Wassereimer
Wer im Kreis Kassel Wasser aus Flüssen oder Seen schöpft, muss mit Strafen rechnen. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Waldbrandgefahr bleibt hoch, Oberursel denkt über Einschränkung des Freibadbetriebs nach und Wasserschöpfen im Kreis Kassel unter Strafe: Wir tragen zusammen, welche Folgen die Hitze in Hessen hat - und fragen: Wie heiß ist es bei Ihnen?

Die aktuellen Temperaturen in Hessen
Kommentarfunktion: Ihre Hitze-Eindrücke?

+++ Waldbrandgefahr bleibt hoch, Wetter am Wochenende angenehm +++

Die Verschnaufpause vom Hitzesommer hält über das Wochenende erst einmal an. Vor allem der Samstag zeigt sich mit moderaten Höchsttemperaturen von bis zu 26 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach mitteilte. Vereinzelt sind auch Schauer und starker böiger Wind im Norden möglich. Am Sonntag scheint meist die Sonne, bei 25 bis 30 Grad.

Trotz der Abkühlung besteht die Gefahr von Waldbränden weiterhin, wie Petra Westphal von Hessenforst mitteilte. Vor allem aufgrund der anhaltenden Trockenheit müsse man mit weiteren Bränden rechnen. Laut Hessenforst gab es in diesem Jahr bisher 90 Waldbrände in Hessen. Im gesamten Vorjahr wurden 58 Waldbrände gezählt.

+++ Situation in Oberursel weiter angespannt +++

Wie die Stadtwerke Oberursel (Taunus) am Freitag meldeten, bleibt die Trinkwassersituation in der Gemeinde angespannt. Seit einiger Zeit könne der hohe Bedarf "nicht mehr durch eigene Trinkwassergewinnung gedeckt werden", hieß es in einer Mitteilung. Die Bevölkerung sei weiter zum Wassersparen aufgerufen. Die Situation werde sich selbst bei Regen nicht grundsätzlich entspannen, da "die Grundwasserneubildung einige Wochen dauert und es dazu länger anhaltender ergiebiger Niederschläge bedarf", schrieben die Stadtwerke weiter. Bleibe die Situation so angespannt, behalte sich die Stadt zum Beispiel die Einschränkung des Freibadbetriebes oder den Ausruf des Wassernotstandes vor.

+++ Wasserentnahme aus Flüssen verboten +++

Aufgrund anhaltender Trockenheit verbietet der Landkreis Kassel Wasser aus Flüssen, Bächen und Seen zur Bewässerung zu entnehmen. Durch den geringen Wasserstand und die starke Erwärmung des Wassers verschlechterten sich die Lebensbedingungen für Fische und andere Organismen, sagte ein Kreissprecher am Freitag. So werde auch die Nahrungsgrundlage anderer Tierarten stark beeinträchtigt. Verboten ist selbst das Schöpfen von Hand. Das Verbot gelte für alle Oberflächengewässer im Kreisgebiet, nicht betroffen seien bislang Fulda und Weser. Wer trotzdem Wasser entnehme, müsse mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen.

+++ Bahnausfälle auf Limburg-Strecke +++

Nach den Unwettern am Vortag fahren die Züge in Hessen wieder weitgehend normal. Es könne aber noch zu Verzögerungen kommen, bis alles wieder fahrplanmäßig läuft, sagte ein Sprecher der Bahn am Freitag. Probleme gab es zunächst noch auf der Strecke Limburg-Frankfurt, wo Verspätungen und Zugausfälle gemeldet wurden. Ein Unwetter hatte am Donnerstagnachmittag Züge ausgebremst, der Frankfurter Hauptbahnhof wurde für etwa eine Stunde gesperrt. Davon waren sowohl der Fern- als der auch Regionalverkehr betroffen.

