In unserem Ticker informieren wir Sie über aktuelle Themen aus der Kulturszene in Hessen.

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  • Ein Hesse hat uns Toast Hawaii eingebrockt

    Ein Blick auf den Kalender: Heute ist der 27. Juni und das bedeutet, heute ist "International Pineapple Day", der Welttag der Ananas. Man kann sie einfach pur essen, oder aber auch in einer Kombination mit Toast, Schinken, Käse und Kirsche in ein Toast Hawaii verwandeln.

    Diesen wilden Zutaten-Stapel verdanken wir übrigens einem Hessen. Clemens Wilmenrod aus dem mittelhessischen Hadamar-Oberzeuzheim war Deutschlands erster Fernsehkoch und kreierte das Gericht, über das man auf Hawaii vermutlich verwundert den Kopf schüttelt. Dagmar Fulle weiß mehr.

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    Warum wir einem Hessen Toast Hawaii verdanken

    Hmm, schön angerichtet: das hessische Toast Hawaii.
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  • documenta-Floß im Mittellandkanal gestrandet

    Bei der documenta in Kassel laufen einige Dinge nicht ganz rund. Jetzt hat es auch das Projekt "citizenship" des Berliner Zentrums für Kunst und Urbanistik erwischt. Das Floß, das am 2. Juni in Berlin gestartet ist, um in 55 Tagen zur Kunstschau in Kassel zu reisen, ist erst einmal im Mittellandkanal bei Wolfsburg gestrandet.

    Der Grund sei ein Defekt am Schiff, der behoben werden müsse, heißt es aus documenta-Kreisen. Wann genau die Weiterfahrt möglich ist, dazu gibt es noch keine Information.

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    documenta-Schiff im Mittellandkanal gestrandet

    Das Schiff des documenta-Projekts "citizenship" wird vom Ruder-Club Tegelort über die Havel gezogen. Für das Projekt wurde die Dachkonstruktion des Berliner Zentrums für Kunst und Urbanistik als Floß umgestaltet.
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  • Top-Thema

    Friedenspreis für Serhij Zhadan

    Der ukrainische Schriftsteller und Musiker Serhij Zhadan erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. "Wir ehren den ukrainischen Schriftsteller und Musiker für sein herausragendes künstlerisches Werk sowie für seine humanitäre Haltung, mit der er sich den Menschen im Krieg zuwendet und ihnen unter Einsatz seines Lebens hilft", begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung. Der Friedenspreis wird zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse am 23. Oktober in der Paulskirche übergeben.

  • Top-Thema

    documenta prüft Kunstwerke auf Antisemitismus

    Die von dem Antisemitismus-Eklat überschattete documenta in Kassel startet in ihre zweite Ausstellungswoche. Forderungen nach Konsequenzen und Aufarbeitung werden die Kunstschau auch in den kommenden Tagen nicht loslassen. Für einen zusätzlichen Dämpfer sorgt Corona: Angesichts der aktuellen Pandemie-Entwicklung werden Veranstaltungen bis Mittwoch (29. Juni) abgesagt, hieß es auf der Website der documenta. Einzelne Veranstaltungen sollen demnach abgewandelt stattfinden - vornehmlich draußen.

    Am Ende der ersten Woche und nach mehreren Tagen heftiger Debatte hatte sich am Freitag das für das umstrittene Banner "People's Justice" verantwortliche indonesische Künstlerkollektiv Taring Padi entschuldigt. Das Werk hatte wegen antisemitischer Bildsprache für die Welle der Empörung gesorgt, am Dienstagabend war das Banner entfernt worden. Nun sollen auch die übrigen documenta-Ausstellungsstücke mit Blick auf den Antisemitismus-Eklat in Augenschein genommen werden.

    Ein Sprecher der Stadt Kassel hatte zwischenzeitlich erklärte, dass derzeit keine Aufsichtsratssitzung vorgesehen sei. Bei den Sitzungen des Gremiums, dem Vertreter der Gesellschafter der Stadt und des Landes Hessen angehören, werden üblicherweise auch mögliche strukturelle oder personelle Veränderungen erörtert. Zuletzt hatte es Rücktrittsforderungen gegen Generaldirektorin Sabine Schormann gegeben, die aber an ihrem Amt festhält.

