Festspielintendant Dieter Wedel
Dieter Wedel Bild © picture-alliance/dpa

Dem Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, Dieter Wedel, werden aus seiner Zeit als Fernsehregisseur sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Anschuldigungen verschiedener Ex-Schauspielerinnen im "ZEITmagazin" wies Wedel zurück.

Audiobeitrag
Regisseur Dieter Wedel

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Regisseur Wedel weist Vorwürfe zurück

Ende des Audiobeitrags

Das Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit" berichtete am Mittwoch über Vorwürfe verschiedener Ex-Schauspielerinnen: Sie beschuldigen den Intendanten der Bad Hersfelder Festspiele, sie während seiner Zeit als Fernsehregisseur sexuell belästigt zu haben.

Gegen den Willen zum Sex gezwungen?

Eine der ehemaligen Schauspielerinnen schilderte dem Magazin einen Vorfall aus dem Jahr 1996 in einem Hotelzimmer in München. Wedel soll sie bei einem Vorstellungstermin gegen ihren Willen zum Sex gezwungen haben.

Ein weiterer Vorfall soll sich laut einer anderen ehemaligen Schauspielerin 1991 bei einem Casting in einem Bremer Hotelzimmer zugetragen haben. Die Frau sagte dem Magazin, Wedel habe ihre Bluse aufgerissen und versucht, sie auf eine Couch zu werfen. Als sie sich wehrte, habe ihr Wedel den Hals zugedrückt. Schließlich habe sie flüchten können.

Zudem sagte ein Kameramann dem Magazin über Wedels Umgang mit Schauspielerinnen bei Dreharbeiten: "Die Schauspielerin, die nicht mit ihm schlafen wollte, hat er fertiggemacht."

Wedel: Vorwürfe unzutreffend und nicht gerechtfertigt

Wedel hatte diese Darstellungen bereits dem "ZEITmagazin" gegenüber detailliert zurückgewiesen. Am Mittwochabend ließ der 75-Jährige zudem eine Stellungnahme seiner Anwälte veröffentlichen - unter anderem auf der Internetseite der Bad Hersfelder Festspiele.

Darin heißt es unter anderem, ihr Mandant habe vor Erscheinen des Berichts eine umfassende eidesstattliche Erklärung zu den schweren Anschuldigungen abgegeben. "Darin versichert er, dass die offenbar von mehreren Schauspielerinnen gegen ihn erhobenen Vorwürfe unzutreffend und nicht gerechtfertigt sind. Er habe zu keinem Zeitpunkt diesen oder anderen Frauen in irgendeiner Form Gewalt angetan."

Entschuldigung für "manchmal überharte, verletzende Kritik"

Ihr Mandant bedauere, dass er im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit als Produzent und Regisseur Schauspielerinnen und Schauspieler insbesondere am Set manchmal überharter, wohl auch verletzender Kritik ausgesetzt hat. "Einen Zusammenhang mit den ihm unterstellten Übergriffen gab es dabei nie."

Im Juni war es kurz vor der Premiere der Martin-Luther-Aufführung bei den Bad Hersfelder Festspielen zu einem Eklat zwischen Wedel und dem Hauptdarsteller gekommen. Wedel feuerte Schauspieler Paulus Manker. Während Wedel Manker beschuldigte, sich den Regieanweisungen verweigert zu haben, klagte Manker über Wedels angeblich aggressive und beleidigende Art.