MELDUNGEN VOM Donnerstag, 9. AUGUST

+++ Wasserspiele im Kasseler Bergpark eingedampft +++

Noch sitzt der Kasseler Bergpark nicht ganz auf dem Trockenen. Aber der Pegel im nahelegenen Sichelbachteich, der als Reservoir für die beliebten Wasserspiele des Parks dient, ist bedenklich gesunken. Da von den normalerweise rund 40.000 Kubikmetern Wasser nicht mehr genug übrig ist, lautet der Beschluss: Die Vorführungen mit den Kaskaden am Herkules, der Fontäne am Schlossteich und dem Wasserfall unter der Teufelsbrücke fallen ab sofort deutlich kürzer aus. Derart eingedampft, lassen sich die Spiele bis zum Oktober vielleicht retten.

+++ Himmelslaternen setzen Rasen in Brand +++

Vom Einsatz verbotener Himmelslaternen hat sich eine Hochzeitsgesellschaft in Gladenbach-Mornshausen (Marburg-Biedenkopf) nicht zu viel versprochen: Die mit brennenden Kerzen bestückten Papier-Flugkörper machten die Feier nach Angaben der Polizei am Mittwochabend zum unvergesslichen Erlebnis. Vier von fünf Laternen konnte die Feuerwehr rechtzeitig in der Luft abfangen. Eine Leuchte aber löste auf einem ausgetrockeneten Rasen einen "kleinen Flächenbrand" aus. Die Polizei vermutet, dass sich die Beteiligten auch wegen der Strafanzeige "Herbeiführen einer Brandgefahr" noch lange an die Hochzeit erinnern werden.

+++ Popkonzerte wegen Brandgefahr verlegt +++

Max Giesinger und Milky Chance müssen umziehen: Die beiden Konzerte können nicht wie geplant am 16. und 17. August am Schlosspark Kassel stattfinden. Das Risiko für einen Brand im ausgetrockneten Schlosspark sei einfach zu groß, schreiben die Konzertveranstalter auf Facebook: "Ein Funke oder ein unsachgemäß weggeworfener Zigarettenstummel genügt, um einen Brand auszulösen." Shootingstar Giesinger und das Kasseler Musik-Duo Milky Chance treten jetzt statt dessen auf dem Kasseler Messegelände auf.

+++ Vorabwarnung vor schweren Gewittern +++

Auch am Donnerstag werden in Hessen wieder unwetterartige Gewitter erwartet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat bereits Vorabwarnungen herausgegeben - und zwar für sämtliche hessische Regionen. Es muss mit schweren bis orkanartigen Böen von rund 100 Stundenkilometern gerechnet werden.

MELDUNGEN VOM MITTWOCH, 8. AUGUST

+++ Taunus-Kommunen droht Trinkwassernotstand +++

Rund 418.000 Kubikmeter Wasser seien am Montag verbraucht worden, so viel wie nie zuvor in der Geschichte des Unternehmens, sagte ein Sprecher des Versorgungsunternehmens Hessenwasser am Mittwoch. "Damit wurde sogar der Rekord vom Juli 2015 deutlich übertroffen." Die Konsequenz: Hessenwasser kann nach eigenen Angaben derzeit nicht alle Lieferanfragen der Kommunen sofort bedienen. Die Stadt Steinbach im Taunus hat inzwischen ihre Bürger zum Wassersparen aufgefordert und angekündigt, im Bedarfsfall den Trinkwassernotstand auszurufen. Ähnlich sieht es in anderen Kommunen im Taunus aus.

+++ Bouffier will Bauern schnell helfen +++

Hessens Bauern sollen wegen der anhaltenden Dürre rasch Hilfe vom Land erhalten. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Mittwoch während des Besuchs eines Bauernhofs in Runkel-Arfurt (Limburg-Weilburg) und sprach sich für Soforthilfen aus. Der Ministerpräsident plädierte dafür, Landwirten, die einen deutlichen Ertragsrückgang nachweisen können, bis zu 50 Prozent der durch die Dürre verursachten Verluste auszugleichen. Zudem sprach er sich für die Einführung einer neuen Gefahrenversicherung aus, die wetterbedingte Schäden und Ernteeinbußen besser abfedere.

