Was in der Nacht passiert ist, was heute wichtig wird – und alles, was Hessen bewegt. Das war der Donnerstagmorgen im Ticker.

Nachrichtenüberblick:

Auf Wiedersehen

So, auch der Donnerstags-Morgenticker wäre geschafft. Morgen begrüßt Sie an dieser Stelle KoKaKi (Kollegin Katrin Kimpel). Ich verbleibe derweil mit den besten Grüßen und melde mich nächste Woche wieder. Bis dahin!

+++ Home-Office führt zu Kläranlagen-Verstopfung +++

9.57 Uhr: Die einen klagen über zu wenig Klopapier, die anderen über überlaufende Kläranlagen. Die Corona-Epidemie sorgt auch beim Verdauungsprozess für einige ungeahnte Probleme. Neuestes Beispiel: Da in Mörfelden-Walldorf (Groß-Gerau) deutlich mehr Geschäfte auf der heimischen Toilette verrichtet werden – Stichwort: Home-Office – ist die ortsansässige Kläranlage verstopft. Laut Kläranlagen-Leiter Georg Lautenschläger sei der Grund für die überfüllten Rohre aber nicht etwa übermäßiger Nudel-Konsum oder schlechte Ernährung. Haupt-Übeltäter ist das Toilettenpapier für die empfindliche Haut: "Bei uns kommen jetzt doppelt so viele Feuchttücher an wie noch vor zwei Wochen." Man arbeite nun mit Hochdruck (im doppeltem Wortsinn) an einer Lösung.

Klopapier

+++ Verschiedene Maschen beim Corona-Enkeltrick +++

9.35 Uhr: Kriminelle aus dem Kreis Groß-Gerau haben am Mittwoch versucht, Kapital aus dem Coronavirus zu schlagen. Wie die Polizei mitteilte, wandten die bislang unbekannten Täter dabei zwei verschiedene Maschen an. Enkeltrick-Variante eins: Sie gaben sich am Telefon als Freund der Enkelin oder Arzt aus und gaukelten ihren Opfern vor, dringend Geld für ein Corona-Gegenmittel zu benötigen. Enkeltrick-Variante zwei: Unter dem Vorwand eines Einkaufshilfe-Angebots verwickelten sie ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen in ein Gespräch und erzählten dann, dass sie Geld verloren hätten. Noch, so die Polizei, sei kein Opfer auf die Tricks hereingefallen.

Ein alter Mensch mit Telefon in der Hand.

+++ Degenkolb sieht Tour in Gefahr +++

9.10 Uhr: John Degenkolb, seines Zeichens Hessens bekanntester Radprofi, befürchtet, dass auch die Tour de France in diesem Jahr ausfallen könnte. Nach der Absage des Rhein-Main-Radrennens Eschborn-Frankfurt sieht der Oberurseler auch die Frankreich-Rundfahrt in Gefahr. "Der Tour-Chef meinte, nur ein Weltkrieg kann die Tour de France stoppen. Das glaube ich nicht", sagte Degenkolb am Mittwoch dem hr-sport. Ein sicheres Gefühl, dass die Tour und Olympia stattfinden, habe er derzeit nicht. Die Tour soll am 27. Juni in Nizza starten.

John Degenkolb bei der Tour de France

+++ FUSSBALL 2000 ruft zum Singen auf +++

9 Uhr: In Zeiten von Corona und Bundesliga-Pause versucht der Eintracht-Videopodcast FUSSBALL 2000, am kommenden Samstag zumindest etwas Stadionstimmung zu verbreiten. Der Plan: Zur besten Anstoß-Primetime um 15.30 Uhr sollen möglichst viele Fans von Eintracht Frankfurt an die (geöffneten) Fenster oder auf den Balkon treten und gemeinsam die Hymne "Im Herzen von Europa" schmettern. Unter dem Hashtag #Polizeichor2000 wird der Aufruf gerade in den sozialen Medien verbreitet. Machen Sie gerne mit!

Polizeichor

+++ Landeselternbeirat erinnert an Corona-Maßnahmen +++

8.49 Uhr: Der hessische Landeselternbeirat hat alle Eltern noch einmal dazu aufgefordert, auf Ausflüge und Verabredungen in Gruppen in nächster Zeit zu verzichten. Die von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen im öffentlichen Leben dienten dazu, "die Ausbreitung der Infektion mit dem Covid-19-Virus zu verlangsamen", hieß es in einer Email. Man verstehe zwar, dass es bei dem sonnigen Wetter schwer sei, in der Wohnung oder dem Haus zu bleiben. "Dennoch sind die Empfehlungen eindeutig und wir bitten Sie, die Lage ernst zu nehmen." Dem kann sich auch der freiluftfanatische Morgentickerer nur anschließen.

