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Audioseite Nach Geldautomatensprengung in Idstein: Zwei Tatverdächtige gefasst

Polizist von hinten, auf der Jacke steht in großen Lettern "Polizei". Daneben ein Polizei-Auto mit Blaulicht. Sujetbild.

Rund 100.000 Euro konnten sie erbeuten: Die Sprengung eines Geldautomaten in Idstein im Januar geht offenbar auf das Konto einer niederländischen Bande. Nun wurden zwei Verdächtige gefasst - ausgeliefert wurde bisher nur einer von ihnen.

Hinter der Sprengung eines Geldautomaten in Idstein (Rheingau-Taunus) Anfang des Jahres steckte offenbar eine organisierte Bande aus den Niederlanden. Zwei der mutmaßlichen Täter konnten nun festgenommen werden, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Hessische Landeskriminalamt am Dienstag gemeinsam mitteilten.

Ein 21-jähriger Niederländer ist demnach bereits nach Deutschland ausgeliefert worden und sitzt nun in Untersuchungshaft. Er wurde am vergangenen Freitag festgenommen. An der Tat soll außerdem ein 17 Jahre alter Niederländer beteiligt gewesen sein. Auch er wurde Ende September festgenommen. Noch haben die niederländischen Behörden der Mitteilung zufolge nicht entschieden, ob auch er ausgeliefert wird.

Gut organisierte Bande

Ob noch weitere Täter direkt an der Sprengung Mitte Januar beteiligt waren, ließ ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft offen. Die Bande sei hierarisch organisiert und gehe arbeitsteilig vor. "Die einzelnen Geldautomatensprengungen sollen durch eine Führungsebene organisiert und koordiniert sowie durch Logistiker, insbesondere durch Beschaffung von Sprengvorrichtungen, Anmietung von Unterkünften, von Tat- und Fluchtfahrzeugen aufwändig vorbereitet worden sein."

Es werde überprüft, ob die Gruppierung für weitere Sprengungen in Deutschland verantwortlich ist. Wie viele ähnliche Taten sie in den Niederlanden begangen haben, ist nicht bekannt.

Hohe Beute, hoher Schaden

In Idstein konnten die Täter mehr als 100.000 Euro erbeuten. Sie sollen zunächst die Tür zum Vorraum eines Supermarkts aufgebrochen und die Vorderseite des Geldautomats abmontiert haben. Anschließend sollen sie ihn mit Gas aufgesprengt haben. Am Gebäude entstand ein Sachschaden von rund 40.000 Euro.

Den Tatverdächtigen wird die Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Nach Erwachsenenstrafrecht drohen dafür ein bis 15 Jahre Haft, bei einer Jugendstrafe wären es maximal fünf Jahre.

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