Städel von außen/ Wand mit Katalogen mit van Gogh Konterfei

Sie soll alle Rekorde brechen: Zur großen van Gogh-Ausstellung im Städel werden rund eine halbe Million Besucher erwartet. Das bringt viel Geld in die Stadt und lohnt eine aufwändige Werbekampagne.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wie ein Freilichtmuseum: Auch die Region Nuenen (Niederlande) profitiert von ihrem berühmtesten Sohn van Gogh

Vincent van Gogh-Zentrum in Nuenen, Niederlande
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Vincent van Gogh im Städel in Frankfurt – das ist ein großes Ding. Van Gogh ist ein populärer Künstler, der die Massen anspricht, seine Motive wie die Sonnenblumen oder der verwirbelte Sternenhimmel prangen auf Taschen, Socken oder Postern.

Das Städel Museum und die Stadt Frankfurt wollen sich aber nicht nur auf die Popularität des Malers verlassen und begleiten die Ausstellung mit zahlreichen Marketingmaßnahmen, um sicher zu stellen, dass die Massen auch tatsächlich wie geplant nach Frankfurt strömen.

Zahlreiche Maßnahmen bewerben die van Gogh-Ausstellung

Städel und Stadt haben im Vorfeld gemeinsam eine große Kampagne gefahren und bundesweit an Bahnhöfen großflächig Werbung plakatiert und auf Videos geschaltet. Besondere van-Gogh-Wochenendarrangements mit Hotels sind im Angebot, große Häuser wie das Maritim Hotel, das Westin Grand oder das Sofitel haben van-Gogh-Pakete geschnürt, der Einzelhandel macht Werbung für die Ausstellung.

Das Städel bietet schon seit Monaten Tickets mit Frühbucherrabatt an, im Kino laufen Trailer, Stadt und Städel werben auf diversen Social-Media-Plattformen. Kurzum: An van Gogh führt quasi kein Weg vorbei.

Städel erwartet eine halbe Million Besucher

Nicht erst seit "Making van Gogh" versucht die Stadt, von dem großen Interesse zu profitieren, das Blockbuster-Kunstausstellungen über die Stadtgrenzen hinaus und international hervorrufen. "Wir arbeiten schon lange mit dem Städel zusammen und haben zu Botticelli, Dürer, Kramer oder Monet immer mal größere Summen an Geld ins Marketing gesteckt", sagt Nina Cordt von der Tourismus + Congress GmbH Frankfurt.

Seit dem 1. Januar 2018 erhebt die Stadt zwei Euro Tourismusbeitrag pro Privatbesucher pro Tag – Geld, das hauptsächlich in Marketingmaßnahmen investiert wird. Wie viel genau für van Gogh ausgegeben wurde, will Cordt nicht verraten.

"Schon bei Botticelli vor zehn Jahren lief das super, das war eine Mega-Ausstellung, es kamen über 370.000 Besucher", sagt sie. Zur großen Monet-Schau kamen 2015 rund 430.000 Besucher, damit war sie nach Angaben des Städel die bislang erfolgreichste Ausstellung des Museums. Zu van Gogh rechne man nun sogar mit einer halben Million Besucher.

Weitere Informationen

Making van Gogh - Ausstellung im Städel

Städel Museum
Schaumainkai 63
60596 Frankfurt

23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020
Di, Mi, Sa, So: 10 bis 19 Uhr, Do, Fr: 10 bis 21 Uhr
Tickets gibt es - je nach Besuchszeit - ab 14 Euro. Für Kinder unter 12 Jahren ist der Eintritt frei.

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74 Prozent der Besucher kommen nicht aus Frankfurt

Das Städel fragt nach eigenen Angaben seit vielen Jahren regelmäßig seine Besucher nach ihrer Postleitzahl. Demnach sind bei den großen Schauen weltbekannter Künstler rund 74 Prozent der Besucher Touristen, die extra anreisen. 60 Prozent der Besucher kommen aus Hessen, werden also als Tagestouristen verbucht.

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"Wir erwarten uns den positiven Nebeneffekt, dass die Menschen nicht nur zu van Gogh gehen, sondern eben in der Stadt bleiben, Geld im Einzelhandel und in der Gastronomie ausgeben, sich die neue Altstadt anschauen und natürlich möglichst noch eine Nacht in einem Hotel dranhängen", sagt Nina Cordt.

Und den Zahlen des Städels zufolge bleiben tatsächlich rund acht Prozent der Besucher eine oder mehrere Nächte in Frankfurt - das könnten im Fall van Gogh rund 30.000 Menschen sein. Blockbuster-Ausstellungen sind also nicht nur kulturell eine Bereicherung, sondern spülen viel Geld in die Kassen der Stadt. Die Werbung lohne sich also, bilanziert die Tourismus + Congress GmbH Frankfurt.