Bier Skyline

+++ Rätselraten um Todesursache des Hasen +++

8.28 Uhr: Auch mehrere Stunden nach dem Unfalltod eines Hasen (wir berichteten) ist noch immer nicht ganz klar, wie das Tier ums Leben gekommen ist. Laut einer Mitteilung der Polizei wich eine 38 Jahre alte Autofahrerin dem Hasen aus und landete deshalb auf dem Dach. Warum Meister Lampe dann trotzdem tot auf der Straße lag, bleibt ein Rätsel. "Wir gehen davon aus, dass er vielleicht einen Herzinfarkt erlitten hat", sagte ein Sprecher. Ebenso merkwürdig: Aus dem Kleinwagen befreiten sich insgesamt sechs (!) Personen. Allesamt kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.

Feldhase

+++ Oberbürgermeister sind Elektro-Muffel +++

8.19 Uhr: Kommen wir erneut zu einem Thema, das absolut nichts mit Corona zu tun hat: umweltfreundliches Autofahren. Einer hr-Umfrage zufolge, sind derzeit gerade einmal drei von zwölf in Hessen arbeitenden Oberbürgermeistern rein elektrisch unterwegs. Demnach setzen nur Heiko Wingenfeld (CDU) in Fulda, Jochen Partsch (Grüne) in Darmstadt und Felix Schwenke (SPD) in Offenbach auf einen Dienstwagen mit Elektro-Antrieb. Drei weitere fahren immerhin Hybrid, die restlichen sechs cruisen weiterhin mit klassischem Verbrennungsmotor durch die Gegend.  

+++ Lufthansa streicht fast alle Flüge +++

7.48 Uhr: Die Lufthansa nimmt wegen der Corona-Krise weitere Kürzungen im ohnehin schon eingedampften Flugplan vor. Wie der Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte, werden bis zum 19. April nur noch fünf Prozent aller ursprünglich geplanten Flüge tatsächlich durchgeführt. Von 763 Flugzeugen des Konzerns bleiben rund 700 dauerhaft am Boden, Fernverbindungen gibt es vorerst nur ab Frankfurt und dreimal die Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich. Die Langzeit-Folgen der Epidemie seien derzeit laut Vorstandschef Carsten Spohr noch nicht absehbar. Je länger die Krise dauert, desto wahrscheinlicher sei es aber, "dass die Zukunft der Luftfahrt ohne staatliche Hilfe nicht gewährleistet werden kann".

Eine Flugbegleiterin der Lufthansa

+++ Bis zu 20 Grad +++

7.34 Uhr: So langsam geht das Wetter in Richtung kurze Hosen und sockenfreie Sandalen. Laut unserer hr-Wetterexperten könnte das Thermometer am heutigen Donnerstag erstmals die magische 20-Grad-Marke erreichen und damit endgültig den Frühling einläuten. Falls Sie das Wetter ausnutzen wollen (Denken Sie dabei an Social Distancing), sollten Sie sich allerdings etwas beeilen. Im Laufe des späten Nachmittags könnte es nämlich auch einzelne Schauer geben. Ähnliches hat Petrus auch für Freitag geplant, am Wochenende geht es dann eher in Richtung Couchwetter.

+++ EZB-Notkaufprogramm in Höhe von 750 Milliarden Euro +++

7.21 Uhr: Surreale Zeiten, surreale Zahlen: Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat die in Frankfurt ansässige Europäische Zentralbank (EZB) ein Notkaufprogramm für Anleihen in Höhe von 750 Milliarden Euro angekündigt. Wie die EZB am späten Mittwochabend mitteilte, soll es dabei um Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft gehen. Das Programm werde beendet, sobald der EZB-Rat die Coronavirus-Krise für bewältigt halte, nicht aber vor Jahresende. "Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliches Handeln", schrieb EZB-Chefin Christine Lagarde auf Twitter.

Skyline Frankfurt EZB

+++ Abitur-Start in Hessen +++

7.06 Uhr: Trotz der Coronakrise und geschlossener Schulen starten am heutigen Donnerstag in Hessen die Abiturprüfungen. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch nach einer Beratung mit. "Auch wenn die aktuelle Lage unsere Abiturientinnen und Abiturienten vor große Herausforderungen stellt, wollen wir ihnen nicht die Chance nehmen, an den Prüfungen teilzunehmen", sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Es gibt allerdings zwei Ausnahmen: An der Hochtaunusschule in Oberursel und der Feldbergschule finden die Prüfungen aufgrund eines Corona-Falls nicht statt. Betroffen sind rund 30 Schüler und Schülerinnen.