+++ Polizei schnappt Feuerteufel +++

Unmittelbar am Waldrand des Heringer Stadtteils Kleinensee (Hersfeld-Rotenburg) hat ein 22 Jahre alter Mann Ende Juli dreimal Feuer gelegt. Jetzt wurde der Mann gefasst, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die von dem 22-Jährigen gelegten Brände seien immer rechtzeitig entdeckt und das Feuer relativ zügig gelöscht worden. In einem Fall standen allerdings Wald und Wiese auf einer Fläche von 200 Quadratmetern in Flammen. Vergangenen Dienstag wurde der 22-Jährige auf frischer Tat ertappt, als er erneut einen Laubhaufen im Wald bei Heringen entzünden wollte. Der alkoholisierte Mann habe die Taten gegenüber den Beamten gestanden, berichtete die Polizei. Bis zu einer möglichen Gerichtsverhandlung kam der 22-Jährige auf freiem Fuß.

+++ Fahrgastschiffe können Anlegestellen nicht anfahren +++

Das Niedrigwasser im Rhein sorgt für Probleme bei Schiffstouren. Die Reederei Köln-Düsseldorfer (KD) kann derzeit vier Anlegestellen nicht mehr anfahren: Asmannshausen (Hessen), Kamp-Bornhofen, Rhens und Oberlahnstein (Rheinland-Pfalz). Das Wasser sei dort nicht tief genug, sagte eine Sprecherin der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt AG. Die Strecke Köln-Linz wird vorübergehend bis Königswinter verkürzt, damit das Niedrigwasser nicht zu Verspätungen führt. Die Bingen-Rüdesheimer Fahrgastschifffahrt fährt nach eigenen Angaben aktuell St. Goar nicht mehr an, weil dort ein Sandbett größer geworden ist. Die Frankfurter Primus Linie steuert Ginsheim am Altrhein nicht an.

+++ Unterricht an Kirchhainer Schulen wieder möglich +++

Zwei von einem heftigen Unwetter getroffene Schulen im mittelhessischen Kirchhain können wieder öffnen. Der Unterricht werde am Donnerstag aufgenommen, sagte ein Sprecher des Kreises Marburg-Biedenkopf in Marburg. An der Grund- sowie an der weiterführenden Schule fand am Mittwoch kein Unterricht statt, weil das Unwetter am Vortag für Schäden an Gebäudeteilen gesorgt hatte. Diese mussten zunächst überprüft werden. Neben Kirchhain war auch das benachbarte Stadtallendorf von starken Regenfällen betroffen. Im gesamten Kreis Marburg-Biedenkopf waren am Dienstag Feuerwehrleute zu mehr als 200 Einsätzen ausgerückt.

+++ Auch Friedrichsdorf ruft zum Wassersparen auf +++

Nachdem schon die Hochtaunus-Städte Oberursel und Steinbach auf einen Trinkwassernotstand zusteuern, ruft nun auch Friedrichsdorf seine Bürger zum Wassersparen auf. Die Wasserversorgung sei gefährdet, teilen die Stadtwerke mit. Die Bevölkerung solle daher darauf verzichten, Grünflächen zu wässern oder Schwimmbecken zu füllen. Mit den Fußballvereinen sei eine "wesentliche Reduzierung der Sportplatzberegnungen vereinbart."

MELDUNGEN VOM DIENSTAG, 7. AUGUST

+++ Trinkwassernotstand auch in Oberursel, Steinbach und Grävenwiesbach +++

Oberursel und Steinbach im Hochtaunuskreis steuern auf einen Trinkwassernotstand zu, teilten die beiden Städte am Dienstag mit. Der Wasserverbrauch sei so hoch, dass die Mengen nicht mehr aus eigenen Quellen oder durch Fremdbelieferung bereitgestellt werden könnten. Die Bürger sind dazu aufgerufen, jegliche Nutzung von Trinkwasser zu unterlassen, "die nicht dem menschlichen Gebrauch dient", heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Auch die Taunus-Gemeinde Grävenwiesbach rief zum Wassersparen auf. "Sollte sich in den nächsten zwei bis drei Tagen der Wasserverbrauch nicht drastisch reduzieren, ist die Trinkwasserversorgung nur noch bedingt aufrecht zu erhalten", hieß es in einer Information an die Einwohner. Zuvor hatten bereits andere Städte im Taunus wie Kelkheim über einen Wasser-Notstand berichtet.

