dorf sieht schwarz
Szene aus der französischen Komödie "Ein Dorf sieht schwarz". Bild © picture-alliance/dpa

Dramen, Komödien, Familien- und Liebesgeschichten: Vom Wochenende an präsentiert das Türkische Filmfestival im Rhein-Main-Gebiet aktuelle Streifen und Klassiker. Eines der Hauptthemen erscheint einmal in einem ganz anderen Licht.

Mit mehr als 40 Filmen auf dem Programm startet das Türkische Filmfestival in seine 18. Ausgabe. In Frankfurt und Umgebung (siehe Box am Ende) sind Spielfilme, Kurzfilme und Dokumentationen zu sehen. Wie immer stehen türkische Produktionen im Mittelpunkt - aber auch deutsche Filme und französische Komödien. Culture-Clash-Komödien, um genauer zu sein.

"Das Thema Migration war ja ein Brennpunkt der vergangenen Jahre", sagt Festivalleiter Hüseyin Sıtkı. "Wir zeigen dazu nun Filme, die das Thema satirisch anfassen - und da hat Frankreich mehr Erfahrung." Und so steht unter anderem "Ein Dorf sieht schwarz" auf dem Programm, die wahre Geschichte eines Arztes aus Zaire. Er will Mitte der 1970er-Jahre Landarzt in einem kleinen Dorf in Nordfrankreich werden, was zu allerlei Verwerfungen führt.

Geschwister nähern sich an

Zu den besonderen türkischen Filmen zählt für Festivalleiter Sıtkı das Drama "Etwas Nützliches" von 2017. Hier treffen sich zwei Frauen und ein potenzieller Selbstmörder in einem Nachtzug und erzählen sich ihre Geschichten.

Ein weiterer Höhepunkt ist "Schmetterlinge" (2018), eine Mischung aus Drama und Komödie. Der Independent-Streifen erzählt von drei Geschwistern, die sich 30 Jahre lang nicht gesehen haben. Nach dem Tod ihres Vaters sind sie gezwungen, sich einander wieder anzunähern.

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Der hessische Festivalherbst

Im Herbst startet in Hessen eine ganze Reihe von Filmfestivals - wie die Visionale oder die Jüdischen Filmtage in Frankfurt, das Trickfilmfest in Wiesbaden, das Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest oder exground in Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt. Eine Übersicht finden Sie hier.

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Doku über verlorene Jahre

Auch zwei Dokumentationen stechen für Sıtkı heraus: "Die Legende vom hässlichen König" (2017) zeichnet das Leben des kurdischen Filmemachers Yilmaz Güney nach. Er wurde in den 1960er- und 70er-Jahren mehrfach inhaftiert, schrieb im Gefängnis aber seine erfolgreichsten Drehbücher.

Auch die deutsche Dokumentation "Tokat - Das Leben schlägt zurück" (2016) gehört zum Programm des Filmfestivals. Darin blicken Kerem, Dönmez und Hakan auf ihre kriminelle Jugend in den 90er-Jahren in Frankfurt und die verlorenen Jahre danach zurück.

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Filme im Gefängnis und in Schulen

Bei der Auswahl der Filme habe es keine Probleme gegeben, betont Sıtkı: "Das Festival ist überparteiisch und unabhängig. Sollte uns irgendwer Probleme machen oder uns vereinnahmen wollen, dann würde ich lieber auf das Festival verzichten."

Die Veranstaltung habe inzwischen auch einen gewissen Einfluss und sei sehr geschätzt, ergänzt Sıtkı - auch weil Filme in der Justizvollzugsanstalt Frankfurt-Preungesheim und in Frankfurter Schulen gezeigt werden. Auf diese Förderung kultureller Kompetenz sei er besonders stolz, sagt der Festivalleiter.

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Wann? Wo? Und wer?

  • Das Festival dauert von Samstag, 13. Oktober, bis Freitag, 19. Oktober.
  • Die Filme laufen im Cinestar Metropolis, im Filmforum Höchst, im Orfeos Erben (Bockenheim), im Filmmuseum sowie an verschiedenen Orten in Offenbach, Rödermark, Mühlheim, Langen und Dietzenbach. Gezeigt werden sie auf Deutsch, mit deutschem oder englischem Untertitel.
  • Organisiert wird das Festival vom Verein "Transfer zwischen den Kulturen", finanziell unterstützt von Stadt, Land und privaten Sponsoren. Neben dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt zählt auch das türkische Generalkonsulat in Frankfurt zu den Schirmherren.
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