"Abi 2020" steht auf einem selbst gemalten Abi-Plakat, das vor dem Goethe-Gymnasium in Kassel aufgehängt ist.

+++ Kiwi-Nachwuchs im Frankfurter Zoo +++

6.46 Uhr: Dank eines Kuckucksei-Tricks gibt es Nachwuchs-Freuden im Frankfurter Zoo. Wie die Betreiber des Tierparks bei Facebook mitteilten, hat am 12. März ein seltenes Kiwi-Küken das Licht dieser Welt erblickt. So weit, so süß. Geradezu spektakulär wird die Geburt des eigentlich in Neuseeland beheimateten Langschnabels aber bei einem Blick auf den Ausbrütungs-Prozess. Dieser wurde nach Zoo-Angaben nämlich von "Vorzeigebrutmann" Kelsey durchgeführt, obwohl dieser gar nicht der leibliche Vater ist. Hintergrund: Da die richtigen Eltern Kaytee und Mahuru zwar in der Lage waren, für ein Vogel-Baby zu sorgen, in Sachen Erziehung und Versorge aber noch echte Grünschnäbel sind, schoben die Pfleger Kelsey das Ei einfach unter. Ein Kiwi-Kuckucksei. Sachen gibt's.

Kiwi

+++ Corona-Alarm in Mengerskirchen +++

6.30 Uhr: Der Bürgermeister von Mengerskirchen (Limburg-Weilburg) hat die Bewohner seiner Gemeinde dazu aufgefordert, ihre Wohnungen und Häuser nur noch im Notfall zu verlassen und soziale Kontakte zu vermeiden. Aufgrund von sechs positiv getesteten Mitmenschen sei dies "als Anordnung zu verstehen und zu befolgen", hieß es auf der Webseite des Marktfleckens. Um eine offiziell verhängte Ausgangssperre, das betonte eine Sprecherin auf hr-Nachfrage, handele es sich aber nicht. Der Appell sei als "eindringliche Bitte" zu verstehen.

Alle weiteren Informationen und Entwickungen zur Coronakrise erhalten Sie wie gewohnt in unserem Corona-Ticker.

+++ Hase verursacht Unfall und stirbt +++

6.13 Uhr: Bei einem Unfall auf der B47 bei Lorsch (Bergstraße) sind in der Nacht zum Donnerstag mehrere Personen leicht verletzt und ein Hase getötet worden. Nach Angaben der Polizei kam das vollbesetzte Auto einer Frau aus dem Kreis Groß-Gerau von der Straße ab, schleuderte gegen eine Mauer und überschlug sich. Welche Rolle der Hase dabei genau spielte, ist derzeit noch unklar. Laut einer Sprecherin könnte das Auto mit dem Hasen kollidiert sein. Es sei aber auch möglich, dass die Pkw-Fahrerin dem Mümmelmann ausweichen wollte und deshalb die Kontrolle verlor. In diesem Fall könnte die nachfolgende Streife den Nager überrollt haben. Klar ist nur: Der Hase überlebte den Unfall nicht.

Unfall Hase

+++ Haus nach Brand in Kassel unbewohnbar +++

6 Uhr: In Kassel ist in der zweiten Nacht in Folge ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus ausgebrochen. Nachdem in der Nacht zum Mittwoch ein Haus im Stadtteil Niederzwehren gebrannt hatte, stand in der Nacht zum Donnerstag ein Gebäude im Vorderen Westen in Flammen. Nach Angaben der Feuerwehr geriet aus bisher ungeklärter Ursache eine Souterrain-Wohnung in Brand, die Hausbewohner konnten sich allesamt selbst retten. Der Schaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt, das Sieben-Parteien-Haus ist vorübergehend nicht bewohnbar.

Brand Kassel

+++ Los geht's +++

Guten Morgen, liebe Hessen! Falls Sie an dieser Stelle die Kollegin Meliha Verderber erwartet hatten, muss ich Sie leider enttäuschen. Besondere Zeiten erfordern besondere Dienstplan-Verschiebungen. Deshalb müssen Sie nun doch mit mir Vorlieb nehmen - aber gemeinsam schaffen wir auch das. Bis 10 Uhr gibt es hier die aktuellen Nachrichten aus der Nacht und vom Donnerstag. Mein Name ist Mark Weidenfeller. Wenn Sie Anmerkungen haben, schreiben Sie mir gerne eine Mail. 

Porträt Mark Weidenfeller