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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Das war der Eurovision Song Contest in Tel Aviv

Die S!sters bei ihrem Auftritt in Tel Aviv. Viele Punkte gab's für Carlotta Truman (li.) und Laurita Spinelli nicht.

Es ist schon fast business as usual: Deutschland ist beim Eurovision Song Contest mal wieder weit hinten gelandet. Das Duo S!sters mit der hessischen Sängerin Laurita Spinelli entlockte lediglich einer Fachjury ein paar Zähler.

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Deutschland hat beim Eurovision Song Contest wie bereits vor zwei, drei und vier Jahren einen der hinteren Plätze belegt. Das Duo S!sters setzte mit Rang 24 die Misserfolgsserie beim Länderwettbewerb fort. Hinter Deutschland landeten nur Weißrussland und Großbritannien. Im vergangenen Jahr hatte Michael Schulte die Pleiteserie mit seinem vierten Platz kurz unterbrochen.

Von den europaweiten Fernsehzuschauern gab es null Punkte für den Song "Sister", was Moderatorin Bar Refaeli beim Vorlesen leidtat: "I'm sorry." Beim Jurydurchlauf waren nur 32 Punkte für die 26-jährige Wiesbadenerin Laurita Spinelli und ihre Partnerin Carlotta Truman zusammengekommen. Zum Vergleich: Sieger Niederlande hatte am Ende 492 Punkte.

Nach ihrem Auftritt, der durchaus viel Applaus erntete, hatte Michael Sonneck, Präsident des Eurovision Club Germany, die Performance der S!sters noch als "ganz toll" gelobt. Und auch Wolfgang Grube, Sprecher des deutschen OGAE-Fanclubs, sagte: "Die Mädels waren heute ganz prima, die haben ihre Sache gut gemacht."

Liebeskummer ist Trumpf beim ESC

Deutlich erfolgreicher als das deutsche Duo schnitten die Niederlande ab, die zum fünften Mal in der Geschichte des Wettbewerbs triumphierten - nach 1957, 1959, 1969 und 1975. Die Liebeskummerballade "Arcade" des Interpreten Duncan Laurence (25) traf vor allem den Geschmack der TV-Zuschauer.

Auf Platz zwei kam am Ende Italien, auf Rang drei Russland, Platz vier erreichte die Schweiz mit Luca Hänni, der 2012 die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" gewonnen hatte.

Deutschland als Geldgeber gesetzt

Der Eurovision Song Contest fand in Tel Aviv statt, weil die israelische Sängerin Netta Barzilai im vergangenen Jahr mit ihrem Song "Toy" gesiegt hatte. Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 41 Länder teil. 15 Beiträge wurden in den beiden Semifinals (Halbfinals) am Dienstag und Donnerstag aussortiert. Neben Deutschland waren als große Geldgeber automatisch Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien fürs Finale gesetzt, ebenso der Gastgeber, also diesmal Israel.

Die Zuschauer konnten wie immer über den Sieger mit abstimmen, jedoch nicht fürs eigene Land. Ihr Voting wurde ergänzt von Juroren.

Madonna kassiert Millionengage für schiefe Performance

Superstar Madonna trat während der Abstimmungsphase auf und sang etwas schief ihren 30 Jahre alten Hit "Like a prayer". Sie präsentierte außerdem einen neuen Song: "Future". Nach Angaben der britischen PR-Firma Number 10 strategies trug der israelisch-kanadische Geschäftsmann Sylvan Adams die Kosten für Madonnas Auftritt - schätzungsweise rund 1,15 Millionen Euro.

Während Madonnas eher düsterer Bühnenshow waren auf den Rücken von zwei Tänzern die israelische und die palästinensische Flagge zu sehen. Israel und die Palästinenser streiten seit Jahrzehnten um das Land zwischen dem Mittelmeer und Jordanien. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalterin betont immer wieder, der ESC sei unpolitisch.

S!sters wollen "auf jeden Fall zusammenbleiben"

Deutschland hat bisher zweimal den ESC gewonnen: 2010 mit Lena ("Satellite") und 1982 mit Nicole ("Ein bisschen Frieden"). Den ESC gibt es seit 1956.

Den S!sters gelang es nicht, in die Fußstapfen von Lena und Nicole zu treten. Im Februar hatten die beiden den Vorentscheid gewonnen - und zwar überraschend, denn erst kurz vorher wurde das Duo nachnomiert. Der Song stammt aus der Feder eines internationalen Komponistenteams, für das die Interpreten erst gefunden, sprich gecastet werden mussten. Im Rahmen dieses Castings lernten sich Laurita und die Hannoveranerin Carlotta dann kennen.

Schwestern wollen Laurita Spinelli und Carlotta Truman auch nach dem ESC bleiben. Und auch als Band würden beide "auf jeden Fall zusammenbleiben", kündigt Laurita Spinelli an.

Sendung: hr4, 19.5.2019, 10 Uhr