Momem-Eröffnungsparty an der Hauptwache

Mit einem Festakt in der Paulskirche und einer Party in der Innenstadt ist in Frankfurt das Museum für elektronische Musik eröffnet worden. Seine erste Ausstellung widmet das Momem der Frankfurter DJ-Legende Sven Väth.

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Deutschlands erstes Techno-Museum öffnet

hs
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Sie sind mehrmals mit DJ-Legende Sven Väth um die Welt gereist, jetzt stehen über 20.000 Schallplatten ordentlich in Regalen aufgereiht im deutschlandweit ersten Museum für elektronische Musik in Frankfurt. Das Museum of Modern Electronic Music (Momem) ist am Mittwoch offiziell an der Frankfurter Hauptwache eröffnet worden.

Einblicke in das Museum of Modern Eletronic Music (MOMEM)

Bereits ab dem späten Nachmittag füllte sich der eigens für die Eröffnungsparty abgesperrte Platz auf der Einkaufsmeile Zeil. Als Sven Väth am Abend an die Mischpulte auf der Bühne trat, feierten und tanzten nach Polizeiangaben rund 3.000 Besucherinnen und Besucher ausgelassen.

Dem Frankfurter Kult-DJ ist auch die erste Austellung im Momem gewidmet. Kuratiert wurde sie vom Frankfurter Installationskünstler und Städelschul-Professor Tobias Rehberger. Der heute 57-jährige Väth prägte mit seinem Frankfurter Club "Omen" und später dem "Cocoon" einst die Szene. Frankfurt - mit weiteren legandären Clubs wie dem "Dorian Gray" - galt vor allem in den 1990er Jahren als die Techno-Hochburg.

Das Lichtobjekt "Agony und Ecstasy" von Tobias Rehberger zeigt in Neonfarben das Wort Ecstasy.

Ein Museum als Club

Das Techno-Museum erinnert nun mit seinen schwarzen Wänden und den Lichtinstallationen an einen Club. Ein typisches Museum soll es nicht sein, wie der Leiter des Momems, Alex Azary betont. "In ein Museum gehe ich vielleicht zwei Mal im Jahr. Aber das Momem soll wie ein Club funktionieren, in den die Leute jede Woche kommen", erzählt er. Ihm schwebe ein "lebendiger Ort" vor, an dem es nicht nur um die Retrospektive, sondern auch um aktuelle Entwicklungen gehe.

Im Museum an der Hauptwache soll es künftig Filmabende, Workshops und Diskussionen geben. Und natürlich wird auch aufgelegt, zum Beispiel wenn Künstler ihre neuen Alben vorstellen. Allerdings macht das Momem bereits zu, wenn Clubs aufmachen: Geöffnet wird am Nachmittag, um 22 Uhr ist Schluss.

Das Bild zeigt im Museum of Modern Eletronic Music (MOMEM) ausgestellte Plattenteller

Feierlicher Startschuss in der Paulskirche

Bei der feierlichen Eröffnung am Mittwoch begrüßte die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) die Momem-Macher zunächst in der Paulskirche: Neben Azary auch Mitbegründer Andreas Tomalla aka Talla 2XLC sowie Väth und Rehberger. "Mit dem Momem ergibt sich die einmalige Gelegenheit, ein maßgeblich in Frankfurt entwickeltes, global erfolgreiches Musikgenre, seine Entstehung und Ausformung von den Anfängen bis zur Gegenwart aufzuzeigen und weiterzuverfolgen, sagte Hartwig.

"Es könnte keine bessere Eröffnungsausstellung für das Momem geben, denn Sven Väth und Tobias Rehberger haben jeweils auf ihre eigene Art und Weise die elektronische Musik- und Clubkultur geprägt und von Frankfurt aus in die Welt getragen", betonten Azary und Tomalla während der Eröffnungsfeier.

Alex Azary, Sven Väth, Tobias Rehberger

Schirmherr und Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betonte: "Frankfurt ist eng mit der Geschichte elektronischer Musik verbunden, über legendäre Clubs wie das Dorian Gray oder das Omen. Aber auch für viele Musikproduzenten und DJs war und ist Frankfurt Heimat."

Kultur im "Loch"

Dabei war der Weg zum Momem äußerst mühsam, lange ging es kaum bis gar nicht voran. Bereits 2011 war die Idee entstanden. 2015 verkündete die Stadt anlässlich der Musikmesse die geplante Gründung, das Jahr 2017 war für die Eröffnung angepeilt. Doch bis dahin war noch nicht einmal ein passender Ort gefunden worden. Schließlich fand sich mit dem ehemaligen Kindermuseum die passende Location, es folgten jedoch Streitereien um die Finanzierung. Und dann kam auch noch Corona.

Auch im Vorfeld der Eröffnung des Museums mit seiner rund 500 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche lief nicht alles glatt. Ursprünglich hatte vor dem Momem gefeiert werden sollen, der von Treppenabgängen gesäumte tieferliegende Platz - in Frankfurt "das Loch" genannt - wäre der perfekte Ort für eine Techno-Party gewesen.

Menschenmenge vor der Bühne mit Techno DJ Sven Väth

"Da oben könnte der DJ stehen, da unten würde getanzt", zeigt Azary mit etwas Wehmut in der Stimme, wie er sich die Eröffnungsparty auf dem Vorplatz zum Museum vorgestellt hatte. "Das wäre klein und sympathisch gewesen." Doch dafür gab es keine Genehmigung, und so wurde die Party weg von der Zwischenebene nach oben verlegt. Der Party tat dies am Mittwochabend aber keinen Abbruch. Ab Freitag ist das Museum dann für alle zugänglich.

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