Bilder van Gogh

Jetzt sind Weihnachtsferien und wie immer heißt es für Eltern: Wie die Kleinen bespaßen? Ein Tipp: Im Frankfurter Städel Museum van Goghs Malerei entdecken und viel über Farben und Bildkomposition lernen.

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^Kinder Van Gogh Städel
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Wie bringt man Vincent van Gogh und seine exzessive Malerei eigentlich Kindern näher? Chantal Eschenfelder, Leiterin der Abteilung Bildung und Vermittlung im Frankfurter Städel Museum ist entspannt: "Sofern es sich nicht um Gewalt handelt, kann man jede Art von Kunst mit Kindern besprechen", versichert sie. "Es ist eine Frage der Methode oder auf was man eingeht."

"Der Vorteil ist, dass Kinder sehr viel besser als Erwachsene beobachten", erklärt Eschenfelder. "Deswegen stellen wir uns bei Führungen oder im Vermittlungsprogramm vor das Bild und fragen immer, was da eigentlich zu sehen ist."

Sehr schnell entdecken Kinder die Besonderheiten der Gemälde van Goghs, wie sie sagt: vor allem seine besonderen Farb- und Bildkompositionen und seine ganz eigene Malweise.

Wie wirken Farben eigentlich?

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zum hr2.de Video Kunst mit Küchle: "Blick auf Arles" von Vincent van Gogh

Kunst mit Küchle: Blick auf Arles
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Eines der Werke, die das Städel bei Kinderführungen bespricht und vor dem auch Eltern mit ihren Kindern länger stehen bleiben sollten, ist "Blick auf Arles" von 1889. "Da werden Kinder sofort entdecken, dass die Baumstämme die falsche Farbe haben, weil sie ja blau sind", weiß Eschenfelder.

Kinder können außerdem entdecken, dass van Gogh in diesem Bild bestimmte Farbtöne besonders häufig verwendet: nämlich Blau-Grün. Dagegen findet sich hier wenig Gelb-Rot. An van Goghs Farbkompositionen können Kinder lernen, wie Farben sich gegenseitig in ihrer Leuchtkraft verstärken oder auch mal gegeneinander wirken.

Wann ist die Komposition gelungen?

"Kinder sehen außerdem sehr schnell, dass 'Blick auf Arles' eigentlich eine 'schlechte' Komposition ist, denn die Bäume, die im Vordergrund stehen, sind oben und unten abgeschnitten", erklärt Eschenfelder. Warum van Gogh trotzdem weltweit bekannt und oft kopiert wurde, könne man Kindern über seine Malweise näher bringen.

Durch die Variation seiner Pinselstriche hätte er es geschafft, Landschaften und selbst Gegenstände lebendig, fast flirrend wirken zu lassen. Das sehe der Betrachter besonders gut an Bildern, auf denen van Gogh Häuser verewigt hat, wie zum Beispiel auf "Drei Hütten in Saintes-Maries-de-la-Mer" von 1888.

In Städel-Workshops dürfen Kinder auch selbst zu van Gogh werden, sagt Eschenfelder. Der Maler habe zum Beispiel mit verschiedenfarbigen Wollknäulen experimentiert, um herauszufinden, welche Farben gut zusammenpassen: "Da können Kinder so richtig ihre Fantasie walten lassen."

Weitere Informationen

van Gogh für Kinder

Wer die Ausstellung "Making van Gogh" mit seinen Kindern nicht auf eigene Faust erkunden will, kann an einer Familienführung oder einem der (sehr gefragten!) Vermittlungsangebote teilnehmen. So bietet das Städel zum Beispiel den Ferienkurs "Team Vincent: Die Farbenforscher" für vier bis sechsjährige Kinder an (mit Anmeldung, Dienstag, 7. Januar bis Freitag, 10. Januar, weitere Informationen auf der Homepage des Städel). Für Kinder ab sechs Jahren bietet das Städel jeden Sonntag ein dreistündiges "Offenes Atelier" an, für das keine Anmeldung erforderlich ist.

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