Statuen von Landgraf Carl von Hessen-Kassel und dem Herkules
In Stein gemeißelt: Landgraf Carl von Hessen-Kassel (1654 bis 1730) neben einer kleinen Ausgabe der Herkules-Statue vom Bergpark. Bild © Museumslandschaft Hessen Kassel

Wer hat die größere Fontäne? Landgraf Carl von Hessen-Kassel hatte viele große Ideen, nicht alles wurde wahr. Eine Ausstellung im Fridericianum zeigt seine Bauten und seinen Größenwahn - und dass er Versailles in einem Punkt alt aussehen ließ.

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Das Kasseler Museum Fridericianum

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Ausstellung: "Groß gedacht! Groß gemacht?" über Landgraf Carl von Hessen-Kassel

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Er hat Kassel und Hessen geprägt wie kaum ein anderer: Landgraf Carl von Hessen-Kassel (1654 bis 1730). Er dachte sich den Bergpark - heute Teil des Weltkulturerbes - aus, er hob die riesige Herkules-Statue auf ihren über 60 Meter hohen Sockel und setzte sich so ein Denkmal. Auch das große Kunsthaus, in dem heute das Naturkundemuseum untergebracht ist, geht auf seine Kappe und zeugt von seiner großen Liebe zur Kunst.

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Ausstellung

"Groß gedacht! Groß gemacht?"
bis 1. Juli
Fridericianum, Kassel

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50 Jahre lang regierte Carl und machte sich einen Namen in ganz Europa bei Königen, Fürsten und Gelehrten. Seine Haltung: "Ein Fürst regiert." Sein Motto: "Je größer, je besser."

Mit seiner Frau Maria Amalia zeugte er 17 Kinder, zehn von ihnen erreichten das Erwachsenenalter. Diese Kinder verheiratete der Barockfürst strategisch in ganz Europa - mit großem Erfolg. Ein Sohn wurde sogar als Friedrich I. König von Schweden. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählt sein Königsmantel, mehrere Meter lang und bestickt mit über 200 goldenen Kronen.

Philip van Dijk, "Landgraf Carl und seine Familie", 1725
Philip van Dijk, "Landgraf Carl und seine Familie", 1725. Bild © Museumslandschaft Hessen Kassel/ Ute Brunzel

Den Sonnenkönig locker ausgestochen

Manche Projekte des ehrgeizigen Fürsten fielen dann aber doch ein wenig zu groß aus und konnten nicht gebaut werden. Auch davon zeugt die Ausstellung. So sollte etwa der Bergpark ein gutes Drittel größer werden und fast bis zum Bahnhof Wilhelmshöhe reichen. "Das war schlicht zu teuer und zu groß gedacht und konnte nicht umgesetzt werden", sagt Natascha Callebaut, Sprecherin der Museumslandschaft Hessen Kassel.

Herkules und Fontäne im Bergpark Kassel
Herkules-Statue und Fontäne der Wasserspiele im Bergpark Kassel. Bild © picture-alliance/dpa

Auch Pläne für einen Kanal von Kassel nach Bad Karlshafen ließ der ehrgeizige Landgraf ausarbeiten. Gebaut wurde der Kanal nie - er wäre ebenfalls viel zu teuer gewesen.

Mit der Fontäne im Bergpark konnte er allerdings einen Stich machen: Obwohl Hessen so viel kleiner als Frankreich war, hatte Landgraf Carl eine größere Fontäne als Ludwig XIV. in seinem Schlossgarten in Versailles. Mit dem großen Sonnenkönig maß der Landgraf sich gerne und sah sich mit ihm in einer Liga spielen.

Carl gewährte Flüchtlingen aus Frankreich Schutz

Bildkombo Globus/ Fernrohr
Ein großer Himmelsglobus und ein Spiegelteleskop zeugen vom großen wissenschaftlichen Interesse des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel. Bild © Museumslandschaft Hessen Kassel/Arno Hensmanns/Ute Brunzel

Rund 720 Exponate umfasst die Ausstellung "Groß gedacht! Groß gemacht?" über Leben und Wirken des Landgrafen Carl. Gezeigt werden zahlreiche Objekte, Gemälde und Skulpturen aus der damaligen Zeit, die Einblick in das Leben des Landgrafen und seine Politik geben. Zu sehen sind auch historische Pläne und Dokumente über die Ansiedlung hugenottischer Flüchtlinge, denen Carl seinerzeit Asyl vor der Verfolgung in Frankreich gewährte.

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