Regisseur Heinz Schirk

Für den hr drehte er einen der erfolgreichsten "Tatorte" aller Zeiten. Jetzt ist Regisseur Heinz Schirk im Alter von 88 Jahren im südhessischen Bickenbach gestorben.

Der Fernsehregisseur Heinz Schirk ist knapp zwei Wochen vor seinem 89. Geburtstag gestorben. Wie die Deutsche Presse-Agentur von seiner Familie erfuhr, starb der Filmemacher am 10. Dezember in Bickenbach (Darmstadt-Dieburg).

Schirk war in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren eine feste Größe im Fernsehgeschäft. Er glänzte als Macher vielgesehener "Tatort"-Krimis sowie als Regisseur der ersten Staffel der Serie "Liebling Kreuzberg" mit Manfred Krug 1986.

Dritterfolgreichster "Tatort" aller Zeiten

Für den hr drehte er mehrere "Tatort"-Folgen sowie für die Serie "Polizeiruf 110". Sein "Tatort: Zürcher Früchte" mit Kommissar Bergmann (Heinz Treuke), der am 12. Februar 1978 ausgestrahlt wurde, hatte fast 25 Millionen Zuschauer. Er gilt Medienforschern zufolge bis heute als der "Tatort" mit der dritthöchsten Zuschauerzahl aller Zeiten - nach "Rot - rot - tot" und "Reifezeugnis".

Viel Lob erhielt Schirk außerdem für das ausgezeichnete TV-Dokumentarspiel "Die Wannseekonferenz" von 1984 mit Dietrich Mattausch in der Rolle des Reinhard Heydrich und Gerd Böckmann als Adolf Eichmann.

"Die Wannseekonferenz" international beachtet

Das Lexikon des internationalen Films nennt den Film "ein eindrucksvolles und erschütterndes Dokumentarspiel". Der Spiegel schrieb vor 36 Jahren dazu, Schirk verstehe es, mit einer Riege bewährter Schauspieler dem Film "jene Atmosphäre rassistischen Säuberungswahns und kaltschnäuziger Bürokratenperfektion einzuhauchen, die die Wannseekonferenz zu der wohl schauerlichsten Konferenz Hitler-Deutschlands machte".

Schirk wurde 1931 in Danzig geboren und floh am Ende des Zweiten Weltkriegs in den Westen. Zuletzt lebte er zurückgezogen in Bickenbach an der Bergstraße und widmete sich unter anderem der Malerei.