    Ein Mitarbeiter der documenta fifteen verhüllt ein großflächiges Banner des Kollektivs Taring Padi.  (dpa)
  • Seligenstädter bei Tagen der deutschsprachigen Literatur ausgezeichnet

    Nach dreitägigem Wettlesen wurde am Sonntagmittag der Ingeborg-Bachmann-Preis im österreichischen Klagenfurt verliehen. Der aus Seligenstadt (Offenbach) stammende Schriftsteller Juan S. Guse gewann den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis für eine fantasiereiche Geschichte über eine unbekannte Zivilisation, die im Taunus entdeckt wird und dort unbemerkt von der Welt den Frankfurter Flughafen inklusive Duty-Free-Shop nachgebaut hat. Der mit 25.000 Euro dotierte Hauptpreis des deutschsprachigen Literaturwettstreits ging an die aus Slowenien stammende Autorin Ana Marwan.

    Juan S. Guse

    Nach zwei virtuellen Ausgaben fand der Wettbewerb erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder mit Autorinnen und Autoren vor Ort statt. Die Preise wurden nach einem neuen Punktesystem vergeben, das die bisherige öffentliche Abstimmung unter den Jurymitgliedern ersetzt. Voriges Jahr gewann die aus dem Iran stammende und in Graz lebende Nava Ebrahimi. Der Preis erinnert an die in Klagenfurt geborene Literatin Ingeborg Bachmann (1926-1973).

  • Lesungen in Frankfurts Hochhäusern

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    Literaturfestival literaTurm 2022 startet

    Blick aus dem Frankfurter Opernturm auf die Skyline
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    Lesen an besonderen Orten: In Frankfurt beginnt am Montag das Literaturfestival "LiteraTurm" (bis 3. Juli). In diesem Jahr steht es unter dem Motto "Risse" und widmet sich dem 24. Februar 2022, dem Tag des Einmarschs russischer Truppen in die Ukraine. Fokus des Festivals ist Mittel- und Osteuropa. Renommierte Autoren und Autorinnen aus der Ukraine, aus Russland, Belarus, Bulgarien, Albanien, Polen und Ungarn sind zu Gast und lesen in Frankfurts Hochhäusern aus ihren Werken. Daneben präsentieren sich Autoren aus dem Buchmesse-Gastland Spanien.

  • Top-Thema

    Die verheerende erste documenta-Woche

    Die documenta in Kassel will ein Fest der Weltkunst sein. Immer wieder sorgte sie auch für Aufreger. Doch die aktuellen Vorwürfe, antisemitische Kunst zu zeigen, haben eine andere Dimension als die Kontroversen früherer Jahre. Die verheerende Bilanz der ersten Woche.

  • Top-Thema

    Künstlerkollektiv Taring Padi entschuldigt sich

    Nach dem Eklat auf der documenta hat sich das Künstlerkollektiv Taring Padi entschuldigt. "Wir bedauern zutiefst, in welchem Ausmaß die Bildsprache unserer Arbeit People’s Justice so viele Menschen beleidigt hat. Wir entschuldigen uns bei allen Zuschauer*innen und Mitarbeiter*innen der documenta fifteen, der Öffentlichkeit in Deutschland und insbesondere der jüdischen Gemeinde", schreibt Taring Padi auf der Website der documenta.

    Man habe aus dem Fehler gelernt und erkenne jetzt, dass die Bildsprache im historischen Kontext Deutschlands eine spezifische Bedeutung bekommen hat, schreibt das indonesische Kollektiv. Als Kollektiv von Künstlerinnen und Künstlern, "die Rassismus jeglicher Art verurteilen, sind wir schockiert und traurig über die mediale Berichterstattung, die uns als antisemitisch bezeichnet. Mit Nachdruck möchten wir unseren Respekt für alle Menschen bekräftigen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Rasse, Religion, ihrem Geschlecht oder ihrer Sexualität."

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    Künstlerkollektiv Taring Padi entschuldigt sich

    Ein Mitarbeiter steht ganu oben auf einem Gerüst und rollt schwarzen Stoff über eine großformtatiges, sehr kleinteiliges farbiges Bild.
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  • Start des Rheingau Musik Festivals

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    Rheingau Musik Festival beginnt

    HESSENSCHAU VOM 25:06:2022
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    Nachdem die Corona-Pandemie zuletzt Einschränkungen für das Rheingau Musik Festival bedeutete, treten in diesem Jahr wieder große Orchester und Chöre auf. Mit dabei sind außerdem Stars wie Popmusiker Laith Al-Deen, Geigerin Anne-Sophie Mutter und Jazz-Trompeter Till Brönner. Den Auftakt macht traditionell das hr-Sinfonieorchester. Das Konzert am Samstagabend wird im Livestream und in hr2 übertragen.

