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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Wasserkuppe: Anklage nach tödlichem Flugzeug-Unglück

Gersfeld

Fast eineinhalb Jahre nach einem tödlichen Flugunfall auf der Wasserkuppe hat die Staatsanwaltschaft Fulda Anklage gegen den Piloten erhoben. Bei dem Unfall waren eine Mutter und ihre beiden Kinder ums Leben gekommen.

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Dem 57 Jahre alten Piloten werde fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Luftverkehrs vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Fulda am Dienstag mit. Das Landgericht wird als nächstes über die Zulassung der Anklage und einen Prozess entscheiden.

Das Unglück ereignete sich am 14. Oktober 2018 in Gersfeld (Fulda) in der Rhön: Ein Leichtflugzeug war über die Landebahn hinaus gerast und hatte eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden 11 und 12 Jahre alten Kinder getötet. Der Pilot hatte nach einem missglückten Landeversuch auf Hessens höchstem Berg versucht durchzustarten, was ihm aber nicht gelang. Die Maschine durchbrach eine Schranke und erfasste die Passanten auf einem angrenzenden Fußweg.

Maschine überladen - Gewicht nicht überprüft

Zur Begründung der Anklage führte die Staatsanwaltschaft mehrere Punkte auf. Der Pilot aus Ludwigshafen habe seine Sorgfaltspflichten nicht ausreichend beachtet und dadurch den Tod der drei Menschen verschuldet. Die Maschine sei beim Flug von Mannheim in die hessische Rhön überladen gewesen. Der Pilot habe es vor dem Flug versäumt, das Gewicht der mit vier erwachsenen Passagieren besetzten Maschine zu checken. Und das obwohl sich eine Überprüfung angesichts der Anzahl der Passagiere förmlich aufgedrängt habe.

Die Maschine vom Ty Cessna 172N hätte nach Angaben der Staatsanwaltschaft nur 1.043 Kilogramm wiegen dürfen. Letztlich sei sie mit 32 Kilogramm überladen gewesen. Aufgrund der damit verbundenen Leistungseinbußen der Maschine hätte der Pilot nicht fliegen dürfen.

Fehler beim Landeanflug

Zudem habe der Pilot beim Landeanflug Fehler begangen, befand die Staatsanwaltschaft. Er habe den vorgegebenen Landeanflug verkürzt. Möglicherweise sei ihm auf der Gegenpiste nach einem Start ein Flugzeug entgegengekommen. Beim Aufsetzen sei er viel zu schnell gewesen. Die Entscheidung zum Durchstarten der Maschine sei dann letztlich zu spät erfolgt.

Die Maschine schoss über das Ende der Landebahn hinaus und kollidierte mit einem Pfeiler und einer Schranke, die sich hinter dem Propeller verkeilte. "Danach überquerte sie die dort befindliche Straße und erfasste mit immer noch laufendem Propeller die jenseits der Straße auf einem Gehweg laufende Mutter mit ihren Kindern, die hierdurch jeweils multiple schwerste und unmittelbar tödliche Verletzungen erlitten", erklärte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, Christine Seban.

Die Wetterbedingungen waren zum Unfall-Zeitpunkt nach Angaben des Flugplatzes unproblematisch. Eine technische Störung hatte zum Unfallzeitpunkt an der Maschine nicht vorgelegen, wie die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) ermittelt hatte.

Sendung: hr-iNFO, 24.03.2020, 15.00 Uhr