+++ Unwetter in Teilen Hessens +++

Unwetter mit schweren Gewittern und Starkregen sind am Dienstag über Teile Hessens gezogen. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg meldete die Feuerwehr am Abend 80 Einsatzorte. Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf waren die Feuerwehren unterwegs. Hier wurde ein Linienbus von umstürzenden Bäumen eingeschlossen. Verletzt wurde niemand.

+++ Bauern dürfen wegen Dürre Brachen nutzen +++

Wegen der anhaltenden Dürre dürfen Landwirte ihr Vieh nun auch auf Brachflächen weiden lassen. Da viele Futterpflanzen wie zum Beispiel Mais vertrocknet seien, werde bei vielen Viehhaltern das Futter knapp, sagte Peter Voss-Fels, Generalsekretär des hessischen Bauernverbands, am Dienstag.

Für dürregeplagte Betriebe sei die zusätzliche Nutzung der sogenannten Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) aber kein Befreiungsschlag, da dort ebenfalls vieles vertrocknet und eine Nachsaat nicht zulässig sei. "Es gibt Orte, da hat es seit drei Monaten kein Regen gegeben. Da ist natürlich die Katastrophe da", sagte Voss-Fels. Bei ÖVF handelt es sich um fünf Prozent aller Ackerflächen eines Betriebes, die nach einer EU-Verordnung nicht für die Landwirtschaft genutzt werden dürfen.

+++ Mann tot aus Königssee geborgen +++

Einen tödlichen Badeunfall gab es am Königsee in Zellhausen, einem Ortsteil von Mainhausen (Offenbach): Dort wurde am Dienstag gegen 11.30 Uhr ein Leichnam geborgen, wie die Polizei mitteilte. Zuvor hatte ein Zeuge einen Mann im Wasser gesehen, der plötzlich untergegangen war. Geborgen wurde ein 88-Jähriger aus Mainhausen. Die Kriminalpolizei geht nach Abschluss der Ermittlungen von einem Badeunfall aus. Bereits am Montag waren in Hessen bei Badeunfällen zwei Menschen ums Leben gekommen.

+++ Festival-Besucher sollen Feuerlöscher mitbringen +++

Nicht ohne meinen Feuerlöscher: Die Besucher des Ziegelei Open-Air-Festivals in Neu-Anspach (Hochtaunus) sollen sicherheitshalber einen im Auto deponieren. Das berichtet der Usinger Anzeiger. Bei dem Festival, das von Freitag bis Sonntag trotz Trockenheit stattfindet, wird die Feuershow durch eine LED-Show ersetzt. Anstatt Strohpyramiden gibt es nur einzelne Ballen, Sichtschutzwände aus Heu werden durch Bauzäune ersetzt und offenes Feuer ist komplett verboten.

+++ Edersee-Atlantis: Führungen zu versunkenen Dörfern +++

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Besuchermagnet Edersee-Atlantis: Der Wasserspiegel ist so gesunken, dass die versunkenen Dörfer aus dem See herausragen. Für Besucher bietet der Naturpark Kellerwald-Edersee im August Führungen durch das Edersee-Atlantis an. Zu sehen gibt es die Ruinen der Dörfer Bringhausen, Berich und Asel.

Der Kehrseite: Ökologisch und wirtschaftlich ist es ein Nachteil für die Region, wenn der Edersee aufgrund der Trockenheit so viel Wasser verliert. Der See dient der Weser als wichtiger Wassertank, zum anderen ist er das Herzstück des Naherholungsgebiets.

+++ Besucher suchen Abkühlung im Museum +++

Nach wochenlanger Dauerhitze sehnen sich die Menschen nach Kühle - und finden sie im Museum. Viele Ausstellungshäuser in Hessen berichten, dass sie mehr Besucher haben als in früheren Sommern. "Wer reinkommt, atmet erleichtert auf", sagte die Sprecherin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt. "Der Sommer kommt uns zu Gute."

