Van Goghs "Kopf einer Bäuerin" wird in einer Auktion versteigert.

Picasso, Jeff Koons, van Gogh: Gemälde, Skulpturen oder Video-Art ziehen weltweit Millionen Menschen in ihren Bann. Die Preise für diese Kunstwerke steigen in astronomische Höhen. Was ist das für ein Markt?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Die Preise für einige Kunstwerke steigen in astronomische Höhen. Was ist das für ein Markt?

Ein Auktionator hält einen Hammer in die Kamera.
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Immer neue Rekordmeldungen vom Kunstmarkt sorgen für Furore: Werke werden für Millionen und Abermillionen ver- und gekauft, viele, um dann auf Nimmerwiedersehen in Privat-Tresoren oder sonst wo zu verschwinden. Der jährlich veröffentlichte Kunstmarktreport zeigt, dass sich das obere Segment des Kunstmarktes deutlich besser entwickelt als der mittlere oder untere Bereich.

Gute Galerie, gute Kunst, gutes Investment?

"Wir haben in der Spitze fünf Galerien, 25 Künstler und vielleicht zehn Museen, die den Markt definieren. Und darunter kommen alle anderen", sagt Magnus Resch, Professor für Kunstökonomie an der Columbia-Universität in New York.

Die Leiterin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt geht ebenfalls davon aus, dass der Name der Galerie kaufentscheidend ist. "Wenn ein Interessierter in Kunst investieren will, dann ist das für ihn eine Marke, zu einer bestimmten Galerie zu gehen, weil er denkt, die haben nur gute Künstler, da kann ich mein Geld gut investieren."

Menschen, die dieses Geld für Kunst ausgeben, verfügen in der Regel über ein Jahreseinkommen von 100.000 Euro aufwärts. Dafür kommen weltweit immerhin 480 Millionen Menschen in Frage, ihre Zahl hat sich in den beiden vergangenen Jahrzehnten verdoppelt.

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Die teuersten Gemälde der Welt

1.) 450 Millionen Dollar: "Salvator Mundi", Leonardo da Vinci, 2017 an einen Privatmann nach Saudi-Arabien verkauft
2.) 179 Millionen Dollar: "Frauen in Algier", Pablo Picasso, 2015 verkauft
3.) 170,4 Millionen Dollar: "Nu couché", Amadeo Modigliani, 2015 an einen chinesischen Geschäftsmann verkauft
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23.) 82,5 Millionen Dollar, "Portät des Dr. Gachet", Vincent van Gogh, 1990 an einen japanischen Geschäftsmann verkauft

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Stilisierter Vincent Van Gogh
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Weniger Verkäufe bei steigenden Preisen

Im Jahr 2018 hatte der Kunstmarkt inklusive Auktionen und Galerieverkäufen weltweit einen Umsatz von gut 67 Milliarden Dollar, das waren neun Prozent mehr als im Jahr davor. Die Zahl der verkauften Werke ist im gleichen Zeitraum aber um neun Prozent gesunken. Es wird also weniger Kunst verkauft, dafür steigen die Preise.

Der Markt wächst in etwa so stark wie die großen Vermögen weltweit. Kunst ist für diese Spitzenverdiener oft mehr als eine Geldanlage, es geht um Status und Prestige. Kunst verschafft dem Käufer Geltung, bedeutet Image, im besten Fall ist sie ein lohnendes Investment.

Die meisten Künstler kämpfen ums Überleben

Kunstwerke mit einem Wert von einer Million Dollar aufwärts dominieren bereits den weltweiten Kunstmarkt. Und dieser Trend wird weitergehen, prophezeit Magnus Resch aus New York. "Die Preise werden noch höher werden, in unserer Lebenszeit werden wir noch das eine Milliarde teure Kunstwerk erleben."

Im unteren Segment werde es weiterhin "extrem schwierig" bleiben. Mittelgroße und vor allem kleinere Galerien werden weiter ums Überleben kämpfen - ganz zu schweigen von den Künstlern. Von ihnen können sich nur die wenigsten finanziell mit ihrer Kunst über Wasser halten.