Nach dem Umbau: Jüdisches Museum öffnet wieder

Erst verzögerte sich der Umbau, dann kam Corona. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz, will das Jüdische Museum Frankfurt Ende Oktober Neueröffnung feiern. Dem soll eine zweimonatige Öffentlichkeitskampagne vorausgehen.

Nach einem aufwendigen Umbau soll das jüdische Museum am 21. Oktober wieder öffnen. In der Zeit vor der Neueröffnung sollen Interessierte mit einer zweimonatigen Kampagne neugierig auf die künftigen Inhalte gemacht werden, sagte Museumsdirektorin Mirjam Wenzel am Dienstag in Frankfurt. So werde im Vorfeld der Eröffnung eine Online-Sammlung vorgestellt, für die gelte: "Wir sammeln Objekte, und wir sammeln Geschichten", so Wenzel. 350 Objekte aus der Dauerausstellung sollen künftig online auch zu sehen sein.

Gespräche im Bus und bei Youtube

Schon an diesem Mittwoch startet der "Bus der Zukunft" des Aktivisten und Sozialunternehmers Shai Hoffmann (38) mit "Pop-up-Gesprächen". An fünf aufeinanderfolgenden Tagen wollen Hoffmann und Mitarbeiter des Museums auf fünf Plätzen in Frankfurt das Gespräch mit Menschen suchen. Dabei soll es nicht nur um die Erwartungen an das Museum gehen, sondern auch ums gesellschaftliche Zusammenleben.

Um Meinungsfreude und Auseinandersetzungen mit der Gesellschaft geht es auch in einer Gesprächsreihe des Publizisten und TV-Moderators Michel Friedman (64). Wegen der Beschränkung der Besucherzahl in der Corona-Pandemie wird sie auch auf dem Youtube-Kanal des Museums gestreamt. Den Anfang macht das Thema "Hoffnung" am 16. September mit dem Schauspieler Ulrich Matthes.

Am 9. November spricht Friedman mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) über "Hass". "Wir befinden uns in einer Zeitenwende", sagte Friedman. Es sei eine "Kernfrage: Wie steht es mit unserer Demokratie?" Das gelte nicht nur für die Entwicklung in Deutschland, sondern auch in Europa, sagte er mit Blick auf Einschränkungen für Justiz oder Medien in Ländern wie Polen und Ungarn.