Auch das Frankfurter Städel-Museum stellte zuletzt einen Besucheranstieg fest. Vor allem Städtetouristen ziehe es bei diesen Temperaturen ins Museum. Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Das Landesmuseum Darmstadt bestätigt die Einschätzung. In der letzten Juli- und der ersten Augustwoche kamen in diesem Jahr rund 3.500 Besucher. In den drei Vorjahren waren es in den gleichen zwei Sommerwochen jeweils unter 2.500.

+++ Appell zum Wassersparen im Taunus zeigt Wirkung +++

Kein Auto waschen, nicht den Rasen wässern, auch der Pool soll leer bleiben: Der Wasser-Spar-Appell in Kelkheim und Kronberg zeigt Wirkung. "Der Wasserverbrauch hat sich reduziert, wir sind auf einem guten Weg", sagte die Kelkheimer Stadtsprecherin Christine Michel am Dienstag. Die autarken Brunnen im Taunus seien überall an der Leistungsgrenze angelangt. Dennoch bezeichnete der Sprecher der Stadtwerke Kronberg, Thomas Schäfer, die derzeitige Lage als stabil. Um Entwarnung geben zu können, müsse es aber erst einmal richtig regnen.

Durch die anhaltende Trockenheit wurde das Wasser in den Kelkheimer Ortsteilen Ruppertshain und Eppenhain knapp. Damit die Wasserleitungen nicht austrocknen, wurden 110 Kubikmeter Wasser über eine Notleitung aus dem Ortsteil Fischbach in einen Hochbehälter gepumpt. Im zehn Kilometer entfernten Kronberg sieht die Lage ähnlich aus.

+++ Temperaturen bis zu 38 Grad - Abkühlung in Sicht +++

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Ihnen ist es zu heiß? Nach wochenlanger Hitze ist etwas Abkühlung in Sicht - doch zuvor gehen die Temperaturen am Dienstag in Hessen noch mal richtig nach oben. Es werden laut hr-Wetterredaktion Höchstwerte von bis zu 38 Grad erreicht. Im Bergland sind Schauer und Gewitter möglich, die Starkregen und Hagel bringen können.

Danach bewegen sich die Temperaturen allmählich auf eine Erfrischung zu: Am Mittwoch liegen die Höchsttemperaturen bei 27 bis 33 Grad. Es kann teils kräftige Schauer und Gewitter geben. Ähnlich verläuft der Donnerstag. Überwiegend trocken bleibt es am Freitag - und mit Höchstwerten von nur noch 26 Grad kühlt es schließlich ordentlich ab.

MELDUNGEN VOM MONTAG, 6. AUGUST

+++ 46-Jährige stirbt beim Schwimmen im Main +++

Eine 46 Jahre alte Frau ist am Montagnachmittag im Frankfurter Stadtteil Nied im Main schwimmen gegangen und dabei ertrunken, teilte die Feuerwehr mit. Polizei, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei suchten mit einem Großaufgebot nach der Frau. Sie wurde tot aus dem Wasser geborgen. Die genauen Umstände des Unglücks waren zunächst unklar.

+++ Waldbrand am Kleinen Feldberg +++

Am Kleinen Feldberg im Taunus hat am Montagabend ein Waldstück gebrannt. Rund 500 Quadratmeter Fläche waren laut Polizei in Brand geraten. Es gebe keinen Hinweis auf Brandstiftung. Feuerwehren aus dem Umkreis waren an den Löscharbeiten beteiligt. Nach rund zwei Stunden war das Feuer gelöscht. Die Feuerwehr stellte für die Nacht zwei Einsatzwagen als Brandwache ab.

+++ Mehr Wespen wegen Hitze +++

Wegen der Hitze hat die Wespensaison in diesem Jahr früher begonnen, zudem gibt es deutlich mehr und größere Nester als sonst, wie Wespenberaterin Brigitte Martin vom Bund für Umwelt und Naturschutz Darmstadt (BUND) am Montag zu hessenschau.de sagte. Auch sei die Phase erreicht, in der Wespen nicht mehr genug Süßquellen im Nest hätten und darum anderswo suchen müssten.