  • Hessische Regisseurin gewinnt Deutschen Filmpreis

    Die Dokumentation "The Other Side Of The River" der Kasseler Regisseurin Antonia Kilian ist bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises am Freitagabend als "Bester Dokumentarfilm" ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 200.000 Euro dotiert. In Kilians Film geht es um das Ringen von Frauen um ihre Rechte auf ein selbstbestimmtes Leben in der syrischen Kultur. 2021 gewann die Dokumentation den Hessischen Filmpreis.

    Der Deutsche Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung in der Branche. Er wird seit 1951 vergeben. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt rund drei Millionen Euro dotiert. Das Geld stammt aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne).

    Porträt-Aufnahme von Regisseurin Antiona Kilian
  • Designer präsentiert Graffiti-Mode auf der Fashion Week

    Die Frankfurt Fashion Week geht am Sonntag zu Ende. Im Zentrum der Modemesse stand das Thema Nachhaltigkeit. Modedesigner Paulinus Fung M'englü kam als Einwanderer aus Kamerun nach Deutschland und will mit seiner Graffiti-Mode die Modewelt erobern.

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    Graffiti-Mode bei der Fashion Week

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  • Deutscher Dokumentarfilmpreis für Film über hessische Schulklasse

    Der Film "Herr Bachmann und seine Klasse" von Maria Speth hat den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2022 gewonnen. Er wurde am Freitagabend gemeinsam mit dem Film "Dear Future Children" von Franz Böhm bei einer Gala in Stuttgart ausgezeichnet. Die beiden Filme teilen sich das Preisgeld von 20.000 Euro.

    Regisseurin Speth begleitete über Monate eine Gesamtschulklasse in Stadtallendorf (Marburg-Biedenkopf), in der Lehrer Dieter Bachmann mit ungewöhnlichen Ideen 12- bis 14-Jährige aus zwölf Nationen unterrichtet. Nachwuchsregisseur Böhm erzählt von drei Aktivistinnen, die sich in Chile, Uganda und Hongkong teils unter Lebensgefahr für Demokratrie und Umweltschutz engagieren. Getragen wird die Auszeichnung vom Südwestrundfunk (SWR) und von der baden-württembergischer Medien- und Filmgesellschaft (MFG).

    Herr Bachmann und seine Klasse - Dieter Bachmann und Klasse 6B
  • Ukrainisches Sinfonieorchester lädt zu Benefizkonzert

    Benefizkonzert für die Ukraine: Am Sonntag gastiert das Sinfonieorchester Czernowitz um 11.30 Uhr im Dr. Hoch's Konservatorium in Frankfurt. Das Konzert unter Leitung des Chefdirigenten des Orchesters Josyp Sozansky ist der Auftakt einer Deutschlandtour, bei der das Orchester die Egmont-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven und Werke verschiedener ukrainischer Komponisten spielen wird. 

    Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine initiieren viele kulturelle Institutionen Benefizkonzerte. Auch bei dem Konzert des Sinfonieorchesters Czernowitz wird zu Spenden aufgerufen.

  • Türkisches Filmfestival widmet sich mutigen Filmemachern

    Es gehört zu den größten der Frankfurter Festivals und ist ein deutschlandweit wichtiges Forum für den türkischen Film: das Türkische Filmfestival Frankfurt International. Am Sonntag geht es wieder los, dann präsentiert das Festival in seiner 22. Ausgabe bis zum 1. Juli ein "sehenswertes und vielschichtiges Programm", wie die Stadt Frankfurt mitteilt. Motto des Festivals ist diesmal "Erhebe deine Stimme!". Es sei allen Filmemachern gewidmet, "die den Mut aufbringen mit ihren Filmen auf politische und gesellschaftliche Missstände hinzuweisen", heißt es weiter.

    Im seinem Hauptwettbewerb zeigt das Festival 16 aktuelle Filme aus der Türkei, die in Frankfurt um den Goldenen Apfel für den besten türkischen Spielfilm des Jahres antreten. Weitere Sektionen präsentieren Dokumentar- und Kurzfilme sowie deutsche und europäische Filme mit türkischer Thematik oder von einem türkischstämmigen Regisseur. Die Kategorie Forum Europa zeigt ganz dem diesjährigen Motto folgend, besonders mutige Werke. Neben Preisen für aktuelle Filme, vergibt das Festival auch Ehren- und posthume Preise für das Lebenswerk.

