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Eine Bildkombination aus einem Foto der Band "Tocotronic" während eines Konzertes und einem Bild aus dem Comic.

Die Songs von Tocotronic erzählen wilde Geschichten. Da liegt es nahe, das Kopfkino anzuwerfen. Das Ergebnis: Ein Comic-Band, an dem auch Künstler aus Frankfurt beteiligt sind.

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hessenschau vom 18.12.2020
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Vor 25 Jahren kam das Tocotronic-Debütalbum "Digital ist besser" auf den Markt. Zum Silber-Jubiläum ist nun der Comic-Band "Sie wollen uns erzählen" entstanden. Aus zehn Songtiteln - quer durch die Bandgeschichte - wurden Comics.

Die Songtexte beeinflussen seit Jahren Bands wie Tomte, Sportfreunde Stiller, Madsen oder Kreisky, aber auch für ihre Fans sind sie Lebensbegleiter und Inspiration. Und nicht zuletzt sind sie Ausdruck einer coolen Zeit. Der Comic-Band fängt diese Zeit ein und liefert einen bildreichen Überblick des Tocotronic-Schaffens.

Erinnerung an die eigene Aufbruchszeit

Tocotronic-Comic von Moni Port

Die Grafikerin und Künstlerin Moni Port aus der Frankfurter Labor Ateliergemeinschaft erinnert sich gerne und oft an die Musik von Tocotronic. Die Kinderbuchillustratorin verbindet damit "ihren eigenen Aufbruch". Denn als Port Ende der 1990er mit anderen Illustratoren und Künstlerinnen ihr Atelier in Frankfurt gründete, gehörte Musik zu ihrem Alltag. "Da haben wir viel Musik gehört und eben auch Tocotronic", erinnert sie sich.

Als Herausgeber Michael Büsselberg sie fragt, ob sie Lust hat, Teil des Comic-Projekts zu sein, ist Moni Port erst sehr geschmeichelt und dann nervös. "Ich hatte so etwas noch nie gemacht, ich komme ja nicht aus der Comicszene, sondern aus der klassischen Buchillustration und dem Kinderbuch", sagt sie. Aber am Ende überwiegt die Freude und sie entscheidet sich für das Lied "Die Erwachsenen“. Das beginnt mit dem ironischen Refrain "Man kann den Erwachsenen nicht trauen".

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Moni Port hat inzwischen selbst einen 15-jährigen Sohn. "Der hat sich gewundert, warum ich dieses Lied gewählt habe." Das bringt Port zum Schmunzeln, denn was der Junior nicht verstehen kann: Mit diesem Lied kommen für Port Erinnerungen an eine gute Zeit hoch. "Es war ein völlig anderes Leben", erinnert sie sich.

"Studieren und neue Leute kennenlernen. Wir waren viel unterwegs und entdeckten plötzlich diese tollen Hamburger Musiker: die Sterne, Blumfeld und eben auch Tocotronic. Die haben wir viel gehört und gingen auf ihre Konzerte."

Mit dem Ohrwurm im Kopf Geschichten erzählen

Die Arbeit an "Sie wollen uns erzählen" ist zumindest in Frankfurt auch eine Familienangelegenheit. Einen zweiten Song von Tocotronic hat sich Philip Waechter geschnappt, Mann von Moni Port, Comicschreiber, Illustrator und ebenfalls Teil der Frankfurter Labor Ateliergemeinschaft.

Waechter entscheidet sich für "Electric Guitar" aus dem Album "Die Unendlichkeit". In dem Lied geht es um einen pubertierenden Jungen, der bei seinen Eltern wohnt und "sich vor dem Spiegel Pickel ausdrückt". Dieser Song klingt für den gebürtigen Frankfurter in Teilen autobiografisch. "Ich habe das Gefühl, dass dieser junge Mensch nicht ganz glücklich ist in seinem Umfeld, möglicherweise mit dem Ort in dem er lebt, aber in seinem Zimmer kann er träumen. Seine Gitarre ermöglicht ihm, er selbst zu sein, aus sich rauszugehen."

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Waechter hat zwar nie Gitarre gespielt, aber die Gefühle des jungen Mannes sind ihm vertraut. "Ich hatte beim Zeichnen immer den Song als Ohrwurm im Kopf, das war spannend." Mit jedem Bild habe er sich jetzt an die Musik erinnert.

Französische Comics als Vorbild

Die Idee zu dem Tocotronic Song-Book stammt von Michael Büsselberg. Der Journalist und DJ ist schon lange Fan der Hamburger Band. Während eines Frankreich-Urlaubs hält er plötzlich Comic-Bücher zu französischen Musikbands in den Händen. Der Frage "Warum gibt es so etwas nicht in Deutschland?" schließt sich die Idee für das Projekt "Sie wollen uns erzählen" an.

Tocotronic-Comic von Christopher Tauber

"Musikalisch hat sich Tocotronic mehrmals neu erfunden, ist sich aber mit ihren lyrischen Texten immer treu geblieben", sagt Michael Büsselberg. Die Komplexität und Kraft der Texte ist es auch, was Christopher Tauber an der Band gefällt. Der Frankfurter Comiczeichner hat sich mit dem Song "Let there be rock" verewigt.

Raus aus der Jogginghose - rein in die Rockerkluft

Anders als Moni Port wollte er den Songtext nicht in Szene setzen, sondern eine ganz eigene Geschichte erfinden. Er wollte zeigen, wie lange es dieses Lied schon gibt und seine Fans begleitet. Seine Geschichte bringt die Leser darum auch zurück in ihre Kinderzimmer.

Als das Lied "Let there be rock" 1999 als Teil des Albums "K.O.O.K" erschien, war Tauber von dem Videoclip fasziniert. "Man sah Leadsinger Dirk von Lowtzow in Lederjacke als Rocker", erinnert er sich. “Raus aus den Trainingshosen und dem Secondhand-Look ganz nach dem Motto: jetzt sind wir gestandene Männer."

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Tauber schmunzelt immer noch über das Musikvideo, das für ihn so "rockprollig" wirkte und damit den Song brach. "Das war intelligent und klug, wie man das von Tocotronic nicht anders erwartet."

"Sie wollen uns erzählen - zehn Tocotronic Song Comics" ist ein charmantes, witziges und originelles Buch. Die zehn kurzen Geschichten setzen sich mit den verschiedenen Schaffensphasen von Tocotronic auseinander. Mit völlig unterschiedlichen Interpretationen. Ein großer Spaß. Jede Seite möchte man sich am liebsten als Postkarte an die Wand kleben.

Sendung: hr2-kultur, 24.11.2020, 17.40 Uhr