"Die Wespen haben auch Wasserbedarf", sagte Martin. Neben Getränken und Speisen könnten süße Parfüms, Haarspray und Haargel die Wespen anlocken. Ein Tipp lautet darum: geruchsneutrale Lotion benutzen. Hilfreich sei auch, alle Getränke und Speisen abzudecken und den Wespen eine Alternative anzubieten, etwa ein halbierte Traube abseits des eigenen Tisches. Kreist die Wespe um einen, ist das noch kein Angriff. Die Insekten seien vielmehr kurzsichtig und verschafften sich so nach und nach ein Bild, so die Expertin.

+++ Im Taunus wird das Trinkwasser knapp +++

In Kelkheim sind in der Nacht zu Montag Wasser-Notleitungen über Feuerwehrschläuche eingerichtet worden. Die Stadt leidet unter Trinkwasserknappheit, die Brunnen seien fast erschöpft, teilte der Magistrat am Montag mit.

Aber auch andere Städte im Taunus haben Probleme: In Kronberg (Hochtaunus) verpflichtete die Stadt alle Bürger, auf das Bewässern von Gärten ebenso zu verzichten wie darauf, das Auto zu putzen. Das Verbot soll noch zwei Monate gelten. Königstein (Hochtaunus) hat ähnliche Schwierigkeiten. Der Tagesverbrauch liege derzeit 2.000 Kubikmeter über dem Normalverbrauch pro Tag, teilte die Stadt mit. Auch Königstein rief dazu auf, dringend Wasser zu sparen.

+++ Hitze bremst ICE-Züge Richtung Benelux aus +++

Technische Probleme wegen der großen Hitze lassen derzeit ICE-Züge von Frankfurt nach Amsterdam und Brüssel reihenweise ausfallen. Das bestätigte eine Sprecherin der Bahn nach einer Recherche von hr-iNFO, nach der am Sonntag sieben ICE ersatzlos und fünf teilweise ausgefallen sind.

"Es war ein Chaos", sagte ein Eisenbahner. Klimaanlagen und andere technische Komponenten seien defekt gewesen. Wegen der kleinen Flotte der im internationalen Verkehr eingesetzten ICE können nach Angaben der Bahn Probleme nicht so gut durch Ersatzzüge ausgeglichen werden. Am Montag lässt die Bahn die internationalen Züge in Köln beginnen und enden. Gleichwohl fallen weiter Züge aus.

+++ Wasserverbrauch gestiegen +++

Der Trinkwasserverbrauch im Rhein-Main-Gebiet ist auf einen neuen Jahresrekord geklettert: Am vergangenen Freitag seien rund 408.000 Kubikmeter Wasser verbraucht worden, sagte der Sprecher von Hessenwasser, Hubert Schreiber, am Montag. Das waren noch einmal mehr als am letzten Juli-Tag (rund 400.000 Kubikmeter). Absoluter Rekordhalter ist jedoch noch der 3. Juli 2015 mit rund 409.000 Kubikmetern. Zum Vergleich: Ein 50 Meter langes Olympia-Schwimmbecken fasst 3.750 Kubikmeter Wasser.

+++ Flüsse nähern sich kritischer Temperatur +++

Durch die Hitze droht ein Massensterben der Fische in Hessens Flüssen. In einigen Gewässern lägen die Temperaturen nur noch knapp unter der kritischen Marke, sagte Günter Hoff-Schramm, Geschäftsführer der Verbands Hessischer Fischer, am Montag. "Ab 28 Grad wird es kritisch, da haben wir den höchsten Sauerstoffverlust." Laut dem Verband sind es im Main 26 Grad, im Rhein 25 Grad, in der Lahn 26 Grad, in der Fulda 24 Grad und in der Eder 23 Grad. Zu wenig Sauerstoff im Wasser lässt Fische ersticken.