  • Chefwechsel bei der Fuldaer Karnevalgesellschaft

    Jetzt ist es offiziell: Der neue Präsident der Fuldaer Karnevalgesellschaft heißt Oliver Weißenberger. Er ist am Donnerstagabend auf der Jahreshauptversammlung mit großer Mehrheit neu gewählt worden. Weißenberger übernimmt das Amt von Michael Hamperl. Der bisherige Präsident stellte sich nach acht Jahren Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl, um "den Weg für neue Akzente freizumachen".

    Auf den neuen Chef Oliver Weißenberger wartet eine Menge Arbeit. Das gesellschaftliche Vereinsleben habe in den letzten Jahren durch die Pandemie gelitten, nun kämen noch eine Wirtschaftskrise und der Krieg in der Ukraine hinzu. "Das macht es nicht einfacher", sagte Weißenberger dem hr. "Wichtig ist es jetzt erst mal, den Verein zu formen und die Menschen zusammenzubringen."

    Oliver Weißenberger, neuer Präsident der Fuldaer Karnevalsgesellschaft
  • Hartwig würdigt Demandt

    Frankfurts Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig Demandt (SPD) hat die Arbeit von Philipp Demandt für die Schirn Kunsthalle gewürdigt. Bei der Eröffnung der großen Überblicksausstellung "Ugo Rondinone. Life Time" in der Schirn sagte Hartwig, Demandt habe die Schirn "in den letzten sechs Jahren ganz maßgeblich in ihrer Bedeutung als einer der wichtigsten Kunsthallen Deutschlands geprägt und weiterentwickelt".

    Demandt, zuvor an der Berliner Nationalgalerie, war 2016 von der Administration des Städel Museums als Nachfolger von Max Hollein berufen worden. Dieser hatte seit 2001 die Schirn Kunsthalle geleitet und übernahm ab 2006 auch das Städel Museum sowie das Liebieghaus als Direktor. Demandt bleibt Leiter des Städel und des Liebieghauses. Zum 1. Juli übergibt er aber die Leitung der Schirn Kunsthalle an Sebastian Baden. Als erste Ausstellung in der Amtszeit von Baden ist in der Schirn "Aernout Mik. Double Bind / Threshold Barriers" vom 7. Juli bis 3. Oktober zu sehen.

  • Top-Thema

    documenta: Kunstministerin will "zeitnah" Ergebnisse

    Kunstministerin Angela Dorn (Grüne) hält den Druck auf die Verantwortlichen der documenta nach dem Antisemitismus-Skandal hoch. "Wir haben als Gesellschafter der Leitung der documenta gGmbH den Auftrag erteilt, alle gezeigten Werke im Sinne eines verantwortungsvollen Kuratierens zu überprüfen", sagte die Ministerin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa am Freitag in Wiesbaden. "Diese Prüfung läuft, und wir erwarten, zeitnah über Ergebnisse informiert zu werden."

    Es sei die Aufgabe und die Verantwortung der Generaldirektorin der documenta, Sabine Schormann, aufzuarbeiten, wie es dazu kommen konnte, dass antisemitische Bildsprache auf der Ausstellung zu sehen war, betonte die Kunstministerin. "Aus dem Ergebnis dieser Klärung werden wir weitere Schlüsse für bessere Strukturen und klarere Verantwortlichkeiten zwischen vor allem der Geschäftsführung sowie den Kuratorinnen und Kuratoren sowie auch dem Aufsichtsratsvorsitzenden und den Gremien ziehen können."

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    documenta: Kunstministerin fordert "zeitnah" Ergebnisse

    Angela Dorn
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  • Top-Thema

    Künstler: Deutsche Reaktionen auf documenta-Bild waren "Schock"

    Das für das viel diskutierte Bild "People's Justice" verantwortliche Künstlerkollektiv hat den Vorwurf des Antisemitismus zurückgewiesen. Die Gruppe Taring Padi aus Indonesien zeigte sich auch enttäuscht vom Krisenmanagement der documenta-Leitung, wie der "Spiegel" in einem am Freitag vorab veröffentlichten Artikel berichtete. "Wir wussten nicht, dass unser altes Bild in Deutschland Gefühle verletzen würde. Es wurde schon oft auf Ausstellungen gezeigt. Wenn wir gewusst hätten, wie die Reaktionen sind, hätten wir es nie aufgehängt", sagen die Künstler dem Nachrichtenmagazin.

