Audio

Tag des Offenen Denkmals

Schlösser, Werkstätten oder Wehrtürme – alte Gemäuer stecken voller Geschichten aus der Vergangenheit. Der Tag des offenen Denkmals zeigt, welche Spuren menschliches Handeln hinterlassen kann. Ein Überblick.

"Ein Fall für den Denkmalschutz" ist in diesem Jahr das Motto. Denn Denkmäler sind Zeugen vergangener Geschichten. Ihre Bausubstanz steckt voller Beweismittel. Ein Denkmal kann sogar selbst zum Opfer werden: Indem es verfällt oder durch unsachgemäße Renovierung zum Fall für den Denkmalschutz wird.

Der Tag des offenen Denkmals 2022 geht der Frage nach, welche Erkenntnisse sich durch die Begutachtung der originalen Substanz gewinnen lassen? Welche Spuren menschliches Handeln über die Jahrhunderte hinweg hinterlassen hat? Welche Taten am Bau verübt wurden? Und welche Schlüsse die Denkmalpflege daraus zieht? Gehen Sie mit auf Spurensuche!

Zehn Vorschläge von Nord nach Süd:


Haus und Garten Paepke in Hofgeismar

Kastenformiges sclwarzes Haus mit hellem Schornsteinschacht außen und Sichtluken

Erbaut wurden Haus und Garten zwischen 1958-60 nach Plänen des Landschaftsarchitekten Hermann Mattern. Der Bungalow mit runden Fenstern und auffälligem Schmetterlingsdach sowie freistehender Garage ist zur Straße hin eingeschossig, zum Garten hin zweigeschossig. Er liegt auf einem 2.800 Quadratmeter großen Hanggrundstück hoch über dem Hugenottendörfchen Carlsdorf. Neben Führungen und Erläuterungen rund um das Gebäude können Kinder im Baumhaus im alten Apfelbaum spielen.
Adresse: Am Schützenplatz 3-5, 34369 Hofgeismar


Hacheschmiede
in Korbach

Innenraum einer Schmiede mit Werkbank und viel Werkzeug

Das erste Mal wurde die Schmiede im 17. Jahrhundert urkundlich erwähnt. 1923 wurde sie größer etwas entfernt vom Originalstandort neu erbaut und diente der Reparatur sowie Neuanfertigung von landwirtschaftlichen Geräten. Heute ist sie im Zustand wie vor 100 Jahren und wird genutzt, um Replikate, Requisiten und andere Restaurierungsgegenstände mit alten Techniken herzustellen. Die Lage der Schmiede ist eher untypisch. Allerdings verlief hier früher direkt die Handelsstraße nach Bremen. So war die Schmiede offenbar eine Art “Tank und Rast”.
Adresse: Mühlenseite 1, 34497 Korbach


Rittergut Aue in Wanfried

Altes Fachwerk-Gutshaus mit Mann, der einen Schimmel mit Kind auf dem Rücken führt

Das Rittergut Aue ist ein schlossartiger ehemaliger Adelssitz. Bauherr war 1576 Reinhard von Eschwege. Nachdem das Rittergut 1637 in Brand gesteckt worden war, wurde es in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erweitert, Fachwerkgeschosse erneuert, es wurde um Ausluchten (besondere Form des Erkers) und einen rückwärtigen Anbau ergänzt. Seit 1974 ist das Rittergut in Privatbesitz. Nach Jahrzehnten des Verfalls wird das Rittergut seit 2020 durch neue Eigentümer saniert. Das Herrenhaus kann am Sonntag mit Führungen besichtigt werden.      
Adresse: Lange Straße 54, 37281 Wanfried


Synagoge in Abterode

Innenraum einer Synagoge mit Schaukästen und Bildern

Die Synagoge der ehemaligen jüdischen Gemeinde Abterode entstand im Jahr 1871. Wie viele andere Synagogen wurde sie in einem Pogrom am 8. November 1938 zerstört, die jüdische Gemeinde dort vernichtet. Im Jahr 2019 hat der Verein der Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Obergeschoss der Synagoge einen Lern- und Gedenkort für jüdisches Leben in der Region Werra-Meißner eingerichtet. 
Adresse: Vorderweg 1, 37290 Meißner