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+++ Trotz Hitze: Frankfurter Bäder wegen Versammlung dicht +++

Es ist heiß - aber nicht zu heiß für die jährliche Betriebs- und Mitarbeiterversammlung der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF). Deshalb hatte, zum erstaunten Ärger mancher Kunden, am Montagvormittag kein einziges städtisches Bad geöffnet. Für "alle Gäste, Schulen und Vereine" sei erst wieder ab 14 Uhr Betrieb, heißt es auf der BBF-Internetseite. Was bei dem Wetter besonders schmerzt: Auch die Saunen blieben dicht.

+++Hitzefrei? Der Schulleiter hat das letzte Wort +++

Nicht nur der Lehrstoff heizt Hessens Schülern wieder ein. Gleich am ersten Tag des neuen Schuljahres stellt sich die Frage: Wird der Unterricht überhaupt durchgezogen oder gibt es hitzefrei? Die Entscheidung darüber treffen die Schulleiter der rund 1.800 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen, wie das Kultusministerium am Montag betonte.

Einen einheitlich und verbindlich festgelegten Temperatur-Grenzwert gibt es nicht. Jede Schulleitung muss selbst entscheiden, ob der Unterricht angesichts der Temperatur im Inneren der Schule zumutbar und sinnvoll ist. Falls nicht, kann nach der fünften Stunde Feierabend sein. Außerdem heißt es: "Auch der Verzicht auf Hausaufgaben kann eine Möglichkeit sein."

MELDUNGEN VOM SONNTAG, 5. AUGUST

+++ Trinkwasser-Notversorgung in Kelkheim +++

In zwei Stadtteilen von Kelkheim (Main-Taunus) wird das Trinkwasser knapp. Betroffen seien die etwas abseits der Kernstadt gelegenen Teile Ruppertshain und Eppenhain mit insgesamt rund 3.500 Einwohnern, teilte die Stadt am Sonntag mit. Die Kommune appellierte an die Bewohner, Wasser nur noch für den persönlichen Bedarf zu entnehmen. Für die Bewässerung des Gartens, das Befüllen von Pools oder auch Autowäschen dürfe kein Wasser mehr benutzt werden. "Die Wasserabnahme muss auf das absolut notwendige Minimum reduziert werden", hieß es in einer Mitteilung.

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Der Kelkheimer Bürgermeister Albrecht Kündiger von der Unabhängigen Kelkheimer Wählerinitiative sagte, die beiden Stadtteile würden von eigenen Brunnen versorgt. Deren Pegel hätten zuletzt einen "dramatischen Tiefstand" erreicht.

Wenn die Wasserentnahme nicht zurückgehe, könne schon am Montag nicht mehr genügend Wasser vorhanden sein. Die Feuerwehr fahre durch die Straßen und informiere die Bürger. Vorsorglich werde eine Notleitung aus Feuerwehrschläuchen gelegt, die Ruppertshain und Eppenhain mit der Kernstadt verbinde. "Wir wollen vorbereitet sein", sagte Kündiger. "Jeder Kubikmeter zählt jetzt."

+++ Heißer Start in die Woche +++

Den Hessen steht ein weiterer heißer Wochenstart bevor. Die Temperaturen am Montag sollen auf bis zu 34 Grad steigen, wie die hr-Wetterredaktion vorhersagt. Es bleibt durchweg sonnig und trocken. Am Dienstag werden gar bis zu 37 Grad erwartet. Etwas Abkühlung versprechen nur die Nächte in den kommenden Tagen: Dann sinken die Temperaturen auf bis zu 20 Grad in den Städten – und kühlen 13 Grad in Tälern des nordhessischen Berglandes.

+++ Weihnachtsbäume im Winter Mangelware? +++

Als Folge der derzeitigen Hitzewelle könnte mancher Hesse an Weihnachten zur Plastiktanne greifen müssen. "Die Weihnachtsbaumerzeuger haben ein echtes Problem", sagte der geschäftsführende Direktor des hessischen Waldbesitzerverbandes, Christian Raupach. Klassische Weihnachtsbäume wie die Blaufichte und die Nordmanntanne seien von der Hitze geschwächt und mit Schädlingen befallen. Zudem hätten viele Bäume ihr Wachstum eingestellt, um Kraft zu sparen.