    Antisemitisches Banner auf der documenta

    Das Kollektiv habe die Wirkung des 20 Jahre alten Banners, das Freiheitskämpfe in Indonesien am Ende der Suharto-Diktatur zeigt, falsch eingeschätzt. "Ich dachte, dass man als Künstler gerade in einem Land wie Deutschland, in dem Meinungsfreiheit herrscht, sich über mehr Grenzen hinwegsetzen darf", sagt Sri Maryanto, ein Kollektivmitglied, das nach "Spiegel"-Angaben in München lebt und dort studiert hat. Die Ereignisse in Kassel und der Umgang damit seien für das Kollektiv "ein Schock".

    Und weiter: "Wir sind keine Antisemiten. Wir wissen nicht einmal, wer hier über uns urteilt. Wir lesen es nur in der Zeitung." Dass das Bild "People's Justice" antisemitisch gelesen wird, hält die Gruppe für ein interkulturelles Interpretationsproblem. "Wir sind überrascht. Aber wir sind offen und bereit, zuzuhören. Das gehört zum kollektiven Lernen dazu. Wenn etwas falsch läuft, versuchen wir, einander zu verstehen. Wir haben Konsequenzen gezogen. Leider hat anfangs niemand mit uns gesprochen."

  • Kassels OB hält documenta-Absage des Kanzlers für "unangemessen"

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    Kassels OB kritisiert documenta-Absage des Kanzlers

    Foto von Olaf Scholz vor einem Fernsehinterview.
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    Nach der Erklärung von Olaf Scholz, nicht zur documenta fifteen zu kommen, hat der Kasseler Oberbürgermeister Christian Geselle einen Brief an den Bundeskanzler geschrieben (beide SPD). Geselle halte die Absage Scholz' für unangemessen, da so die documenta "quasi unter Generalverdacht gestellt werde", zitierte die HNA einen Rathaussprecher. Weitere Details zu dem Brief wurden am Freitag nicht bekannt, die Inhalte seien nicht öffentlich, teilte der Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit.

    Ein Besuch des Bundeskanzlers ist kein fester Bestandteil des documenta-Programms. Scholz hatte mit Blick auf den Antisemitismus-Eklat bei der documenta erklärt, die Weltkunstausstellung nicht zu besuchen. Den Gegenstand des Skandals, ein Kunstwerk des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi, hatte Scholz über eine Sprecherin als "abscheulich" bezeichnet.

  • Top-Thema

    documenta: Antisemitismus-Kommission von Bund und Ländern fordert Aufklärung

    Die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern haben nach dem Skandal um antisemitische Darstellungen auf einem Werk der documenta Aufklärung und Konsequenzen gefordert. Dass es überhaupt zur Aufstellung des großen Bildes "People's Justice" kommen konnte, verurteile man "auf Schärfste", heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung der Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens.

    Versäumnisse und Fehler bei Planung, Vorbereitung und Durchführung der documenta seien klarzustellen und Konsequenzen zu ziehen. Es dürfe keine finanzielle Förderung für Antisemitismus geben, erklärten die Beauftragten mit Verweis auf die öffentliche Förderung des Kunst-Events. Die Verantwortlichkeiten müssten festgestellt werden. "Ansonsten wäre die documenta als die international bedeutendste Veranstaltung der Gegenwartskunst vollständig gescheitert", heißt es in der Erklärung.

  • Tag der Architektur: 69 besondere Projekte für Besucher geöffnet

    An diesem Wochenende findet nach zwei Jahren wieder der bundesweite Tag der Architektur statt. Interessierte können Architekturprojekte besichtigen, die in der Regel nur an diesem Wochenende für die Öffentlichkeit geöffnet sind. Unter dem Motto "Architektur baut Zukunft" werden in diesem Jahr nachhaltiges Bauen und verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen in den Fokus genommen. Dabei sind Wohnhäuser, Schulen und Kitas sowie Verwaltungs- und Kulturbauten.

    In Hessen werden 69 Projekte vorgestellt, die von einem Expertengremium ausgewählt wurden, zum Beispiel das "Haus H" in Frankenberg (Waldeck-Frankenberg), das Feuerwehrgerätehaus in Rotenburg an der Fulda (Hersfeld-Rotenburg) und ein besonders gestaltetes Einfamilienhaus in Roßdorf (Darmstadt-Dieburg). Außerdem sind eine ganze Reihe von Bauten aus den Jahren 2020 und 2021 zugänglich. Bauherrinnen und Architekten stehen Rede und Antwort und geben Einblicke in ihre Arbeit. Hier finden Sie eine Karte über alle teilnehmenden Projekte.

