Schauspieler Bert Tischendorf

Nach zehn Jahren Pause und einer Karriere in Kino und Fernsehen ist Bert Tischendorf zurück auf der Theaterbühne. Bei den Burgfestspielen Bad Vilbel spielt er die Hauptrolle in der Komödie "Shakespeare in Love".

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"Shakespeare in Love"-Darsteller Bert Tischendorf im Interview
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Mit sieben Oscars war "Shakespeare in Love" einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 1998. Jetzt kommt die Theaterfassung der Komödie auf die Bühne der Burgfestspiele Bad Vilbel - mit prominenter Besetzung: TV- und Kinoschauspieler Bert Tischendorf hat die Hauptrolle des William Shakespeare übernommen.

Frankfurter Theaterfans dürfte der Mann ein Begriff sein: 2005 bis 2009, fast direkt nach seinem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin, wurde Bert Tischendorf festes Ensemblemitglied am Schauspiel.

Er verkörperte Rollen wie den Mephiso in Goethes Urfaust oder die Desdemona in Shakespeares Othello. Die Frankfurter Rundschau bezeichnete ihn damals als "ganz offensichtlich hoch talentiert".

"Theater spielen ist geil"

Es folgte eine zehnjährige Theaterpause, in der sich Tischendorf als Fernsehstar bundesweit einen Namen machte: Im Mehrteiler "Die Wanderhure" spielte er die männliche Hauptrolle, er trat in Serien wie "Familie Dr. Kleist", "Notruf Hafenkante" oder "Letzte Spur Berlin" auf. Hauptrollen spielte er in Serien wie "Doc meets Dorf" und zuletzt "Beck is back!" auf RTL.

Jetzt ist er zurück auf der Bühne und kann die Premiere am 21. Juni kaum erwarten: "Mal wieder Theater spielen ist richtig geil" sagt er. "Ich freue mich riesig, im Gegensatz zum Drehen mal wieder eine Geschichte zweieinhalb Stunden durchzuerzählen."

Wie Shakespeare zu Shakespeare wurde

"Shakespeare in Love" ist herrlich verwirrendes Theater-im-Theater voller Zitate aus verschiedenen Shakespeare-Stücken. Hauptfigur William Shakespeare leidet unter Geldnot und einer Schaffenskrise. Da verliebt er sich in die Adelige Viola de Lesseps, die im 16. Jahrhundert entgegen allen Verboten davon träumt, auf der Bühne zu stehen.

Sie verkleidet sich als Mann, nennt sich Thomas Kent und spielt in Shakespeares neustem Stück mit. Alles könnte so schön sein, doch das Versteckspiel fliegt auf. Hinzu kommt, dass sie sich zwar auch in Shakespeare verliebt, doch sie ist schon einem anderen versprochen.

"Das Stück ist eine komödiantische Auseinandersetzung mit der Frage, wie Shakespeare zu Shakespeare wurde - zu DEM Shakespeare", erklärt Tischendorf. Sein Shakespeare sei aber keine Kopie der Filmfigur - zusammen mit Regisseurin Milena Paulovics habe er "etwas Eigenes" finden wollen.

Gerne zu Besuch in Frankfurt

Wenn zwischen den Proben Zeit ist, zieht es den 39-Jährigen übrigens wieder an seine alte Wirkungsstätte: "Wenn ich mal frei habe, fahre ich nach Frankfurt", erzählt er. "Ich habe tatsächlich noch zwei Freunde aus der alten Zeit."

Und auch sonst genießt er seine Zeit abseits von Berlin, wo er mit seiner Partnerin und seinem Sohn lebt: "Frankfurt finde ich wunderschön, die Gegend hier finde ich wunderschön. Ich bin gerne hier!"