Weihnachtsbaum Trends
Bild © picture-alliance/dpa

Eine Pracht im Wohnzimmer sind die von der Trockenheit mitgenommenen Bäume auf keinen Fall mehr. "Die nadeln schon beim Absägen", sagte Raupach. Der Experte hat auch seine Zweifel, ob Bäume aus Skandinavien den Ausfall auf dem deutschen Markt ausgleichen können. Auch dort litten die Bäume derzeit unter der Hitzewelle, die Situation sei ähnlich.

+++ Bisher rund 80 Waldbrände in Hessen +++

Im hessischen Wald hat es bis Anfang August rund 80 Mal gebrannt. Das sei eine deutliche Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr, sagte eine Sprecherin von Hessen Forst. Im Schnitt gebe es in Hessen pro Jahr rund 30 bis 50 Waldbrände, hieß es beim Verband der Waldbesitzer.

Das hessische Umweltministerium warnt seit Tagen vor hoher Waldbrandgefahr mit Alarmstufe A, der zweithöchsten Gefahrenstufe. Menschen sollten im Wald nicht grillen, ihre Autos nicht auf trockenen Wiesen abstellen und aufpassen, dass keine Glasscherben herumliegen. Diese könnten durch den Brennglaseffekt Feuer entfachen. Rauchen ist im Wald grundsätzlich verboten.

+++ Schweinenackensteak Nummer eins auf dem Grill +++

Fleischspezialitäten werden fürs Grillen immer beliebter, doch ein Klassiker landet nach wie vor am häufigsten auf dem Rost: "Das Schweinenackensteak ist und bleibt die Nummer eins", sagte Gero Jentzsch vom Deutschen Fleischer-Verband anlässlich der Deutschen Grillmeisterschaften am Sonntag in Fulda. Bei den Würstchen sei die feine, gebrühte Bratwurst oben auf der Beliebtheitsskala. "Das liegt alleine schon an den großen Mengen Currywurst, die in Deutschland verzehrt werden."

Bei den Deutschen Grill- und BBQ-Meisterschaften wird am Sonntag der nationale Grillkönig gesucht. Insgesamt 40 Mannschaften treten auf dem Fuldaer Messegelände gegeneinander an.

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92 Kommentare

  • @ Mr Joe 09.08.18, 06:15 Uhr

    Vor Brandgefahr durch auf Gras geparkte PKW / LKW wird doch schon lange gewarnt. Nicht nur in diesem Jahr. Leute über 18 haben das schon mehrfach gesagt bekommen. ;-)

    Es sollte auch ganz selbstverständlich sein, kein Wasser zu verschwenden. Derzeit ist jeder gefordert, selbst etwas beizutragen. Oder nein.... JEDER ist IMMER gefordert, selbst achtsam mit Ressourcen umzugehen. Bei sich Anfangen.

  • 13 Uhr: 31 Grad, gefühlt 40.... . Dabei ist mein Umfeld mit Gärten nicht ganz so heiß wie in der Innenstadt. Da komme ich gerade her. Unerträglich.

    Abkühlen? Morgen, wenn die Vorhersage stimmt, nur noch bis 27 Grad. Ob es reicht, die Wohnung abzukühlen? Innentemperatur ist derzeit 28 Grad. Es geht noch heiß und vor allem trocken weiter, sagt der DWD.

    Ich bedaure Leute, die in der Küche arbeiten oder ähnlich "hitzige" Berufe haben. Bei mir wird nicht gekocht - Brote, Milchprodukte, Obst und Gemüse (roh).

  • Bei dieser Trockenheit sollten Auto/LKW Fahrer gewarnt werden, so gut wie moeglich nicht auf trockenem Gras oder im Wald das Fahrzeug abstellen. Der Auspuff kann der Start eines Wildfeuers werden.
    Be careful/seid vorsichtig im guten Hessenland/Chattengau.

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