    Haus am Dom Frankfurt
  • Chinesischer Nationalcircus in Frankfurt

    Im August (26. bis 31.8.) gastiert der Chinesische Nationalcircus im Zoom Frankfurt. Auf dem Programm steht ein Theaterstück, das William Shakespeares "Romeo und Julia" ins heutige New York verlegt. "China Girl. Liebe ist stärker als Blut!" heißt es. Wie die Veranstalter mitteilten, verbindet das Stück chinesische Akrobatik mit den westlich geprägten Sparten Tanz, Schauspiel, Gesang und Komik. Unterlegt ist es vom Soundteppich der PopiIkone David Bowie. Es gehe dabei "um ewige Liebe und eine verhängnisvolle Feindschaft zwischen heruntergekommenen Hinterhöfen, Garküchen und Edelrestaurants von Manhattans Chinatown".

    Der 1989 durch den Wiener Multimediakünstler André Heller ins Leben gerufene Chinesische Nationalcircus ist eine europäische Initiative, die es sich nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht hat, die chinesische Kultur mit spektakulärer Akrobatik einem möglichst breiten Publikum näher zu bringen. Circus gehöre im Reich der Mitte zur Hochkultur genauso wie Oper, Ballett oder Theater in der westlichen Welt, heißt es.

  • Kunstministerin Dorn: Kuratoren haben zu spät auf "Riesenproblem" reagiert

    Der Streit um die documenta geht weiter. Dazu ein Gespräch mit der hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn von den Grünen. Sie sagt in der hessenschau: Das Kuratorenkollektiv habe zu spät auf das "Riesenproblem" um ein Banner mit antisemitischen Motiven mitten in Kassel reagiert. Nun müsse das Versagen auf verschiedenen Ebenen aufgearbeitet werden.

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    Kunstministerin Dorn (Grüne) über documenta: "Entschuldigung war wichtiger Schritt"

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  • Top-Thema

    Schormann leht Rücktritt weiter ab

    Trotz zahlreicher Rücktrittsforderungen angesichts des Antisemitismus-Eklats auf der documenta 15 hält die Generaldirektorin Sabine Schormann weiterhin an ihrem Amt fest. "Ich nehme meine Aufgabe wie sie mir gestellt wurde verantwortungsvoll wahr und glaube nach wie vor an diese documenta", sagte Schormann am Donnerstag in Kassel. Letztlich liege die Entscheidung aber in der Hand der zuständigen Verantwortlichen und Gremien.

    Zunächst müsse es aber darum gehen, die Vorgänge aufzuarbeiten und "das Schiff wieder auf Kurs zu bringen", betonte sie. "Und bei schwerer See geht ein Kapitän nicht von Bord. So sehe ich an diesem Punkt auch meine Rolle, ich bin für die Organisation der Ausstellung verantwortlich und habe weitere Maßnahmen eingeleitet."

    Derzeit sei das Kollektiv fest entschlossen, "das Positive dieser Ausstellung gemeinsam mit uns zu retten und fortzusetzen", erklärte Schormann. Die Prüfung der Vorfälle werde zeigen, ob und welche weiteren Konsequenzen notwendig seien.

  • Städel will Demokratie fördern

    Sich eine Meinung bilden, Debatten und Diskurse führen, eine lebendige demokratische Kultur leben: Das steht im Zentrum einer neuen kulturellen Bildungsinitiative des Frankfurter Städel Museums. Titel des Angebots: "Meinungsbilder. Anders sehen. Einander verstehen". Ein Museum sei ein Ort für vielfältige gesellschaftliche Aspekte des Lebens, teilte das Städel am Donnerstag mit, deswegen entwickle das Haus seit Jahren "eine zeitgemäße publikumsorientierte Kunstvermittlung".

    Städel Museum

    "Meinungsbilder" solle nun demokratieförderndes Denken und Handeln unterstützen. "Durch eine aktive Auseinandersetzung mit Kunstwerken des Städel Museums lassen sich historische Entwicklungen und Prozesse, die das gesellschaftliche Wertesystem von Freiheit und Demokratie herausgebildet haben, eindrücklich nachvollziehen", schreibt das Städel. "Die Kunstwerke der Sammlung von 1300 bis zur Gegenwart erzählen Geschichten unter anderem von Globalisierung, Widerstand, Utopie, Emanzipation, Macht, Unterdrückung oder Populismus." Nach und nach würden dazu nun verschiedene Formate ins Kunstvermittlungsprogramm einfließen.