Hufeisenkirche in Lohra

Weiße Steinkirche mit Apsis in Hufeisenform

Die Hufeisenkirche ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Altenvers, einem Ortsteil von Lohra im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Ihren Namen verdankt die im Kern romanische und mehrfach umgebaute Kirche dem hufeisenförmigen Grundriss der Apsis. Die gotische Dachstuhlkonstruktion kann am Sonntag besichtigt werden.
Adresse: Lönsweg 2, 35102 Lohra


Jagdschloss Windhof in Weilburg

Zweigeschossiges Jagdschloss in Parkanlage

Im einstigen Lustschloss des Grafen Johann Ernst „büffeln“ heute die Studierenden der Staatliche Technikakademie Weilburg. Erbaut wurde Schloss Windhof 1713-1726 durch Julius Ludwig Rothweil. Während der Führungen kann man die barocke Prachtentfaltung der üppigen Deckengemälde des Hofmalers Seekatz bewundern. Verwunschen liegt der achteckige Pavillon auf einer kleinen Insel im verwilderten einstigen Schlosspark.
Adresse: Johann-Ernst-Straße, 35781 Weilburg


Großes Bollwerk mit Hexenturm in Büdingen

Großer runder Zackenturm in einer Befestigungsanlage

Zunächst entstand 1390 der Hexenturm als Eckturm im Nordwesten der Stadtbefestigung. Das Große Bollwerk wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts dazu gebaut. Der Hexenturm diente dann als Verlies und ist durch Kasematten (vor Beschuss gesicherte Gänge) mit dem Großen Bollwerk verbunden. Die Mauern des mittelalterlichen Geschützturms sind vier Meter dick, er ist 20 Meter hoch. Steigt man über die Wendeltreppe aufs Dach, hat man einen herrlichen Blick über Büdingen.
Adresse: Hirschgraben, 63654 Büdingen


Neues Schloss Frankfurt-Hoechst

Sicht aus der Vogelperspektive auf ein Schloss in L-Form

Im 17. Jahrhundert entstand im heutigen Stadtteil Höchst zwischen Burggraben, Stadtmauer und Bolongarostraße das Neue Schloss. Wahrscheinlich ist es aus zwei kleinen Adelssitzen hervorgegangen. Im 30-jährigen Krieg gelangte das Ensemble in den Besitz der Mainzer Kurfürsten. 1784 wurde es verkauft, bis in das 20. Jahrhundert unterschiedlich genutzt und immer wieder umgebaut. 2002 übernahm die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schloss. Heute wird das Schloss für Veranstaltungen genutzt. Am Sonntag kann man mit Führung die repräsentativen Innenräume besichtigen.
Adresse: Burggraben 1, 65929 Frankfurt am Main


Palatium in Seligenstadt

Langer Kreuzgang in rotem Sandstein

1188 wurde die staufische Pfalz von Friedrich Barbarossa auf dem Hochufer des Mains erbaut. Der Name Palatium kommt von "Palas" und bezeichnet den Wohn- oder Saalbau einer Pfalz. Die Pfalz wiederum ist eine Wehranlage mit Repräsentationsräumen, Wohnbereich, Pfalzkapelle, Wirtschaftshof und Bergfried. Das "Rohte Schloss" wie das Palatium im Volksmund genannt wird, war nur ein repräsentativer Bau mit Wohn- und Jagdschloss - ohne Wehrcharakter. Am Sonntag erlauben Führungen Einblicke ins Innere des Palatium.
Adresse: Kleine Maingasse 18, 63500 Seligenstadt


Kreuzgarten in Seeheim-Jugenheim

Mausoleum in einem Garten

Seit Errichtung des Goldenen Kreuzes 1866 ist der Kreuzgarten ein abgeschlossener Teil des heutigen Kulturdenkmals Gesamtanlage Heiligenberg. Neben dem Kreuz finden sich hier die 800-jährige Centlinde, die Ruinen des 1264 ersterwähnten Hausklosters der Herren von Bickenbach, der 1831 durch Großherzogin Wilhelmine wiederhergestellte Chor der Klosterkirche sowie das Mausoleum von Prinz Alexander von Hessen und Julia von Battenberg, den Stammeltern des Hauses Battenberg/Mountbatten. Führungen gehen durch den Kreuzgarten und zusätzlich vom Schloss Heiligenberg aus durch die ganze Anlage.
Adresse: Auf dem Heiligenberg 8, Seeheim-Jugenheim

Weitere Informationen Ende der weiteren Informationen