der Mönche schützen. Teile der ursprünglichen Bausubstanz sind heute immer noch erhalten und machen das im romanischen Stil erbaute Mönchshaus zum ältesten Gebäude in Espenau in Nordhessen. Seit 2018 engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche für eine umfassende Sanierung, die durch Spenden finanziert wird. Das Mönchshaus gehört zu den Resten der Klosteranlage Hardehausen. Es entstand vermutlich um 1210.

Mönchshaus-großer Saal mit Holzboden
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